Lizenz zum Gelddrucken: Kreditinstitute werden sich bei der Europäischen Zentralbank bald günstig mit Geld eindecken, bis zu eine Billion Euro könnten es werden. Den Instituten winken Profitmargen von bis zu 500 Prozent, das Ausfallrisiko trägt am Ende der Steuerzahler.
Man könnte als hart arbeitender Bürger glatt neidisch werden, wenn man sieht, wie leicht es den siechenden europäischen Banken gemacht wird, massiv und ohne Risiko Geld zu scheffeln. Basis der hoch profitablen Geschäfte sind billige Kredite der Notenbank.
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Die Lizenz zum Gelddrucken hat eigentlich die Bundesdruckerei. (© AP)
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Am 29. Februar ist es wieder so weit, dann dürfen die Kreditinstitute bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ihren Kapitalbedarf anmelden. Dieses unwiderstehliche Angebot ist wörtlich zu nehmen. Bankmanager tragen an diesem Schalttag den gewünschten Betrag in das Online-Formular der Notenbank ein - und genau diese Summe wird überwiesen. Zinssatz: ein Prozent. Laufzeit: drei Jahre. Bedingung: Es müssen Wertpapiere als Sicherheit hinterlegt werden, und von denen gibt es genug. Welches Institut kann da schon Nein sagen?
Die erste Kreditauktion wurde vor dem Jahreswechsel am 22. Dezember durchgeführt. Die Banken nahmen sich damals 490 Milliarden Euro. Eine Rekordsumme in der Geschichte der EZB. Am letzten Februartag könnte es noch mehr werden, und zwar bis zu 1000 Milliarden Euro, wie die Financial Times am Dienstag mutmaßte.
Eine Lizenz zum Gelddrucken
Früher galt es als Makel, wenn sich eine Bank in großem Umfang langlaufende Kredite bei der EZB holen musste. Doch mittlerweile ist das Tanken an der Geldzapfsäule im Frankfurter Euro-Tower Usus geworden. Es ist daher gut möglich, dass die Banken ordentlich zulangen. Die Schätzungen in Finanzkreisen liegen jedoch sehr weit auseinander. Einige Beobachter rechnen mit deutlich weniger Nachfrage als im Dezember.
Aus Bankensicht wäre es jedoch geradezu fahrlässig, wenn man sich diese Gelegenheit entgehen ließe. Denn die Billig-Kredite - im Fachjargon Tender genannt - kommen einer Lizenz zum Gelddrucken gleich. Den Banken winken Profitmargen von 500 Prozent und mehr.
Die Rechnung geht so: Eine Bank zahlt für den EZB-Kredit ein Prozent an Zinsen. Sie nimmt das Geld und kauft eine italienische Staatsanleihe. Die wirft derzeit rund sechs Prozent ab. "Das ist geschenktes Geld, die Banken können allein an dem ersten EZB-Kredit in Höhe von 490 Milliarden Kredit rund 50 Milliarden Euro verdienen", sagt Jochen Felsenheimer, Geschäftsführer der Assenagon Credit Management. Der renommierte Finanzprofi beobachtet an den Märkten, dass Banken mit dem billigen Notenbankgeld spekulieren und irische sowie portugiesische Anleihen kaufen. Da seien Renditen von elf Prozent und mehr drin.
Außerdem könnten Banken mit dem Geld eigene Anleihen unter Ausgabepreis zurückkaufen und sich neu über die EZB refinanzieren, so berichten Marktkreise. Daraus ergebe sich ein Gewinn.
Billiges Geld begünstigt gefährliche Blasen
Eigentlich sollen die EZB-Kredite die Verspannungen am Interbankenmarkt auflösen. Institute trauen sich seit Monaten nicht mehr, einander Geld zu leihen. Doch die Lage bessert sich kaum. Banken parken ihr Geld entweder über Nacht bei der EZB oder heizen eine neue Spekulationsblase an. "Die billigen EZB-Kredite führen dazu, dass die Preise für Vermögenswerte steigen, das ist gefährlich", sagt Felsenheimer. Schon nach dem Platzen der Internetblase ab 2000 führte die Geldschwemme der amerikanischen Notenbank Fed dazu, dass sich die Immobilienkrise und überzogene Aktienpreise an den Finanzmärkten aufbauten. Billiges Geld führt in aller Regel zu Fehl-Investitionen.
