Nach den herben Einbußen in Asien und USA erwarteten die Experten auch den Dax im Minus - doch der deutsche Leitindex überrascht.

Die Vorgaben aus Asien und den USA waren dramatisch, doch der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag nach einem negativen Start trotzdem ins Plus gestiegen. Der Leitindex Dax gewann bis zum Mittag 0,4 Prozent auf 4631 Punkte. Der MDax stieg um 0,2 Prozent auf 5351 Zähler und der TecDax legte mit plus 2,3 Prozent auf 503 Punkte am deutlichsten zu.

Wall Street, Reuters

Schlechte Zeiten für die Broker an der Wall Street: Weil es mit der Konjunktur weiter bergab gehen wird, stürzten die Kurse ab. (© Foto: AP)

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Im Fokus standen zahlreiche Bilanzvorlagen. Aktien von Siemens stiegen nach anfänglichen Verlusten vom Dax-Ende in die Gewinnzone. Mit plus zwei Prozent auf 40,90 Euro zählten sie zuletzt zu den Favoriten im Index.

Infineon zählten mit minus zwei Prozent auf 2,28 Euro zu den schwächsten Werten. Händler verwiesen auf die Umsatzwarnung von Intel. Der weltgrößte Computerchip-Hersteller hatte angesichts der düsteren Konjunkturaussichten überraschend seine Umsatzprognose für den Rest des Jahres gesenkt.

Zuvor hatten neue Alarmsignale der US-Wirtschaft die amerikanischen Börsen den dritten Tag in Folge abstürzen lassen.

US-Einzelhändler warnten am Mittwoch vor Umsatzeinbrüchen und teils sogar Verlusten. Die US-Regierung kündigte angesichts einer massiv ansteigenden Welle von faulen Verbraucherkrediten zusätzliche Stützungsmaßnahmen an.

Der Dow-Jones-Index verlor mehr als 400 Punkte. Er schloss 4,73 Prozent tiefer bei 8282,66 Punkten. Der S&P-500-Index brach um 5,19 Prozent auf 852,30 Punkte ein. Der Nasdaq-Index fiel um 5,17 Prozent auf 1499,21 Punkte und damit erstmals seit 2003 unter 1500 Zähler.

Geschockt reagierten die Anleger auf die Warnung des größten US-Elektronikhändlers Best Buy (minus 8,0 Prozent) vor "seismischen" Umsatzeinbrüchen. Erst am Montag hatte die Nummer zwei Circuit City Insolvenz angemeldet, um sich unter Gläubigerschutz zu sanieren.

Der US-Einzelhandel befürchtet das schlechteste Weihnachtsgeschäft seit Jahrzehnten.

Der Kreditkartenkonzern American Express (minus zehn Prozent) braucht wegen der steigenden Zahlungsausfälle US-Medien zufolge staatliche Milliardenhilfen. Die Finanzbranche belastete zudem die Ankündigung des US-Finanzministeriums, doch keine faulen Hypotheken-Papiere aufzukaufen und eher den Verbraucherkreditmarkt zu stützen.

Aktien des Internet-Konzerns Google (minus 6,6 Prozent) fielen erstmals seit drei Jahren unter die Marke von 300 Dollar. Belastend waren Sorgen vor womöglich sinkenden Werbeumsätzen. Überdies könnte Rivale Microsoft (minus 4,3 Prozent) Google als Premium-Partner beim größten US-Mobilfunkanbieter Verizon ausstechen.

Auch an den Aktienmärkten in Asien ging es zu Handelsbeginn am Donnerstag steil bergab. In Japan gab der Nikkei-Index zunächst um mehr als fünf Prozent nach und lag danach immer noch mit gut vier Prozent im Minus. In Südkorea brachen die Kurse ebenfalls um mehr als fünf Prozent ein, in Australien um gut vier Prozent.

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(sueddeutsche.de/dpa/gba/mel/tob)