Wieder greift ein Automanager zu den Sternen: Fiat-Boss Marchionne will die Marke "Fiat/Opel" schaffen und die Nummer zwei auf dem Weltmarkt werden - vor Volkswagen. In der großen Koalition knirscht es vor dem Berliner Treffen des Mannes aus Turin mit Vertretern der Bundesregierung.
Fiat denkt über eine Fusion seiner Autosparte mit General Motors Europe nach. Nach einem Treffen des Verwaltungsrates am Sonntagabend hieß es in einer Erklärung, Fiat Group Automobiles könnte ausgegliedert und mit GM Europe und den Chrysler-Anteilen verschmolzen werden. Anschließend wäre auch ein Börsengang des neuen Auto-Unternehmens denkbar, das auf einen Jahresumsatz von 80 Milliarden Euro kommen dürfte.
Baldige "Hochzeit"? Opel und Fiat (© Foto: dpa)
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Opel wurde in der Mitteilung nicht erwähnt. Die deutsche GM-Tochter ist für 80 Prozent des Umsatzes von General Motors Europe verantwortlich. Fiat hatte am Donnerstag eine Allianz mit dem US-Konzern Chrysler besiegelt, der am selben Tag Gläubigerschutz beantragte.
Mindestens eine Million Fahrzeuge pro Plattform
Der Financial Times sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne, das Ziel sei die Schaffung einer neuen Aktiengesellschaft mit dem Namen "Fiat/Opel". Der Konzern soll sechs bis sieben Millionen Autos jährlich herstellen und zur weltweiten Nummer zwei hinter dem japanischen Autobauer Toyota Motor aufsteigen. "Aus technischer und industrieller Sicht ist das eine im Himmel geschlossene Hochzeit", sagte Marchionne. Mit ähnlichen Worten hatten die Autohersteller Daimler und Chrysler ihr Zusammengehen im Jahr 1998 gerechtfertigt. Dieses deutsch-amerikanische Abenteuer scheiterte vor wenigen Tagen endgültig, indem sich Daimler vom verbliebenen 20-Prozent-Anteil an Chrysler trennte.
Um trotz hoher Entwicklungskosten profitabel arbeiten zu können, müssten Marchionne zufolge auf jeder Plattform mindestens eine Million Autos pro Jahr gebaut werden. Opel, Vauxhall und Saab nutzen bereits gemeinsame Komponenten. Durch einen Austausch mit Fiat und Chrysler würde der Vorteil vergrößert.
Bis Ende Mai, so der Plan Marchionnes, soll die Fusion beschlossen werden. Der bisherige Opel-Mutterkonzern GM würde Minderheitseigner des neuen Unternehmens. Der 30-Prozent-Anteil der Fiat-Gründerfamilie Agnelli würde verwässert.
Marchionne will an diesem Montag der Bundesregierung den Einstieg der Italiener bei Opel schmackhaft machen. Der Fiat-Chef will sich dazu in Berlin mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) treffen. Auch ein Treffen mit Opel-Betriebsratschef Klaus Franz ist vorgesehen.
Guttenberg stellte Bedingungen und forderte ein belastbares Konzept, das eine langfristige Sicherung des Unternehmens und der Arbeitsplätze verspricht.
Nach Spiegel-Informationen hat Außenminister Frank Steinmeier (SPD) einen 14-Punkte-Katalog mit Kriterien für einen Investor bei Opel aufgestellt. Neben dem Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze gehe es da auch um die Sicherheit möglicher Staatsbürgschaften, mögliche Synergien und die Vermittelbarkeit der Lösung bei der Belegschaft und den Händlern. SPD-Kanzlerkandidat wird an diesem Montag auch zu einem Besuch im Opel-Werk in Eisenach erwartet.
Guttenberg sagte dazu der Thüringer Allgemeinen: "Ich kann aber nur davor warnen, mit dem Thema Opel Wahlkampf zu machen." Gleichzeitig warf er Steinmeier "marginale Detailkenntnis" und "unreflektierte Vorfestlegungen für oder gegen einen möglichen Investor" vor. Dies schwäche die Position von Opel.