Die EZB hat seit Mai 2010 rund 220 Milliarden Euro in griechische, italienische und spanische Staatsanleihen gesteckt. Nun sollen die europäischen Banken bei den Staats-Bonds wieder zugreifen, was angesichts der möglichen Gewinnmarge für die Institute attraktiv erscheint. Zumal die EZB und damit der Steuerzahler schlussendlich immer haften würde, wenn etwa italienische Staatspapiere ausfallen sollten.
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(SZ vom 01.02.2012/gie)
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Mit der Zockerei haben die privaten Banken angefangen. Als es zu heiß wurde, haben sie die Risiken an die staatlichen Banken weitergegeben, die bis da hin konservativer gewirtschaftet haben, aber auch gern ein Stück vom Kuchen haben wollten. So ist das mit Schneeballsystemen - den letzten beißen die Hunde. Das beweist, dass die privaten die besseren Zocker sind. Das zeigt aber auch, dass es nötig ist, den Markt zu regulieren, wenn wir schwere Abstürze vermeiden wollen. Märkte neigen dazu, von Zeit zu Zeit in Übertreibungen auszuarten - da regelt sich leider nichts von selbst.
Was nun besser funktioniert - privat oder Staat - ist sehr abhängig von den Rahmenbedingungen und Zielen. Der Staat sollte eher Rahmenbedingungen setzen, die Auswüchse verhindern, und sich ansonsten nicht mit unternehmerischen Dingen belasten. In Gebieten, wo es ums Gemeinwohl geht, sollten dagegen private Unternehmen weniger zugange sein - einseitige Gewinnorientierung schadet da oft, wie man bei der Bahn sieht.
Wegen der Gelder, die von den Banken dann doch nicht in Staatsanleihen gesteckt werden - die Banken wissen sehr genau, wann Schluss ist und das Risiko zu hoch.
Deshalb versucht gerade Frau Merkel, in China Geld locker zu machen. Ich nehme an, die Chinesen sind auch so clever, ihr Geld nicht in Europa zu versenken. Letztlich wird nichts übrig bleiben, als den Staaten direkt Geld zu geben, ohne Umweg über die Banken - oder man lässt sie eben pleite gehen.
Sozialismus oder Kommunismus? Wenn der Staat signifikante Bestandteile der Volkswirtschaft verstaatlicht wird das alles gut machen. Nur zur Erinnerungen, es waren u.a. die staatsgeführten Banken die in der Bankenkrise in Schieflage geraten sind und wer geschichtlich ein wenig beschlagen ist, wird feststellen das der Staat in der Vergangenheit ein sehr schlechter Banker war. Selbst China hat seine Finanzwesen privatisiert und Staaten wo dies nicht der Fall ist gehören wirtschaftlich sicher nicht zu den führen Nationen.
Letzlich hat genau dieses System uns in der Nachkriegszeit zu der führenden Wirtschaftsnation gemacht die wir heute sind. Das bitte ich bei all den Forderungen mal nicht außer acht zu lassen. Forderungen dies oder das zu verstaatlichen sind oberflächlich und opportunistisch - wenn dann die Negativ-Effekte einer solchen Maßnahme tragend würden, würde man dann nicht wieder mit der Foderung kommen alles zu privatisieren? Wie schon im Fall von Post, Bahn, Telekom, Lufthansa u.a. geschehen?
Bezüglich Banken nehmen billiges Geld von der EZB und kaufen dafür hochverzinsliche Staatsanleihen möchte ich mal folgendes hinterfragen: wenn diese Hypothese stimmen würde, warum parken die Banken zu 0.25% in etwa genau den Betrag den die EZB aus dem 3Jahres Tender allokiert hat in deren Einlagenfazilität (heute €472Mrd.).
