Millionen Amerikaner bissen an und kauften Häuser jenseits ihrer finanziellen Möglichkeiten. So schufen sie eine Immobilienblase. Und als sie knapp bei Kasse waren, nahmen sie neue Hypotheken auf, nur um an das nötige Geld heranzukommen. Nun ist die Blase geplatzt, Millionen Amerikaner stehen vor der Zwangsvollstreckung und Banken vor dem Zusammenbruch. Als Resultat haben wir eine gescheiterte Volkswirtschaft. Und weil die Finanzsektoren der USA, Europas und Asiens eng miteinander verbunden sind, hat die Kreditkrise auf die gesamte Weltwirtschaft übergegriffen.
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Die Sache ist aber noch schlimmer. Die Kreditkrise eskalierte nämlich ausgerechnet in den vergangenen beiden Jahren, als die Ölpreise nach oben schossen. Höhepunkt: die 147 Dollar pro Barrel im Juli 2008. Dies gab der Inflation einen Schub, dämpfte die Kaufkraft der Konsumenten, verlangsamte die Produktion und erhöhte die Arbeitslosigkeit - richtete also weitere Verwüstungen in ohnehin schon geplagten Volkswirtschaften an.
Gier nach Öl
Die wesentliche Annahme der Globalisierung war, dass reichliches und billiges Öl es Unternehmen erlaubt, Kapital in billige Arbeitsmärkte zu transferieren, wo Produkte zu minimalen Kosten und mit hohem Gewinn produziert und anschließend verschifft werden können.
Diese Grundannahme ist zerbrochen. Wenn nämlich inzwischen ein Drittel der Weltbevölkerung - so viele Menschen leben zusammengenommen in China und Indien - eine Wirtschaft aufbaut, die auf Öl basiert, und wenn zugleich die Ölreserven endlich sind, dann geht unvermeidlicherweise der Preis in die Höhe. Und wenn der Preis in Richtung 150 Dollar geht, zieht dies die gesamte Wirtschaft herunter.
Der steigende Ölpreis schlägt sich in jedem Produkt nieder. Unsere Nahrungsmittel gedeihen dank petrochemischen Düngers, unser Plastik, unsere Baumaterialien, unsere Arzneien und Kleider basieren auf fossilem Brennstoff, ebenso Transport und Elektrizität. Durch die hohen Energiekosten auf der ganzen Wertschöpfungskette wird der Vorteil billiger Arbeitsmärkte egalisiert.
Zugleich unterhöhlen die Folgen des Klimawandels Volkswirtschaften überall auf der Welt. Allein die Hurrikane Katrina, Rita, Ike und Gustav haben in den USA Schäden von mehr als 240 Milliarden Dollar angerichtet. Fluten, Dürren, Buschfeuer oder Tornados haben Ökosysteme dezimiert, wodurch nicht nur die Agrarproduktion lahmgelegt wurde, sondern auch die Infrastruktur. Millionen Menschen wurden heimatlos.
Fundament für eine neue Industrierevolution
Was die Welt nun braucht, ist ein neues ökonomisches Narrativ. Die großen ökonomischen Umbrüche hat es in der Weltgeschichte immer dann gegeben, wenn neue Energiesysteme mit neuen Kommunikationssystemen einher gingen. Dann werden Gesellschaften neu strukturiert. Dieselben Prinzipien und Technologien, die das Internet ermöglicht haben, werden nun allmählich genutzt, um Stromnetze neu zu konfigurieren.
So können die Menschen erneuerbare Energie produzieren und unmittelbar untereinander austauschen - also eine dezentralisierte Form des Energieverbrauchs schaffen, analog zu der Art, wie sie bereits Informationen produzieren und austauschen. Firmen führen hastig erneuerbare Energien ein, errichten emissionsfreie Gebäude und bauen Elektroautos. Dies ist das Fundament für die nächste industrielle Revolution. Für das 21. Jahrhundert muss sie dieselbe Bedeutung haben wie Drucktechnik und Dampfkraft im 19. Jahrhundert, wie elektrische Kommunikation und Verbrennungstechnik im 20. Jahrhundert.
Die Frage ist: Schaffen wir den Umbau noch, bevor es in den Abgrund geht?
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(SZ vom 17.10.2008/tob)
Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
Eine alte Parole in der DDR-Ökonomie war die Wesiheit, aus dem System kann man noch mehr rauslutschen und -holen. Und die Methode gilt auch für die Berliner Republik. Ihr seid so ein Volk.
Es stimmt genau was Sie schreiben.