Medienberichten zufolge wollen die Italiener den Erhalt aller deutschen Werke zusichern, allerdings nicht in der bisherigen Größe. Opel-Betriebsrat und IG Metall sind seit längerem gegen den Einstieg von Fiat und halten ein Zusammengehen mit dem Autozulieferer Magna für sinnvoller.
Betriebsrat: Eine Milliarde für Opel reicht nicht
Gewerkschafter und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild sieht einen wachsenden Zeitdruck für eine Opel-Lösung. Er geht davon aus, dass die Opel-Mutter General Motors (GM) bis Mitte Mai Insolvenz anmelden wird. Spätestens dann müssten Verträge zwischen GM und Opel vorliegen, die den Zugriff auf Technologien sowie die künftigen gemeinsamen Aktivitäten von GM und Opel regelten, sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter dem Tagesspiegel.
Der Opel-Betriebsrat stellt Bedingungen für einen Einstieg von Fiat: "Es muss klarwerden, dass der italienische Konzern nicht nur bei Opel einsteigen will, um damit leichter an staatliche Bürgschaften zur Lösung seiner eigenen Probleme zu kommen. Wenn Fiat tatsächlich nur mit einer Milliarde Euro bei Opel einsteigen will, ist das zu wenig, um den künftigen Betrieb zu sichern", sagte Rainer Einenkel, Betriebsratsvorsitzender des Opel-Werks in Bochum, der Rheinischen Post.
"Fiat und Opel haben eine gleiche Modellpalette. Wir brauchen daher eine klare Ansage von Fiat, dass nach einem Einstieg keine Marktbereinigung stattfindet und insbesondere keine Standorte bei Opel oder Fiat geschlossen werden", so Einenkel weiter. Als Drittes müsse Fiat die geplante Zusammenarbeit mit Chrysler erklären. "Ich fürchte, hier tun sich zwei Fußkranke zusammen, um gemeinsam einen Marathon zu laufen."
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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/AP/AFP/odg/pak)
Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
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Autoproduktion produziert vor allem Misstrauen. Ähnliche Erfahrungen hat ja nun schließlich auch Daimler gemacht. Aber immerhin, wenn man die Nummer drei weltweit ist, wird man ( fast ) immer von der Politik gestützt. Man muss leider davon ausgehen, dass Fiat zunächst mal alle Geldquellen ausschöpft. Wenn dann in einigen Jahren kein vernünftiger Gewinn erreicht wird, schließt man doch einige Werke. Immerhin durfte Opel dann mit seiner Technik aushelfen um anschließend doch Verlierer zu werden. Hinzu kommt die Frage, welche Rolle Roland Berger bei diesem Spiel spielt.
und beschließen die Größte(Pleite)n zu werden!
Warum sollten gerade der Zusammenschluss der Schwächsten zu einem Starken werden?
Wie war das letzte Quartal von FIAT? 400 Mio. Miese? In einem Quartal ?!
Das ist vielleicht nicht viel, wenn es die Ausnahme wäre. Die Quartalsbilanz steht bei FIAT aber eher für Tradition.
Wenn 80Mrd Umsatz, von dem Marchionne träumt, mehere Milliarden Verluste enthält, dann wäre mein Kurs erstmal ein Sparkus ....
Wenn das einer nicht schaffen kann, dann ist ein italienischer Autokonzern. Realistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausschlusses Italiens aus der EU höher, als die Sanierung des Staatskonzerns FIAT.
FIAT will mit Staatskohle aus USA und Deutschland Volkswagen als Nummer 2 ablösen.
1 Milliarde investieren, über 3 Milliarden vom Bund lol
Die Marktwirtschaft ist tot.
Hallo,
1.: "Fiat hat keine Imageprobleme" - bei mir schon. Und die 500000-km-Garantie ist für den Normalfahrer nutzlos - sie ist auf 5 Jahre beschränkt.
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3. Wessen Widerstand muss er brechen - den der Gewerkschaft oder den der Politiker? Richtig: den der Gewerkschaft. Also redet er denen nach dem Mund.
4. Das kann man so deutet dass der Mann gut ist. Oder aber dass die Männer in der amerikanischen Wirtschaft grottenschlecht sind. Wofür auch so einiges spricht...
5. Quelle? Link?
Gruß,
Hardy
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