Gigaset Der Telefon-Zankapfel wird abgestoßen

Der Finanzinvestor Arques möchte sich vom Telefonhersteller Gigaset trennen - und so den Streit mit Siemens beilegen.

Die Beteiligungsgesellschaft Arques treibt den Verkauf ihrer größten Tochter Gigaset voran. Mit mehreren Interessenten gebe es Gespräche, teilte Arques in München mit. Mit einem seien die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten.

Nach Informationen einer mit den Verhandlungen vertrauten Person handelt es sich dabei um die auf Mobilfunk-Zubehörgeräte spezialisierte Novero GmbH. Die Düsseldorfer Firma wollte sich dazu nicht äußern. Die Gespräche bringen zugleich Bewegung in den Streit mit Siemens um den Zankapfel Gigaset.

Im Rennen um den Telefon-Hersteller sei zudem noch der amerikanische Siemens-Partner Gores, sagte der Insider. Als Preis sei eine Summe von mehr als 50 Millionen Euro zu erwarten. Die Transaktion könnte noch im September über die Bühne gehen.

Der frühere Gigaset-Eigentümer Siemens, der noch ein Fünftel der Anteile hält, ist bereit, den Verkaufsprozess zu unterstützen. "Alle Optionen sind offen. Wichtig ist uns vor allem eine langfristig strategische Sicherung des Gigaset-Geschäfts", sagte ein Siemens-Sprecher.

Rechtsstreit auf verschiedenen Ebenen

Arques und Siemens liefern sich seit Monaten auf verschiedenen Ebenen einen Rechtsstreit um Gigaset. Dabei geht es um ausstehende Kaufpreiszahlungen und angeblich gebrochene Investitionszusagen. Der Zwist gipfelte in einer Strafanzeige gegen Arques-Vorstand Michael Hütten wegen des Verdachts auf Untreue. Der Manager weist die Vorwürfe zurück.

Novero hatte vor zwei Jahren das Geschäft mit Auto-Freisprechanlagen vom finnischen Handyhersteller Nokia in Bochum übernommen. Das Unternehmen war vom Ex-Nokia-Manager Razvan Olosu und dem Finanzinvestor Equity Partners ins Leben gerufen worden. Equity Partners hat seinen Anteil aber inzwischen an einen unbekannten Investor verkauft.

Die Beteiligungsgesellschaft Arques ist auf den Erwerb und späteren Verkauf von Sanierungsfällen spezialisiert, in den vergangenen Jahren aber nach immer neuen Verlusten selbst zum Sanierungsfall geworden. Nachdem zuletzt zahlreiche Beteiligungen abgestoßen wurden, hofft das Management für dieses Jahr zumindest operativ wieder auf schwarze Zahlen.