Die Furcht vor einer Rezession bleibt. Doch positive Konjunkturdaten aus den USA heben den Dax knapp ins Plus.

Gestützt auf positive konjunkturelle Signale aus den USA kletterte der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag nach sehr schwachem Start bis zum Nachmittag knapp ins Plus. Der Dax gewann zuletzt 0,33 Prozent auf 4877,62 Zählern. Am Morgen war der Index noch bis auf 4546 Punkte gefallen, was einem Minus von 6,48 Prozent entsprach. Der MDax mittelgroßer Werte stand am Nachmittag noch mit 1,63 Prozent im Minus bei 5565,30 Punkten. Der TecDax sank um 1,58 Prozent auf 544,29 Zähler.

Anzeige

Händlern zufolge bewegen den Markt nun hauptsächlich Rezessionssorgen. Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA schürten aber die Hoffnung, dass es möglicherweise "doch nicht so schlimm kommt", sagte ein Aktienhändler. In den USA sank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der abgelaufenen Woche stärker als erwartet. Zugleich blieben die Verbraucherpreise im September überraschend unverändert. "Die Konjunkturdaten geben keinen Anlass zu noch größeren Sorgen", sagte Dirk Schröder von der Baader Bank.

Zuvor hatte die Erwartung eines weiteren Abrutschens der Weltwirtschaft die Ölpreise erneut auf ein Jahrestief fallen lassen. Die Aktien der Postbank sackten mit minus 6,82 Prozent auf 21,05 Euro ans Index-Ende. Bei 20,00 Euro hatten sie zwischenzeitlich ein neues Rekordtief markiert. Händler erklärten, die Übernahme der Post-Anteile durch die Deutsche Bank könnte scheitern. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern. In Finanzkreisen hält man ein Platzen der Übernahme aber für sehr unwahrscheinlich.

Belastet von negativen Aussagen des Konkurrenten TNT fielen auch die Aktien der Deutsche Post World Net um 7,10 Prozent auf 10,79 Euro. Händler verwiesen insbesondere auf Aussagen des niederländischen Wettbewerbers. Der Logistik-Konzern hatte wegen der Finanzmarktkrise in den vergangenen Wochen deutliche Einbußen im europäischen Expressfracht-Geschäft.

Aktien der Deutschen Börse verloren 8,87 Prozent auf 52,90 Euro. Bereits tags zuvor hatten Gerüchte über Schwierigkeiten des Großaktionärs Atticus den Kurs gedrückt. Nach dessen Dementi spekulierten die Börsianer über Schwierigkeiten des anderen Großaktionärs TCI.

Die Aktien von Bayer wurden im sehr schwachen Markt zusätzlich von einem negativen Analystenkommentar belastet und sackten um 5,85 Prozent auf 39,43 Euro.

Infineon Technologies stiegen nach einem Analystenkommentar mit plus 9,26 Prozent auf 2,65 Euro an die Dax-Spitze. Die Experten von Credit Suisse hatten das Kursziel zwar von 5,0 auf 3,8 Euro gesenkt. Damit bescheinigten die Analysten dem Titel aber immer noch ein Aufwärtspotenzial von mehr als 40 Prozent.

Nordex erhielt einen Großauftrag aus Frankreich, die Aktien des Windkraftanlagen-Bauers jedoch konnten davon dennoch nicht profitieren. Die schlechte Stimmung an der Börse und der sinkende Ölpreise hielten laut Händlern die Papier in Schach. Die Nordex-Aktien fielen um 3,30 Prozent auf 13,50 Euro. "Der Ölpreis ist stark unter Druck geraten, da sinkt das Interessse an Titeln aus der Branche Erneuerbarer Energien", sagte Alexander Stiehler von der Unicredit. Fundamentale Daten träten angesichts dessen in den Hintergrund.

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/dpa-AFX/Reuters/AP/jkr)