Facebook-Gründer startet Werbetour für Investoren Zuckerberg zum Anfassen

Der Börsenstart von Facebook steht kurz bevor, Gründer Zuckerberg macht das Werben um Aktienkäufer zur Chefsache: Im Kapuzenpulli tritt er zum Start der Roadshow vor die Anzugträger der Wall Street. Nach den zuletzt schlechten Zahlen will Zuckerberg potentiellen Investoren seine Zukunftsvision aufzeigen.

Im schwarzen Kapuzenpulli steigt Mark Zuckerberg aus dem Geländewagen. Jeans und Sneakers, der milliardenschwere Facebook-Gründer tritt im legeren Outfit vor die Anzugträger der Wall Street, deren Geld er will. Demonstrativ locker lächelt er in die Kameras, während ihn seine Sicherheitsleute den Weg ins Innere des Sheraton Hotels in Midtown Manhattan leiten.

Ganz so entspannt wie seine Klamotten es vermuten lassen, ist der 27-Jährige dann aber wohl doch nicht. Zuckerbergs Gesicht verrät Anspannung. Dazu hat er, der bald Multimillardär werden wird, auch allen Grund: Für den 18. Mai ist der Börsengang von Facebook geplant - der größte, den ein Internetunternehmen je avisiert hat.

Zuckerberg lässt es sich daher auch nicht nehmen, im Vorfeld höchstpersönlich um das Geld der Investoren zu werben. Erste Station der Roadshow ist New York. Ganz in der Nähe des Times Square versucht der Facebook-Gründer, potentiellen Investoren den Kauf der eigenen Aktien schmackhaft zu machen. Begleitet wird er von Finanzchef David Ebersman und der für das Tagesgeschäft zuständigen Sheryl Sandberg. Im Gegensatz zu ihrem Chef tragen die beiden Business-Kluft.

Als Preisziel für den Börsenstart hat das soziale Netzwerk 28 bis 35 Dollar pro Aktie ausgegeben. Sollten die Papiere am obersten Ende der Spanne gehandelt werden, wäre Facebook damit mit 96 Milliarden Dollar an der Börse bewertet. Fast zwölf Milliarden Dollar will Zuckerberg in einem ersten Schritt einsammeln.

Doch der Hype um die Facebook-Aktien hat schon vor dem Börsengang einen ersten Dämpfer erfahren: Umsatz und Gewinn sind zuletzt zurückgegangen, zeigt der aktualisierte Börsenprospekt. Zuckerberg hat die Roadshow vor dem Börsenstart zur Chefsache gemacht. In einem dreißigminütigen Werbefilm, der am Wochenende veröffentlicht wurde, präsentiert er seine Vision von der Zukunft des sozialen Netzwerks.

In den kommenden Tagen will die Facebook-Führungsriege Anleger auch in Chicago, Boston und San Francisco davon überzeugen, dass in Zukunft mit kräftigem Gewinn- und Umsatzwachstum zu rechnen ist. Die etwa zweistündige Präsentation in New York beschrieben einige Zuhörer als recht routiniert. Zuckerberg hätte über die Zukunft des Unternehmens in China und auch den spektakulären Kauf des Bilderdienstes Instagram gesprochen. "Ich würde es wieder tun", kommentierte er den umstrittenen Milliardendeal.

Als "sympathisch und freundlich" beschrieb ein Fond-Manager den Auftritt Zuckerbergs. Ein anderer Investor hatte von vornherein keine allzu hohen Erwartungen an die Veranstaltung. Er würde ohnehin keine Informationen erwarten, die nicht schon bekannt seien. Er wolle nur die Show genießen und etwas zu Mittag essen. Es gab Salat und Hühnchen.