Den Quandt-Preis an den NDR-Film zu verleihen, wäre wohl zuviel verlangt gewesen. Allerdings haben sich mittlerweile drei Mitglieder, alles angesehene Journalisten, aus dem Kuratorium zurückgezogen und der Familie nahegelegt, den Preis während der drei Jahre nicht zu verleihen, die der Historiker Joachim Scholtyseck brauchen soll, um die Verstrickung der Quandt-Familie ins Nazi-Regime aufzuklären.
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Auch das war zuviel verlangt. In einer Rede zur jüngsten Preisverleihung hat Stefan Quandt, der Sohn von Herbert Quandts Witwe Johanna, im hartnäckigen Schweigen einen taktischen Fehler erkannt und mit der Verteidigung begonnen.
Mit einem erstaunlichen Hochmut erklärt er, als "betroffene Familie" wolle man sich nicht damit abfinden, "dass ein einziger kritischer Beitrag für drei Jahre die öffentliche Meinungsbildung dominiert". Das "Dritte Reich" sei eine "Zeit ohne Meinungs- und Handlungsfreiheit gewesen", sagt der 1966 geborene Stefan. Damit hat er natürlich Recht, wenn er damit auch nichts anderes leistet, als das dröhnende Schweigen zu verlängern.
Schwierige Vergangenheit
Herbert Quandt wurde, obwohl er mit seiner "Accumulatoren-Fabrik AG" (AVA) kriegswichtige Leistungen erbracht hat, von der Spruchkammer als "Mitläufer" eingestuft und durfte sich weiter der Vermögensmehrung widmen, im besten Einklang mit der Wirtschaftspolitik der Nachkriegsjahre.
Mit dem kriegswichtigen Einsatz war es für die Quandts zwar vorläufig vorbei, das musste sie aber nicht daran hindern, Friedensdividende zu kassieren. 1959 übernahm die Familie die notleidenden Bayerischen Motoren-Werke und gilt seither als Retter von BMW. Annähernd die Hälfte der Firma ist heute im Besitz der Familie, die auf zwanzig Milliarden Euro Vermögen geschätzt wird.
Stefan Quandt äußert sein Bedauern für die Menschen, "denen Zwangsarbeit und Unterdrückung widerfahren" ist, doch sieht er den Zusammenhang mit der Lebensleistung seines Vaters offenbar noch immer nicht. Zwangsarbeiter waren daran zwar nicht mehr beteiligt, doch hatten sie unfreiwillig für den bei einer Investition wie dem Kauf von BMW erforderlichen Kapitalstock gesorgt.
Deutlicher hat sich Stefans Halbbruder Sven Quandt geäußert, der dem NDR ganz offen die Wahrheit gesagt hat, oder jedenfalls die Wahrheit, mit der die Familie leben konnte.
Die Beschäftigung mit der Vergangenheit "hilft Deutschland wahrscheinlich nicht weiter". Den Quandts fällt es noch immer schwer, zwischen ihrer Familie und Deutschland zu unterscheiden.
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(SZ vom 02./03.08.2008/jpm/mel)
dann haben eine ganze Menge Leute die Nationalsozialisten gewählt. Einige wenige waren nicht in der Partei und haben dafür teilweise ganz kräftig bezahlt.
Eine ganze Menge Leute haben von den Nationalsozialisten profitiert. Zwangsarbeiter zu beschäftigen, war nicht verboten. Auch der so nun gepriesen Herr Schindler hat es getan. Er wird zur Ikone stilisiert.
Keiner bestreitet das Unrecht an den Zwangsarbeitern! Es allerdings an einer Familie festzumachen ist doch ein wenig armselig.
Der eigentliche Skandal ist, dass eine Entschädigung für die Zwangsarbeiter erst in den 90ziger Jahren geleistet wurde, wovon 75% der Staat geleistet hat und nicht die Industrie.
Damit will ich die Familie Quandt nicht von ihrer Verantwortung freisprechen, aber man soll doch bitte nicht so tun als ob sie alleine für all das Unrecht verantwortlich war.