Es lebe der pflegeleichte Kunde, der seine Tickets im Internet kauft und dazu auch noch höhere Preise klaglos hinnimmt. Und all das nur, weil Bahnchef Mehdorn an die Börse strebt.
Eiligen Zugreisenden bietet die Deutsche Bahn einen angenehmen Service: Sie können ihr Ticket beim Schaffner kaufen. Kostet allerdings zehn Prozent mehr. Wer Zeit hat, kann seinen Fahrschein im Reisezentrum erwerben. Dafür muss er demnächst aber einen Bedienzuschlag von 2,50 Euro zahlen. Das ist, neben neuen Fahrpreiserhöhungen, die jüngste Nachricht von der Bahn.
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Bahnchef Mehdorn: Mit Vollgas in Richtung Börse. (© Foto: dpa)
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Als Nächstes könnte die Meldung kommen, dass etliche Reisezentren geschlossen werden, weil der Betrieb sich nicht mehr rechnet.
Denn vermutlich werden bald nur noch jene Menschen an den Schalter gehen, die mit dem - gebührenfreien - Kauf am Automaten nicht zurechtkommen. Alte, hilfebedürftige Kunden etwa.
Rückenwind für Skeptiker
Doch auf die Hilfsbedürftigkeit ihrer Fahrgäste kann die Bahn keine Rücksicht mehr nehmen. Das ist zumindest das Signal, das der Konzern mit der neuen Preiserhöhung kurz vor seiner Privatisierung sendet. Bahnchef Hartmut Mehdorn bestärkt damit all jene Skeptiker, die schon immer befürchtet haben, der Börsengang des Unternehmens solle nur Mehdorns persönlichen Ruhm und den Ertrag der Aktionäre mehren, nicht aber den Kunden nutzen.
Es ist unklug von Mehdorn, dass er diese Skepsis ignoriert und trotzdem höhere Preise für Fahrscheine und Bahncards ankündigt. Da mögen sich noch so gute Begründungen für die Verteuerung finden lassen, die gestiegenen Kosten für Energie etwa oder die höheren Gehälter für die Lokführer.
Doch es lassen sich eben auch Gründe finden, warum die Bahn auf diesen Schritt hätte verzichten können. Zum Beispiel jener, dass der Gewinn der Bahn in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um zehn Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen ist.
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(SZ vom 30./31.08.2008/tob)
Dieser Gernegroß Mehdorn ist total daneben. Warum bekommt er immer wieder Narrenfreiheit von der Bundesregierung gewährt?
Wenn die Bahnkunden und Verbraucherverbände keinen gehörigen Druck gemacht und geschwiegen hätten, wäre der Napoleon der deutschen Verkehrsinfrastruktur auch hier wieder problemlos ans Zeil gelangt. Verkehrsminister Tiefensee und die Kanzlerin müsen sich fragen lassen, warum sie Oberabzocker noch nicht aufs Altenteil geschickt haben.
Ahsooo, der hat einen Langzeit-Vertrag und ist faktiach unkündbar?
Na, dafür müßten eigentlich auch Frau Merkel und Herr Tiefensee ihren Hut nehmen.
...ende august kam es in deutschland zu katastrophalen verspätungen. ich habe daher einen gutschein in höhe von ca 10 euro bekommen. dieser ist ein jahr gültig und wird mir auf mein nächstes ticket angerechnet.
kaum vorstellbar, dass der ticketautomat diesen verwerten kann. ergo, ich muss zum schalter. durch den service-aufschlag verringert sich mein gutschein dadurch automatisch um 2,50euro?
klingt komisch, oder?
Mehdorn ist der Geschäftsführer der Bahn, nicht aber der Inhaber.
Und der Inhaber sagt bekanntlich seinem Geschäftsführer, was er machen soll:
Soviel Gewinn wie nur irgendwie möglich.
Und als Weisungsgebundener setzt er die Vorgabe um oder fliegt raus.
So einfach ist das in der harten Realität in der freien Wirtschaft, und da will die Bahn ja hingeführt werden. Entlassen in die rauhe Wirklichkeit.
