SZ: Ihre Firma produziert alle Geräte in der Nähe von Nürnberg. Wie lange können Sie sich das bei der Billigkonkurrenz aus Asien noch leisten?
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Kotzbauer: Wir werden auch künftig in Zirndorf produzieren. Das geht, weil wir uns auf keine Preisschlachten einlassen. Würden wir das tun, wäre der Standort Deutschland nicht mehr tragbar.
SZ: Made in Germany steht zwar auf den Fernsehern. Aber das Gros der Materialien kommt doch aus Asien, oder?
Kotzbauer: Wir fertigen natürlich keine Bauteile wie Chips oder das Display. Aber wir wählen jedes Bauteil aus, kombinieren und verarbeiten es mit unserem Wissen. Viele Komponenten gibt es nur noch in Asien, doch Qualität beginnt mit der Auswahl der Lieferanten. Manches, wie zum Beispiel ein Netzteil, wird nach unseren Vorgaben gefertigt. Wir kleben eben nicht nur unser Logo drauf.
SZ: Zur Funkausstellung zeigt Metz einen TV, der weiß, ob das Garagentor offen steht. Andere Hersteller bringen Geräte mit Funkverbindung zum Internet oder Festplatten. Wo soll das hinführen?
Kotzbauer: Internet auf dem Fernseher erfährt gerade die dritte oder vierte Wiedergeburt. Für uns bleibt das Gerät der Mittelpunkt des häuslichen Lebens. Wir führen solche Technologien erst ein, wenn sie ausgereift sind und einfach zu bedienen. Unsere Kunden hätten kein Verständnis, wenn bei ihrem Metz-TV etwas nicht richtig funktionieren würde. Bild und Ton stehen im Vordergrund - erst dann folgen weitere Funktionen.
SZ: Surfen im Netz, Anschauen von Urlaubsbildern oder Einschalten der Alarmanlage über den Fernseher. Können Sie das noch bedienen?
Metz: Ich habe viel zu wenig Zeit zum Fernsehen und benutze bei weitem nicht alle Funktionen. Aber wenn mir meine Freundinnen erzählen, was die alles mit dem TV machen, staune ich schon.
SZ: Wie stark sind Sie denn bei Metz noch im Tagesgeschäft engagiert?
Metz: Soll ich das in Prozenten ausdrücken? Manchmal mehr, manchmal weniger - den operativen Betrieb leiten meine zwei Geschäftsführer. Beide arbeiten eng zusammen, deshalb habe ich mein früheres Büro geräumt ...
Kotzbauer: ... und ein neues bezogen.
Metz: Ja, jetzt sitze ich einige Meter weiter. Habe aber noch alles im Auge.
SZ: Mit 84 sind die meisten Ihrer Altersgenossen schon Jahre daheim.
Metz: Das ist hier so etwas wie mein zweites Zuhause. Ich bin so lange im Betrieb, habe die Firma mit meinem Mann aufgebaut, sie ihm zuliebe und für die Kunden und Mitarbeiter fortgeführt.
SZ: Wie ist es, Herr Kotzbauer, täglich das Geld von Frau Metz auszugeben?
Kotzbauer: Jeder weiß, das Unternehmen gehört Frau Metz. Das schafft ein besonderes Vertrauensverhältnis. Frau Metz strömt Menschlichkeit aus und prägt damit die Unternehmenskultur. Außerdem haben sie und ihr Mann immer Wert auf flache Hierarchien gelegt. Das soll nicht den Anschein von absoluter Friedfertigkeit erwecken, auch wir müssen wirtschaftlich arbeiten - aber der Rahmen ist gut. In erfolgreichen wie auch in schwierigen Zeiten kann man in Ruhe arbeiten.
SZ: Haben Sie Vertrauen in das, was Herr Kotzbauer mit Ihrem Geld macht?
Metz: (lacht) Ja, umfassendes - sonst hätte ich mein Zimmer nicht geräumt.
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(SZ vom 27.08.2009/gits/tob)
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... bei denen der alte Metz-Slogan aus den 70er Jahren im Hinblick auf die Arbeitsplätze wieder hochaktuell ist: "Metz mechert iich aa!"