Kleine Denksportaufgabe:
Wenn der Author dieses Artikels sowie die diverse Schreiberlinge hier recht hätten, dürfte dies doch eigentlich nicht sein, das die so gierigen Banken hier viele hundert Millionen Euro Profit verschenken!
???
Auf Seiten der Banken: Bankraub? Konkursverschleppung? Ausbeuten der Steuerzahler? Ausplündern des Staates? Förderung der Inflation?
Auf Seiten der Regierung: Beihilfe zu Bankraub und Konkursverschleppung? Veruntreuen von Steuergeldern? Herbeiführen einer Inflation = Entwerten aller privaten Ersparnisse? Verletzung des Amtseides:"...zum Wohl der Bundesrepublik Deutschland"....zu handeln?
Weitere Fragen: Warum verleiht die Bundesregierung das Geld nicht direkt an die deutschen Unternehmer und Privatleute zu einem Zinssatz von 1% ohne die Banken dazwischen zu schalten, welche dann 10 % nehmen?
Warum bricht niemand die Macht der Banken?
Warum geht niemand wegen dieser Frechheiten auf die Straße?
Warum hat Frau Merkel angeblich immer noch die höchsten Beliebtheitswerte?
Nach nochmaligem Review meiner Kommentare verstehe nich nach wie vor nicht, warum man mich als Fürsprecher der Banken sieht? Zum einen bin ich das nicht und zum anderen können die das viel besser als ich! Ich plädiere lediglich für eine objektive Betrachtung und das diejenigen welche keinen Einblick in die Tiefe und Breite der Thematik haben, sich vielleicht mit voreiligen Urteilen zurück halten und nicht noch zusätzlich die mittlerweile üblichen Stereotypen befeuern. Die Diskussion hier zeigt wie schwierig es ist liebgewonnene Ansichten und Feindbilder in Frage zu stellen.
Zu der Diskussion "Die EZB soll kaufen" kann ich nur sagen das ich diese Variante von vorne herrein bevorzugt habe. Dies hätte von vorne herein sehr viele Probleme schon in der Entstehungsphase eliminiert, aber da man sich auf europäischer Ebene nicht über die Risikoverteilung eines solchen Portfolios einigen kann wird das leider nix und man wurschtelt halt auf nationaler Ebene weiter.
Die Diskussion hier zeigt aber, das man garnichts anderes glauben möchte als das die Banken sich hier die Taschen vollmachen. Ich verzichte darauf nochmals darzulegen warum diese Hypothese nicht aufgeht weil man nicht akzeptieren möchte was nicht ins eigene Feindbild paßt. Auf meine Frage hier wer denn sonst die diversen Haushaltsdefizite finanzieren soll, kam außer Polemik genau genommen nix!
Abseits der Aufmerksamkeit der hier gelobten Presse wurde in der jüngsten Vergangenheit in einigen Euro-Staaten (Italien, Spanien und Portugal) eine Zwangsanleihe diskutiert. Eine Variante der Haushaltsfinanzierung der ich sehr viel abgewinnen kann und welche historisch auch schon durchgeführt wurde. Schließlich erbringt der Staat für den Bürger jede Menge Leistungen auch wenn dies von all den Nörglern da draußen nicht gesehen wird. Ich selber habe viele Jahre im außereuropäische Ausland gelebt ein weis daher Infrastruktur und Rechtsstaat sehr zu schätzen. Italien z.B. was mit 120% über BIP verschuldet ist hat eine Bevölkerung mit signifikanten Vermögen. Da zum einen Steuerhinterziehung ein Volkssport ist und öffentlich nicht kritisiert wird, man aber lustig und fröhlich Leistungen des Staatsapparats in Anspruch nimmt, kann ich moralisch der Idee sehr viel abgewinnen Haushalte ab einem bestimmten Vermögen an der Haushaltssanierung zu beteiligen.
Aber auch hier wird sicherlich wieder das Haar in der Suppe gesucht.
Wie nennt man dieses Verbrechen?
Warum wird dies nicht bestraft?
Paging