Ohne die, vor 30 Jahren von den Konservativen verlachten, Grünen-Spinner, hätten wir keinen Entwicklungsvorsprung in Windenergie und Solartechnik. Bei einem Gespräch mit einem Engländer war dieser von den diesbezüglichen Anstrengungen in GB sehr angetan und völlig erstaunt, dass es in Deutschland bereits mehr als 12000 Windräder gibt.
Die mangelnden Kenntnisse über den Kontinent und Deutschland, kann man nur mit dem Begriff angelsächsische Ignoranz beschreiben.
So richtig die Bestandsaufnahme ist, ein großes Manko hat sie: Die Seite des Produzenten und Konsumenten, kurz das Soziale wird nicht mit einbezogen. Entgegen der Meinung von Holzmann bspw. ist es nicht zu hoch gegriffen, unter tatsächlich demokratischen Verhältnissen - auch und gerade in der "Wirtschaft" - positive Entwicklungen zu erwarten aus den Völkern heraus.
Voraussetzung wäre natürlich Bildung und Kultur, die den Menschen zugute kommen müßte; die Alibi-Veranstaltungen, die unter den Voraussetzungen des Menschenbildes bei Oswald Metzger z.B. das Volksniveau qualitativ heben sollen, sind klarerweise zu unterlassen. Wer sich ein Feindbild schnitzt mit konsumierenden Flachköpfen, erliegt allzu leicht der Versuchung, seine Macht der sich selbst erfüllenden Voraussage unterzuordnen. Diese Kultur muß ersetzt werden durch eine, die den Namen verdient, anders wird nichts aus den wohlwollendsten Vorstellungen.
Dass der Kapitalismus im führenden Westen die Rolle einer Ersatzreligion eingenommen hat, liegt deutlich auf der Hand. Zwei Ursachen mache ich dafür aus:
Zum Einen menschliche Bequemlichkeit, langfristige Gefahren als nicht realistisch einzuschätzen, wenns im Wohnzimmer doch gerade noch so schön gemütlich ist.
Zum Anderen Religionen, als generationenübergreifende Lehre von Moral , die es einem zu leicht, NICHT an sie zu glauben - sie als überholtes Zeug von gestern abzutun. ('Getötet' wird persönlich ja schon lange nicht mehr - es sei denn, Sachzwänge zwingen Piloten in ihre distanzierenden Maschinen...) An den biblischen "Märchen-"Gott (des zuendegehenden Fischezeitalters) kann sowieso kein aufgeklärtes Kind mehr glauben.
Ernstzunehmende in der Gegenwart angekommene Moralinstanz: Fehlanzeige.
Vielleicht sehen wir uns in der Vergangenheit einmal um, was wir, bzw. unsere Vorfahren bislang alles nicht wahr haben wollten? Z.B. dass Leonardo da Vinci's religöses Bild 'Das Abendmahl' statt wunderhaftem Gottesglauben allegorisch die 'Kosmographie der kleinen Welt' - die Jünger als Tierkreisarchetypen- in uns aufzeigt... Das bedeutete auch: WIR müssten es schon selbst anpacken, die Welt liegt in unseren Händen und ist nicht "fremdgesteuert, wie von oben"! (Wer's nicht glauben mag: s. Wikipedia, Stichwort 'Das Abendmahl', dazu Menuleiste Diskussion Pkt. 16)
Wenn immerzu seit Jahren - Nordamerikaner und Briten als Wortführer (Besserwisser) gehandelt werden und das in deutschen Medien, wenn es anscheinend keine anderen Besserwisser oder echte Wisser aus anderen Nationen gibt (man nehme Frankreich, Russland, Deutschland, Spanien, Italien, Schweden, Norwegen, Dänemark, Holland, Japan . . .), dann ist daran ziemlich viel faul.
In dieser Thematik FINANZKATASTROPHE / UMWELTZERSTÖRUNG / ENERGIEKNAPPHEIT wird nachweisbar seit drei Jahrzehnten vor allem auch in Deutschland schwer gegründelt, d.h. recherchiert, nach Lösungen gesucht, das mit zunehmender Besorgnis. In den USA und Großbritannien dagegen wurde dieses Besorgnis bis noch vor wenigen Jahren belächelt, ja von dort aus schwer behindert.
Aber plötzlich weil die Weltlage keine andere Interpretation mehr zuläßt werden Kreise aus angelsächsischen Staaten genannt, die das Problem frühzeitig erkannt haben wollen (Anspielung auf Al Gore etc.). Nun auch hier in Bezug auf den Ökonom Jeremy Rifkin.
Interpretiert werden kann das nur mit einer waghalsigen, ja unverschämten Egomanie, sprich Nationalegozentrik.
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