Charitea, Lemonaid - der Erfolg von Bionade produziert Nachfolger. Nach dem Motto "öko war gestern, öko-sozial ist heute" verkaufen ein Ex-Entwicklungshelfer und ein früherer Werber aus St. Pauli fair gehandelte Limonade. Und wollen damit nicht nur Geld verdienen.
Es hatte so gut ausgesehen. Zumindest aus der Ferne. Dann flog Paul Bethke selbst nach Sri Lanka, um sich ein Bild zu machen. Er fuhr in die Berge, wo auf endlos weiten Feldern der Tee für den Export angepflanzt wird. Bethke ließ sich von hier aus grünen Tee nach Hamburg schicken. Von einer Kooperative, die Arbeitern höhere Löhne zahlt und "Fair-trade"-zertifiziert ist. Aber die Farm enttäuschte Bethke. "Die setzten ihr Geld nicht sinnvoll für die Gemeinschaft ein", sagt er. Weshalb er den Auftrag lieber an eine benachbarte Kooperative vergab. Eine, die ein Altenheim hat, einen Kindergarten und anständige Unterkünfte. "Die Teepflücker haben hier Häuser statt Hühnerställe."
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Lemonaid-Gründer Jakob Berndt, Paul Bethke (re.): Trinken hilft (© engerfoto.de)
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Der Wechsel kam teuer. Er müsse der zweiten Kooperative deutlich mehr Geld bezahlen, erzählt der 30-Jährige. Was für viele Unternehmer ein guter Grund wäre, anderswo einzukaufen. Nicht so für Bethke. Im März 2009 hat er mit seinem Schulfreund Jakob Berndt, 30, eine etwas andere Getränkefirma gegründet. Nun sitzen die beiden in verwaschenen Jeans und Turnschuhen im Hamburger Stadtteil St. Pauli in einer ehemaligen Fabrik, die ihnen als Büro dient, und erzählen ihre Geschichte: Seit zwei Jahren verkaufen sie fünf Sorten Eistee und Limonade mit so hübschen Wohltäter-Namen wie "Charitea" und "Lemonaid".
Das klingt nicht nur sozial, sondern ist es auch. "Trinken hilft", heißt der Leitspruch der Gründer. Denn sie wollen nicht nur Kohle machen, sie wollen auch die Welt verbessern. Deshalb verwenden sie nur Zutaten aus biologischem Anbau, die fair gehandelt werden. Von jeder verkauften Flasche fließen zudem fünf Cent in gemeinnützige Projekte. "Wir sind angetreten, ein sozial gerecht gefertigtes Produkt herzustellen", sagt Berndt.
Öko war gestern, öko-sozial ist heute
Das trifft einen Nerv. Mehr Menschen denn je suchten nach einem nachhaltigen Lebensstil und änderten ihr Kaufverhalten, glaubt Christoph Harrach von der Gesellschaft Karmakonsum. "Konsum ist für viele ein erster einfacher Weg, sinnvoller zu leben", sagt der Trendforscher. Das gilt auch für Limonade. Vorgemacht hat es die Bionade in den neunziger Jahren. Die Bio-Brause aus der Rhön hatte erfolgreich auf chemiefreie Inhalte und Retrodesign gesetzt. "Bionade hat den Markt für Ökogetränke geöffnet", sagt Harrach. Inzwischen aber finde ein Wandel statt. Vielen Menschen werde fairer Handel wichtiger. Nach dem Motto: Öko war gestern, öko-sozial ist heute.
Doch wie erfindet man eine gerechte Brause, eine Anti-Kapitalisten-Cola? Einen nachhaltigen Softdrink, der nicht nach Reformhaus aussieht. Der so hipp ist, dass die jungen Städter in Szenevierteln wie Prenzlauer Berg, Münchner Glockenbach oder Hamburger Schanze ihn an der Bar verlangen und dafür mehr bezahlen als für all die anderen Mixgetränke. Denn genau das hat die Lemonaid Beverages GmbH in nur wenigen Monaten geschafft. Obwohl eine Flasche Lemonaid oder Charitea bis zu zwei Euro im Geschäft kostet und bis zu 3,20 Euro in der Gastronomie.
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............ aus denen die Getränke entstehen, müssen importiert werden, sie sind also entsprechend teuer, die Herstellung nimmt auch entsprechend Zeit in Anspruch, sie haben ja nun keine Fabrik die voll automatisiert ist - insofern sind 5 Ct pro verkaufter Flasche für die Dritte Welt viel Geld.
Wenn wir Fair Trade-Waren verkaufen, dann sind sie auch nur ein bisschen teurer, d.h., die paar Cent, die wir verteuern, gehen auch in die Dritte Welt. Die Waren sind schon in sich sehr teuer - vergleichsweise, falls man nicht wie Tengelmann et al. Massen davon einkauft -, da sie eben über die zugelassenen Fair Trade-Händler importiert werden. Da kostet eine Tafel Schokolade € 2,50, Espresso, 250 g, € 4,50, 250 gr Kaffee kosten € 4.--, die Preise der importierten Waren sind ganz einfach wesentlich höher - das ist ja Sinn der ganzen Sache, dass nämlich die Arbeiter, z.B. Teepflücker usw. nicht ausgebeutet werden und ihre Familie kaum ernähren können, sondern dass sie so viel für ihre Arbeit bekommen, dass sie einigermaßen damit überleben können.
Das ist der Hintergrund von Fair Trade!
gut. Werde gleich mal nach dem Getränk Ausschau halten... Aber ich ärger mich sehr über diese ewigen Nörgler hier, die jeden Artikel aufgrund des Schreibstils oder des angeblich irrelevanten Inhalts verreißen müssen...
Zweieinhalb Prozent sind es also schon wert hier eine Lobgeschichte zu bekommen?