Chinas Wirtschaft boomt und eine kaufkräftige Mittelschicht entsteht. Da kommen den Sponsoren die Olympischen Spiele gerade recht, um neue Konsumenten zu gewinnen.
Goldgrube China - und das nicht nur für die besten Sportler, sondern auch für die Sponsoren der Olympischen Spiele. Zumindest erhoffen diese sich das so.
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Ein kleiner Junge posiert vor einem Bild des chinesischen Leichtathleten Liu Xiang, dessen überraschendes Ausscheiden wenig erfreulich für seine Sponsoren war. (© Foto: dpa)
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Bei 1,3 Milliarden Einwohnern der aufstrebenden Wirtschaftsnation liegt der Wunsch der Unternehmen, diesen riesigen und bisher noch weitgehend unbesetzten Markt zu erobern, nah. Besonders die neue chinesische Mittelklasse birgt ein enormes Potenzial an Kaufkraft und den Sponsoren liegt viel daran, sie als neue Konsumenten zu gewinnen.
Möglich gemacht wird ihnen das durch ein weltweites Sponsorenprogramm - The Olympic Partners Programme (TOP) -, das 1985 vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingeführt wurde. Für jeweils vier Jahre erhalten die Sponsoren exklusive und weltweite Werberechte für die Olympischen Spiele. Aus diesem Programm generiert das IOC rund 40 Prozent seiner Einnahmen. Dafür verspricht es den Sponsoren auf seiner Homepage "alle zwei Jahre für je zwei Wochen die Aufmerksamkeit von Milliarden Zuschauern in über 200 Ländern und eine der effektivsten Marketing-Plattformen der Welt".
Höchste Sponsoring-Einnahmen aller Zeiten
Bei diesen Spielen in Peking, gekoppelt mit den letzten Winterspielen in Turin, sind die Einnahmen des IOC aus der Lizenzvergabe für Sponsoring so hoch wie nie. 866 Millionen Dollar verlangt es insgesamt von seinen zwölf Sponsoren. Vor zehn Jahren zahlten die damals neun Olympic Partners lediglich 96 Millionen Dollar für die Werberechte für die Winterspiele in Calgary und die Sommerspiele in Seoul.
Dazu kommen für die Unternehmen ebenso hohe, wenn nicht sogar noch mehr Kosten für die Vermarktung ihrer Produkte: aufwendig produzierte Fernsehwerbespots, die Bestückung zahlreicher Werbetafeln im ganzen Land sowie weitere außergewöhnliche Ausgaben, wie zum Beispiel für die Eröffnung des bislang weltgrößten Adidas-Shops in Peking.
Darüber hinaus müssen die Sponsoren noch die Aufwendungen für die Produkte, die sie den Veranstaltern, Besuchern und Sportlern unentgeltlich zu Verfügung stellen, zu ihren Kosten hinzuzählen: Computer, Drucker, Notebooks und Server des chinesischen Computerherstellers Lenovo und des französischen IT-Unternehmens Atos Origin, Zahnpflegeartikel und Kontaktlinsenzubehör des Hygieneartikelherstellers Johnson & Johnson, Essen und Getränke von McDonald's und natürlich die Sportbekleidung und -schuhe von Adidas, um nur einige der Sponsorenprodukte, die für den Ablauf der Spiele unabdingbar geworden sind, zu nennen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, mit welchen Problemen die Sponsoren konfrontiert werden.
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China ist es gelungen, in wenigen Jahren eine massive Mittelklasse von Millionen von Menschen zu bilden. Im Gegensatz hierzu hat Deutschland im letzten Jahrhundert durch Kriege, Revolution und Inflation sein Bürgertum systematisch vernichtet. Wie die neuesten Statistiken deutlich zeigen, verteilen sich 63% des Reichtums bei uns auf ganz wenige Familien -- das heißt, es gibt nur noch Neureiche und Sonstige.