Mittlerweile fehlen in kaum einer deutschen Wohnung Ikea-Möbel, doch der schwedische Möbelriese legt bei Umsatz und Gewinn weiter kräftig zu. Bis 2010 sollen hierzulande etwa 15 neue Einrichtungshäuser und 5000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Das schwedische Möbelhaus Ikea legt in Deutschland trotz der anhaltenden Konsumflaute kräftig zu und will die Preise weiter senken.

Werden in hoher Stückzahl gebraucht: Ikea-Einkaufswägen. (© Foto: dpa)

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Im Ende August auslaufenden Geschäftsjahr steigerte das Unternehmen nach vorläufigen Berechnungen seinen Umsatz um 11,2 Prozent auf 2,77 Milliarden Euro. Auch der Gewinn sei höher als im Vorjahr, sagte Geschäftsführer Werner Weber am Dienstag in Frankfurt/Main. Konkrete Zahlen dazu nennt das Unternehmen allerdings nicht.

In Dortmund will Ikea für 135 Millionen Euro ein für ganz Europa zuständiges Verteilzentrum bauen. Fast 5000 neue Arbeitsplätze sollen in Deutschland bis 2010 auch durch neue Häuser hinzukommen.

Preise im Schnitt vier Prozent tiefer

Mit dem von September an gültigen neuen Katalog sollen die Preise im Schnitt um vier Prozent sinken, im Vorjahr waren die Preise dem Unternehmen zufolge bereits um sechs Prozent gesunken.

Außerdem soll dieses Mal kein Produkt teurer werden, sagte Weber. Ikea reagiert damit auf die Kritik aus der deutschen Möbelindustrie, die im vergangenen Jahr auf mehrere im Preis gestiegene Produkte hingewiesen hatte und Ikea deshalb Verbrauchertäuschung vorwarf.

Laut Müller investiert Ikea in beiden Jahren zusammen 230 Millionen Euro in die Preissenkungen. Die Nachlässe sollen gezielt in den Bereichen Schlafzimmer und Küchen gelten. Diese beiden Segmente seien bereits im jetzt ablaufenden Geschäftsjahr die umsatztreibenden Kräfte gewesen, sagte Weber.

Auch Ikea-Lebensmittel gefragt

Zugelegt hat auch der Lebensmittelbereich von Ikea mit einem Umsatzplus von 15,5 Prozent auf 141 Millionen Euro. Noch stärker war das Wachstum mit 43 Prozent beim Online-Verkauf. Trotzdem macht dies aber nur drei Prozent des Gesamtumsatzes aus. Im neuen Geschäftsjahr sollen Katalog und Internet stärker miteinander verknüpft werden, damit Büros oder Küchen gleich am Computer geplant werden können.

Bislang betreibt Ikea in Deutschland 36 Häuser. Bis Frühjahr 2007 sind neue Einrichtungshäuser in Erfurt, Koblenz, Hannover, Frankfurt und Augsburg geplant. Derzeit sind 11.650 Menschen in Deutschland bei Ikea tätig, bis 2010 soll die Zahl bei jährlich drei bis vier neuen Häusern um fast 5000 steigen.

Neues Verteilzentrum in Dortmund

In Dortmund will Ikea in den nächsten Jahren kräftig investieren, wie die Ikea Lager und Service GmbH mitteilte. Über die geplante 750 Meter mal 180 Meter große Halle des Verteilzentrums sollen Artikel mit geringen Stückzahlen in alle derzeit 177 Filialen in Europa geliefert werden. Der Bau soll im Dezember beginnen. Die Fertigstellung ist für 2007 geplant. 200 neue Arbeitsplätze sollen dort entstehen.

Bis 2010 ist auf dem Dortmunder Gelände zudem die Errichtung von weiteren drei Lagern für die allgemeine Versorgung der deutschen Filialen geplant. Die Zahl der Ikea-Logistik-Arbeitsplätze in Dortmund soll bis dahin von derzeit rund 450 auf dann 950 steigen.

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(sueddeutsche.de/dpa)