Finanzkrise Euro-Zone sichert Zypern Hilfe zu

Der Inselstaat will unter den Rettungsschirm - und ist dort willkommen, sagen die Euro-Finanzminister. Nikosias Antrag auf ein Hilfsprogramm würde "vorteilhaft" geprüft, erklärte Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker. Auch der Internationale Währungsfonds soll einbezogen werden.

Die Eurozone hat sich grundsätzlich zur Finanzhilfe für Zypern bereiterklärt. "Die Euro-Gruppe begrüßt den Antrag der zyprischen Regierung auf Finanzhilfe durch die Euro-Zone", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme der Euro-Gruppe (PDF-Datei).

Die Euro-Finanzminister hatten telefonisch über Hilfen für Zypern beraten. Eine Summe nennt die Euro-Gruppe in ihrer Mitteilung nicht. Aus der Erklärung geht aber hervor, dass Zypern wie etwa Griechenland ein umfassendes Hilfsprogramm bekommen soll, und nicht nur wie Spanien Unterstützung für seinen Bankensektor.

Die Euro-Gruppe wolle ein Hilfsprogramm für das Land "vorteilhaft" prüfen, sagte Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker. Die Euro-Gruppe begrüßte, dass Zypern auch den Internationalen Währungsfonds (IWF) um finanzielle Hilfe gebeten habe. Die EU-Kommission sei gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds aufgefordert worden, ein Anpassungsprogramm auszuarbeiten und den Finanzbedarf der Mittelmeerinsel auszuarbeiten.

Zypern hatte am Montag offiziell Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF beantragt. Die Regierung in Nikosia erklärte, der Inselstaat sei aufgrund der engen Verflechtungen mit der griechischen Wirtschaft auf Hilfe angewiesen. Die zweitgrößte Bank des Landes braucht dringend rund zwei Milliarden Euro.

Zypern ist das fünfte Euro-Land, das Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds in Anspruch nehmen muss. EU-Diplomaten zufolge hatte Zypern überdies Russland um einen Kredit von drei bis fünf Milliarden Euro ersucht.