Es fehlt an Geld. Immer mehr Euro-Länder haben Probleme, laufende Kosten zu decken. Für Italien, Spanien und Frankreich wird es in den kommenden Monaten eng - doch woher sollen all die riesigen Summen kommen?
Europas Schulden werden immer teurer. Während die Politik in Brüssel, Berlin und anderswo immer neue Konzepte zur Rettung des Euro diskutiert und wieder verwirft, haben immer mehr Länder Schwierigkeiten, sich für ihre laufenden Kosten frisches Geld am Kapitalmarkt zu beschaffen.
Bild vergrößern
Harte Wochen für Frankreich, Italien und Spanien: Staatsanleihen werden fällig und müssen finanziert werden.
Anzeige
Mamma mia: Am Montag musste der klamme Staat Italien Investoren mehr als sieben Prozent dafür bezahlen, dass sie über zwölf Jahre hinweg neues Geld leihen. Das politisch zerstrittene Belgien bot fast 5,7 Prozent für eine Anleihe über zehn Jahre, soviel wie seit einer Dekade nicht mehr. Und es wird noch schlimmer: Bis zum Ende des Jahres müssen die Regierungen der Euro-Zone mehr als 70 Milliarden Euro aufnehmen, allein in dieser Woche fast 20 Milliarden. Summen, die die Investoren auf dem Markt überfordern. Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft daher regelmäßig Staatstitel auf, um die Zinsen für die jeweiligen Länder einigermaßen stabil zu halten.
Allein in der vergangenen Woche summierten sich die Aufkäufe auf 8,6 Milliarden Euro, teilt die EZB. Das Gesamtvolumen ist damit seit Beginn dieser umstrittenen Notenbank-Politik auf mehr als 203 Milliarden Euro gestiegen. Die Grenze von 200 Milliarden ist gefallen. Geht es jetzt auf die 300 Milliarden zu?
Trotz des Einspringens der EZB überlegen immer mehr Großinvestoren offenbar, Titel der Euro-Zone abzustoßen, berichten Anlagemanager. Der größte japanische Fonds Glosov erklärt, sämtliche Anleihen der Euro-Staaten Italien, Spanien und Belgien verkauft zu haben. Die Gewichtung europäischer Schuldentitel in dem Milliarden-Fonds werde ab sofort halbiert. Auch viele europäische Großbanken, bisher Hauptabnehmer europäischer Staatsanleihen, tun sich schwer mit Neuemissionen. Die meisten benötigen selbst frische Mittel, um die bald strengeren Eigenkapitalanforderungen aus Brüssel erfüllen zu können.
So dürfte es Ländern wie Frankreich, Spanien und Italien schwer fallen, ihre für diese Woche geplanten neuen Papiere unterzubringen. "Das ist eine Herausforderung in einem angeschlagenen Markt", sagt Jamie Searle, Anlagestratege bei der Citigroup in London. Insgesamt werden die Länder der Euro-Zone in diesem Jahr Schuldscheine von rund 850 Milliarden Euro ausgeben. Trotz der jüngsten Sparbemühungen vieler Regierungen dürfte der Finanzierungsbedarf 2012 ähnlich hoch sein, schätzt David Schnautz, Anleihenexperte der Commerzbank. Wichtigster Grund: Das Wachstum und damit die Steuererlöse gehen zurück. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht inzwischen sogar von einer "milden Rezession" aus.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Thema
- Staatsanleihe RSS
- Gemeinsame Bonds der AAA-Staaten Verwirrung um Alleingang der Euro-Elite 28.11.2011
- Konjunkturausblick OECD befürchtet Rezession in der Euro-Zone 28.11.2011
- Kampf gegen die Schuldenkrise Europa wagt sich an die Billionen-Frage 28.11.2011
- Lösungen für die Schuldenkrise Endspiel um den Euro 25.11.2011
- Angst an den Finanzmärkten "Es gibt nur noch einen Rettungsanker - die EZB" 16.11.2011
- Staatsanleihen Nichts wie raus 10.11.2011
- Ende der Amtszeit von EZB-Chef Trichet Der Mann, der die Deutschen liebt 05.10.2011
Neue Nutzungsbedingungen
Noch sind die Sparleinlagen höher als die Verschuldung.
Also Zinseinnahmen auf Staatsanleihen Steuerfrei stellen.
Alle anderen Zinseinnahmen mit einem Steuerfaktor belegen der bewirkt das netto weniger übrig bleibt als bei einer Staatsanleihe.
Und ruck zuck wären die Anleihen an den Mann gebracht.
Dann noch die Staatsausgaben senken (Rasenmäher) und die Einnahmen erhöhen durch einfaches Eintreiben der aktuell geltenden Steuern.
