Der Zigarettenhersteller BAT Italia ist zu einem Schadenersatz in Höhe von 200.000 Euro verurteilt worden. Dem Unternehmen droht nun eine Prozessflut nach dem Vorbild der USA. Dort erstritten Raucher in vergleichbaren Fällen bereits Milliardensummen.
Nach dem Urteil eines römischen Berufungsgerichts gegen den italienischen Zigarettenhersteller ETI (heute: BAT Italia) droht den Produzenten jetzt eine wahre Prozessflut.
Noch immer gibt es viele Raucher. Das heißt, dass es auch viele potenzielle Kläger gibt. (© Foto: ddp)
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Das Gericht hatte die ETI zur Zahlung von 200.000 Euro Entschädigung für die Angehörigen eines im Jahr 1991 an Krebs gestorbenen Rauchers verurteilt.
Allein in Turin seien jetzt bereits drei weitere ähnliche Klagen eingereicht worden, berichtete die römische Zeitung La Repubblica am Freitag. Vor allem Verbraucherschützer hatten den Gerichtsentscheid euphorisch begrüßt. Sie kündigten eine Flut von weiteren Klagen an. 150 seien bereits in Vorbereitung, sagte ein Sprecher von Codacons, der größten Verbraucherorganisation Italiens.
Hinweispflicht
Im Urteil des Berufungsgerichts hatte es zur Begründung geheißen, der Zigarettenhersteller habe es unterlassen, auf die gesundheitlichen Risiken seiner Produkte hinzuweisen, obwohl er sich über diese bewusst war.
Entsprechende Hinweise auf den Zigarettenpackungen hatte der italienische Staat erst 1990 eingeführt. Dem Vernehmen nach handelte es sich um das erste Urteil dieser Art in Europa.
(sueddeutsche.de/dpa)