Finanzielle Umsicht im Ländervergleich Der Deutsche spart sogar am Toilettenpapier

Der unbedingte Wille zum Sparen macht in Deutschland nicht einmal vor den stillsten Orten halt: den Klos. Man ist da hart zu sich selbst - viel härter als, sagen wir mal, die Italiener.

Von Jurik Caspar Iser

Deutschland predigt in Zeiten der Euro-Krise Sparsamkeit - und lebt diese auch selbst gerne vor. Was Wunder, dass andere nun auch mal schauen wollen, was die Deutschen so treiben. Wie geht das, eine schwarze Null mitten in der Euro-Krise?

Da ist zum Beispiel das in London ansässige private Forschungsunternehmen Euromonitor. Das hat festgestellt, dass die Deutschen selbst auf dem Klo sparen. Die britische Zeitung The Guardian hat sich selbstverständlich da auch besondere Mühe gemacht, die Daten hübsch aufzubereiten.

Das Ergebnis: Deutsche haben im Jahr 2014 vornehmlich das billigste Toilettenpapier gekauft. Und das, obwohl es doch in den meisten Supermärkten eine große Auswahl gibt: aus Altpapier recyceltes, extra weich, nass, nach Blumen duftend, zweilagig, dreilagig, vierlagig. Für den hiesigen Verbraucher aber zählt offenbar nur eines: Günstig muss das Toilettenpapier sein!

Italiener bevorzugen Luxus-Varianten

In Italien hingegen haben die Menschen höhere Ansprüche an Stil und Komfort - auch bei der Wahl des Toilettenpapiers. Da darf das Tuch auch mehr kosten, wenn es denn weich ist und gut riecht. In dem hochverschuldeten Land wurde im vergangenen Jahr mehr Luxus- als Billig-Toilettenpapier gekauft. Noch deutlich höher ist allerdings in Italien der Anteil der Standardware - das mittelgute Papier also.

Schier die Meister des Durchschnitts sind allerdings die Briten - der Anteil des Standardpapiers liegt in dem Land bei mehr als 70 Prozent. Hingegen ist der Anteil des günstigen Klopapiers mit etwa fünf Prozent vernachlässigbar.

Was hat das nun alles zu bedeuten?

Der Guardian fasst die Studie tapfer so zusammen: "Die Deutschen wissen, dass sie ihr Geld nicht den Abfluss runterspülen."