Aus Süddeutsche Zeitung: Früher gab es in Deutschland die geräuschlose Kriegsfinanzierung durch die Notenpresse, heute die geräuschlose Friedensfinanzierung, die Milliarden in die Finanzindustrie umlenkt - sagt Finanzexperte Stefan Homburg. Der große Finanzpsychologe Günter Schmölders hat einmal geschrieben, es sei erstaunlich, wie lange Regierungen die Bevölkerung im Glauben wiegen können, es werde alles gut. Noch im März 1948 glaubten die meisten Deutschen, ihre Sparguthaben seien sicher, da war die neue D-Mark längst gedruckt. Nüchtern betrachtet ist nicht erkennbar, warum diesmal ein Wunder geschehen sollte. Der Verteilungskampf zwischen Finanzindustrie und Steuerzahlern bildet den ökonomischen Kern des Problems, er wird aber verdeckt geführt und verschleiert. Homburg: Als normaler Bürger kann man wenig machen. Die Geschichte zeigt, dass Regierungen, wenn es ernst wird, zu radikalen Mitteln greifen wie Enteignungen, Vermögensabgaben oder Goldbesitzverbot. Auch der normale Eigenheimbesitzer, Riester-Rentner oder Lebensversicherte wird sein Fett wegbekommen. Ist der Staatsnotstand erst erreicht, sind auch die Grundrechte außer Kraft. Homburg: Hoffnung hat schließlich, wer zu einer buddhistischen Lebensweise findet und materiellen Werten ganz entsagt. Für die anderen sehe ich schwarz.
Die kleingeistigen, egomanen Regierungen der Eurozonenkleinstaaten, sollten demnächst fälligwerdende Kredite durch Subventionsabbau und den Verkauf von Devisen aus früheren Stützungskäufen, gerade von Dollar und Pfund, falls noch vorhanden, ernsthaft tilgen. Nur so läßt sich die Kreditnachfrage und zukünftige Zinsbelastung senken. Ernstzunehmende Maßnahmen zur Euro-Stabilisierung erkennt man an tiefschwarzen Augenringen und steigender Selbstmordrate in der Spekulanten- und Finanzbranche.
In dieser Richtung könnten sich die einschlägigen Zentralbanken und Regierungen durchaus kreativ und zielgerichtet am Markt beteiligen.
Immer mehr Staaten sind heute so klein und kraftlos, dass ihnen der Finanzmarkt nicht mehr zutraut, geliehenes Geld zurückzahlen zu können.
Das Xanadu der Liberalen ist nicht mehr weit. Die Staaten sind nichts mehr, als das Schandmal eines Landes, das nicht mal mehr einfachste Verrichtungen selbst zuwege bringen kann. Darauf haben Liberale seit langem hingearbeitet. Damit werden auch endlich die letzte Sumpfgebiete soziale Staatsleistungen ausgetrocknet. Die Menschen können endlich selbstveranwortlich und ohne staatliche Knebelungen in eine wahrhaft glorreiche Zukunft aufbrechen, großes und Aller- und Allerallergrößtes erreichen.
Das ist der E n d s i e g !
Der "Ottonormalverbraucher" sieht das, glaub ich, etwas anderst. Eigendlich ist es doch so, dass wir seit der EU zwei Regierungen haben, die natürlich auch gefüttert werden wollen. Wenn man sich nun einmal genau anschaut, was da an Geldern jedes Jahr nach Brüssel gehen ( ohne Beiträge für den sogenannten Rettungsschirm ), dann ist schnell klar, dass es in der Staatskasse weitaus besser aussehen könnte. Zumal nach den neuesten Meldungen brüssel nun auch noch das Budget kontrollieren will. Ich glaub, dass damit den einzelnen Regierungen ein weiteres Paar Handschellen angelegt wird. Sie sind somit wieder ein ganzes Stück Unmündiger. Meiner Meinung nach lassen wir uns schon jetzt zu viel von Brüssel vorschreiben. Wenn eine EU Tagung zu Verordnungen, wie gerade muß eine Gurke sein, welche Gewürze dürfen beim Brotbacken verwendet werden und wie muß ein Griff vom Küchenmesser vernietet sein, benutzt wird, dann kann ich nur sagen, in meinen Augen ist das ganz einfach eine schlichte Veruntreuung der Gelder. Dazu kommt dann noch die Auflage, Regierungen mit Mißwirtschaft, aus dem Dreck zu ziehen. Zahlen darf es eh der Kleine. Und als Abschluss des ganzen, Staaten die Ihre Finanzauflagen der EU nicht erfüllen (können), müßen an Brüssel Strafe zahlen. Wer muß wohl dafür gerade stehen ??? Hier beisst sich doch der Hund selber in den Schwanz....oder....
Paging