Erst wird der Chef gefeuert - nun ermittelt die Staatsanwalt Düsseldorf gleich gegen sieben amtierende und ehemalige Mitglieder des Vorstands der WestLB.
Ein Ermittlungsverfahren sei eingeleitet worden, sagte Oberstaatsanwalt Arno Neukirchen am Mittwoch. In Justizkreisen hieß es, unter den Managern sei auch der ehemalige WestLB-Chef und amtierende RWE-Aufsichtsratschef Thomas Fischer. Die WestLB wollte ebenso wie RWE keine Stellungnahme abgeben. Ein Sprecher Fischers war zunächst nicht zu erreichen.
(© Foto: ddp)
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Bei der Bank, die am Donnerstag ihre Zahlen für das Halbjahr vorlegen will, war es durch massive Fehlspekulationen im Eigenhandel zu millionenschweren Verlusten gekommen. Fischer hatte deshalb ebenso wie Risikovorstand Matthijs van den Adel seinen Hut nehmen müssen.
Die Geschäfte um Vorzugs- und Stammaktien von BMW, Metro und VW stehen auch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft. Sie ermittelt im Zusammenhang mit den Geschäften bereits unter dem Verdacht der Untreue gegen zwei ehemalige WestLB-Mitarbeiter.
Zukunft der Bank ist offen
Die WestLB hatte bereits eingeräumt, dass ihr durch die Spekulationsgeschäfte ein Schaden von mindestens 243 Millionen Euro entstanden ist. In dem Aufsichtsrat nahestehenden Kreisen hatte es geheißen, zum Halbjahr könne sich der Schaden auf über 500 Millionen Euro summieren.
Da andere Geschäfte im Eigenhandel aber Gewinne abgeworfen hätten, solle sich der Verlust der Bank in dem Segment auf weniger als 500 Millionen Euro belaufen. Auch die Finanzaufsicht BaFin prüft die Vorgänge bei der WestLB.
Finanzminister Helmut Linssen hatte bereits weitere Konsequenzen nach der Vorlage des BaFin-Berichts nicht ausgeschlossen. Dieser soll nach Angaben der Behörde Ende September vorliegen. Durch die Ermittlungen dürfte sich der Druck auf den WestLB-Vorstand erhöhen.
Die Zukunft des Instituts ist zudem offen. Das Land will sich von seinem rund 38prozentigen Anteil an der WestLB trennen. Die Sparkassen als größter Eigner treten für ein Zusammengehen mit der LBBW ein. Die Landesregierung hatte hier aber bislang auf die Bremse getreten und erklärt, sie prüfe auch andere Optionen.
Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Ermittlungen gegen die WestLB-Manager bereits vor Wochen aufgenommen, sagte Neukirchen weiter. Die Einleitungsverfügung sei am 17. August ergangen. Bei den Ermittlungen solle geprüft werden, ob die amtierenden und ehemaligen WestLB-Vorstände ihre Informationspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat verletzt haben.
RWE wollte sich wie die WestLB nicht zu den Ermittlungen äußern. RWE hatte stets darauf verwiesen, dass Fischer bis 2011 gewählt sei und es sich um eine Angelegenheit des Aufsichtsrates handele, nachdem im Zuge seines Rücktritts bei der WestLB Fragen nach seiner Zukunft bei RWE aufgekommen waren.
Das RWE-Gremium soll das nächste Mal am 20. September zusammentreten. Dabei dürfte es neben dem Zeitplan für den Übergang an der Konzernspitze nun auch um die Personalie Fischer gehen.
Unter dessen Führung hatte der Aufsichtsrat im Februar den Vertrag von RWE-Chef Harry Roels nicht verlängert und stattdessen zum 1. Februar 2008 den Stahlunternehmer Jürgen Großmann als neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt.
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(Reuters)
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Was für 18 Milliarden? Außer von Ihnen habe ich noch nirgends diese Zahl gehört. Mir völlig schleierhaft wie sie da drauf kommen.
zwischen 600 Millionen und 18.000 Millionen (vorläufig) gibt es doch einen kleinen Unterschied.
Einen Schaden von über 600 Mill. würde ich nicht als Lapalie bezeichnen. Der Schaden bei der Sachsen LB dürfte nicht viel größer sein.
wenn man die Leute von der West LB wegen dieser Lapalien verurteilt, müsste man für die Sachsen-Bande die Todesstrafe einführen.
Statt dies nur als skandalon zu sehen, was es auch ist , manifestiert sich darin doch die Krise der Finanzwissenschaft: offensichtlich ist das Prinzip eine sguten Geschäfts - Investireren in eine produktidee und einen Wachstumsmarkt - untergegangen gegenüber irgendwelchen Derivat- und Arbitragegeschäften, also Spekulationen und Schnäppchenjäferei in der Zirkulationssphäre. Bauchlandungen sind die notwenige Folge.
Wenigstens bei den halbstaatlichen Landesbanken hätte man mehr feeling für das volkswirtschaftliche Ganze und ein Denken in einer Produktivität - beruhend auf Ideen, Arbeit, Produkten, Gebrauchswerten - erhofft. Aber nein: hier werden auch profit centers gebildet, Eigengeschäfte gemacht. Daß "Geschäftsbanken" das tun: nun gut. Daß quasi öffentlich-rechtliche Banken, mit letztendlich dem Steuerzahler als Gewährsträger dies tun, ist der wahre Skandal. Zumal sie es offnesichtlich noch schlechter können als die privaten Geschäftsbanken.
Also, zurück zu dem wo diese halböffentlichen Banken herkommen. sie sollen Kreditanfragen von kleinen und mittelständischen Unternehmen prüfen und bewilligen, dabei fördernd wirken und dafür geringere Umsatzrenditen haben. Sie sollen ja nicht die öffentlichen Kassen mit den Beträgen versorgen, die die öffentliche hand durch Unternhemenssteuerreformen verschenken zu müssen glaubt.
Und für alle, die dann noch glauben spekulative "Eigenschäfte" machen zu müssen: Hand ab.
Paging