Die Familie Quandt gilt als sehr verschwiegen. Nun hat sich Stefan Quandt zur NS-Vergangenheit seiner Familie geäußert - ohne viel zu sagen.
Vor ein paar Wochen wurde sie wieder erzählt, die Gründungslegende der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist zu schön, um wahr zu sein, aber bitte: Danach war aller Anfang schwer, aber für alle gleich.
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"Tiefes Bedauern für das Schicksal der Zwangsarbeiter": Stefan Quandt (links) gemeinsam mit Johanna Quandt. Im Hintergrund BMW-Aufsichtsrat Millberg. (© Foto: ddp)
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Jeder (West-)Deutsche erhielt am 20. Juni 1948 ein "Kopfgeld" von vierzig Deutschen Mark, speiste sie sogleich in den Geld- und Warenkreislauf ein und begründete damit das Wirtschaftswunder, dem wir alle unseren Wohlstand verdanken.
Fließender Übergang
Ganz so demokratisch oder gar sozialistisch, wie die fromme Legende berichtet, ging es nach dem Zweiten Weltkrieg leider nicht zu. Die Westmächte hatten ein Einsehen mit ihrem Schützling, der aus drei Zonen zusammengefügten Bundesrepublik, päppelten sie mit dem Marshall-Plan auf und beendeten die Demontage der Industrieanlagen.
Die meisten der zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Wirtschaftsführer, die mit ihren Unternehmen den deutschen Eroberungskrieg unterstützt und nicht wenig davon profitiert hatten, wurden vorzeitig freigelassen und erhielten Vermögen und Anlagen zurück.
Wer im Reich der Nazionalsozialisten erfolgreich war, musste in der Bundesrepublik keineswegs darben: die Familien Sachs, Krupp, Finck oder Quandt haben das zwar immer gern bestritten, aber es ist die schlichte ökonomische Wahrheit: Ohne die rasch rehabilitierten "Wehrwirtschaftsführer" hätte es kein Wirtschaftswunder gegeben.
Lange brauchten sie, ehe sie sich zu dieser lukrativen Machtteilhabe bekannten. In seinem Buch "Die Quandts" hatte Rüdiger Jungbluth bereits 2002 dargestellt, dass es kein Nachteil sein musste, wenn die geschiedene Frau Herbert Quandts sich 1931 als neuen Gatten einen Mann erwählte, der die nationalsozialistische Ideologie als Propagandaminister verkaufte.
Erst die Dokumentation "Das Schweigen der Quandts", die im vergangenen Herbst im Fernsehen lief, veranlasste die Familie dazu, ihrerseits einen Historiker zu engagieren, der die Geschichte der Familie und ihrer mehr oder weniger großen Systemnähe erforschen soll.
Ärger um Medien-Preis
Ein Kuratorium, das aus Vertretern der Familie und verschiedenen Journalisten zusammensetzt, vergibt jedes Jahr "im Gedenken an die Persönlichkeit und die unternehmerische Lebensleistung von Herbert Quandt" den Herbert-Quandt-Medien-Preis. Dass dessen Lebensleistung zu einem nicht unerheblichen Teil auf der Ausbeutung von Zwangsarbeitern bestand, hat die Familie bis vor kurzem nicht weiter gestört.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie sich die Familie Quandt heute zu ihrer Vergangenheit äußert.
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Umstrittenes Anti-Piraterie-Abkommen
dann haben eine ganze Menge Leute die Nationalsozialisten gewählt. Einige wenige waren nicht in der Partei und haben dafür teilweise ganz kräftig bezahlt.
Eine ganze Menge Leute haben von den Nationalsozialisten profitiert. Zwangsarbeiter zu beschäftigen, war nicht verboten. Auch der so nun gepriesen Herr Schindler hat es getan. Er wird zur Ikone stilisiert.
Keiner bestreitet das Unrecht an den Zwangsarbeitern! Es allerdings an einer Familie festzumachen ist doch ein wenig armselig.
Der eigentliche Skandal ist, dass eine Entschädigung für die Zwangsarbeiter erst in den 90ziger Jahren geleistet wurde, wovon 75% der Staat geleistet hat und nicht die Industrie.
Damit will ich die Familie Quandt nicht von ihrer Verantwortung freisprechen, aber man soll doch bitte nicht so tun als ob sie alleine für all das Unrecht verantwortlich war.