Finanzkrise Spaniens Schulden steigen auf Rekordhöhe

961,6 Milliarden Euro: Spaniens hat so hohe Schulden wie nie zuvor - und die Regierung rechnet damit, dass sie noch weiter wachsen. Erst 2016 soll sich die Lage wieder bessern.

Spanien hat die höchsten Schulden in seiner jüngeren Geschichte angehäuft. Wie die Madrider Zentralbank am Montag mitteilte, beliefen sich die Verbindlichkeiten der staatlichen Institutionen Ende 2013 auf 961,6 Milliarden Euro - das sind 8,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Einen höheren Wert hat es seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen noch nicht gegeben. Die Staatsschulden entsprechen 94,05 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Sie blieben damit knapp unterhalb der Prognose der Regierung, die von 94,21 Prozent ausgegangen war.

Spanien hatte 2007 vor Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise mit einer Staatsverschuldung von etwa 36 Prozent des BIP in der EU zu den Ländern mit relativ niedrigen Schulden gehört. Trotz der Sparpolitik der Regierung stiegen die Schulden in den vergangenen Jahren drastisch an und überschritten Mitte 2013 den EU-Durchschnittswert.

Das Land hatte nach dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes 42 Milliarden Euro an europäischen Hilfsgeldern für seine Bankenbranche erhalten, die schwer unter faulen Krediten litt. Mit dem Geld gelang es, den Sektor weitgehend zu sanieren. Die Hilfen wurden jedoch dem Staatsdefizit zugerechnet.

Die Regierung geht in ihren Planungen nun davon aus, dass aufgrund des niedrigen Wirtschaftswachstums in dem Krisenland die Verbindlichkeiten noch weiter ansteigen und die Staatsschulden 2015 die Marke von 100 Prozent des BIP überschreiten werden.

Die Regierung rechnet erst nach 2016 mit einem Abbau des Schuldenbergs. Eigentlich sollte das Land da aber bereits wieder die Maastrichter Defizitgrenze einhalten - maximal drei Prozent Neuverschuldung. Noch im November rechnete die EU-Kommission für 2014 mit einem Defizit von 5,9 Prozent, für 2015 mit 6,6 Prozent.