Erinnern wir uns. Was war die letzte große Privatisierung eines Staatsunternehmens: Richtig: Die Telekom. Und schon klingelt's im Ohr.
Wer selbst nicht dabei war kennt aus dem Bekanntenkreis oder aus der Familie, wie hoch die Telekom stieg, um dann ins bodenlose abzustürzen.
Der Bundesfinanzminister will im Sinne seines eigenen ihm innewohnenden Ehrgeizes sowie im Auftrag seiner Chefin, der Bundes Angela, so richtig Kasse machen, wie es der Eichel damals machen konnte.
Und der geschickte Hans hat die Telekom zweimal verkauft.
Erst die Aktien und dan it Ron Sommer im Schlepptau die milliardenschweren UMTS lizenzen. 100 MRD hat der geschickte ans damals für`s Staatssäckel eingestrichen. Rekord!
Und wer zahlt es. Richtig. Wir alle mit unseren Gebühren für`s telefonieren.
Wenn Sie so wollen, eine verdeckte Steuer.
Und wer ist der größte Nutznieser unseres aufgeblähten Staatsapparates?
Richtig: Der aktive und pensionierte Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, meint hier die Beamten, Politiker usw.
Ich nenne das fortgsetzte Auszehrungspolitik zu Lasten der mitlleren und kleinen Einkommen.
In Bayern warten wichtige Landtagswahlen. Hoffentlich werden in Bayern die Uhren richtig gestellt.
Herzliche Grüße
Rainer
Hier wird - wiedereinmal - das Monopol der Deutschen Bahn schamlos ausgenutzt. Und was sagt dazu der (Noch-)Mehrheitseigner, die Bundesregierung, "im Auftrag des Volkes"? Nichts! - Im Gegenteil: Sie will ja vom beabsichtigten Börsengang der Bahn profitieren. Sie oder das Volk?
Das Volk braucht sich nicht zu wundern, wenn es sich das von den Politikern, den regierenden, gefallen läßt, denn wenn ersteinmal die Bahn vollends privatisiert ist (wobei deren künftige Eigner ja nur für den laufenden Betrieb aufkommen müssen), dann könnten nicht einmal mehr die Politiker, die jeweils regierenden, einen möglichen Einfluß zum Wohle des Volkes (und hier insbesondere des ärmeren Teiles) geltend machen - selbst wenn sie denn dann wollten.
Jetzt besteht noch eine geringe Chance, Volkes Zorn Luft zu machen und Geltung zu verschaffen: Die nächsten Wahlen! - Danach ist alles zu spät und der Willkür der Bahn unbremsbar Tor und Tür geöffnet. Deshalb, für dumm Verkaufte: Nutzt sie!
Hier wird verschiedentlich über den Markt und die Konkurrenzsituation der Bahn festgetellt,diese befände sich in Konkurrenz zum Auto und Flugzeug.
Das ist nur sehr begrenzt zutreffend.Man scheint die Situation während des Bahmstreiks vergessen zu haben,als aud deutschen Straßen nichts mehr ging.
Und so viel Flugzeuge,welcher Preisklasse auch immer,kann man gar nicht am Himmel plazieren,um der Bahn ernsthaft gefährlich zu werden.
Sie befindet sich in einer Monopolstellung,hat riesige Gewinne (nicht Umsatz)erwirtschaftet und Mehdorn ist sich dessen sehr wohl bewusst.
Mangels einer wirlkichen Alternative werden die Menschen weiter Bahn fahren,und M. (und sein politischer Assistent Tiefensee) können dem Investorenmarkt ein äußerst profitables Unternehmen anbieten.
Es ist richtig,dass die Bahn nie hätte privatisiert werden dürfen.Wer daran Zweifel hegt ,wird von Mr.Market himself,Guido Westerwelle , eines besseren belehrt,der fordert,die Regierung müsse gefälligst die Servicegebühr zurücknehmen,mit Rücksicht auf die Alten und so.
Soziale Gesichtspunkte bei der Anwendung von Marktregeln? Es wird doch noch gar nicht gewählt,was ist los?
Paging