Fast drei Milliarden Euro Verlust Horrorjahr für RWE

RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath I und II in Grevenbroich-Neurath (Nordrhein-Westfalen).

Mit alter Energieversorgung lässt sich im Zeitalter der Erneuerbaren nur noch schwer Geld verdienen. Der Essener Großkonzern RWE machte 2013 SZ-Informationen zufolge fast drei Milliarden Euro Verlust.

Der Verlust des Energiekonzerns RWE für das vergangene Jahr ist deutlich größer als gedacht. Nach SZ-Informationen beträgt der Nettoverlust etwa 2,8 Milliarden Euro. Die Abschreibungen liegen bei knapp fünf Milliarden Euro.

RWE musste vor allem den Wert seiner konventionellen Kraftwerke stark nach unten korrigieren, die wegen des Booms der erneuerbaren Energien immer seltener am Netz sind. Mit seinen Gas- und Steinkohlekraftwerke verdient der Konzern aus Essen kaum noch Geld oder schreibt sogar rote Zahlen. Eine RWE-Sprecherin wollte sich zunächst nicht zu den Berichten äußern. Am kommenden Dienstag wird Vorstandschef Peter Terium die Zahlen der Öffentlichkeit vorstellen.

Viele Jahre zählte die Stromerzeugung zu den wichtigsten Gewinnbringern der gesamten Branche. Bei seinen derzeit laufenden konventionellen Kraftwerken hatte RWE ursprünglich Einnahmen von rund 50 Euro pro Megawattstunde einkalkuliert. Tatsächlich bringen die üblichen Terminkontrakte für 2014/2015 aber nur rund 35 Euro, weil die stark gewachsenen Erneuerbaren Energien mit Macht auf den Markt und die Preise drücken. Terium hatte Ende vergangenen Jahres bereits vom "Tal der Tränen" für sein Unternehmen gesprochen.

Die Berichte über Milliardenverluste haben den Aktionären im frühen Handel allerdings wenig Angst gemacht. Die Aktien des Versorgers büßten kurz nach Börsenstart 0,03 Prozent ein auf 28,930 Euro und präsentierten sich damit sogar besser als die Papiere des Branchenkollegen Eon. Ein Händler sagte: "Wir haben angesichts der hohen Sonderbelastungen bereits mit einem Verlust von über zwei Milliarden Euro gerechnet."