Das ganze Land entrüstete sich über Utz Claassen, als der sich einen 74-Tage-Job bei Solar Millenium fürstlich entlohnen ließ. Doch nach SZ-Informationen soll die Firma Claassen nun die "Rechtmäßigkeit seines Handelns" bescheinigen - womöglich war der Ex-Manager kein Raffzahn, sondern ein Opfer.
Die Szene troff nur so vor Pathos. "Ich entschuldige mich, wenn Sie sich beleidigt fühlen", rief Helmut Pflaumer zu Utz Claassen hinüber und der entgegnete nicht minder feierlich: "Es freut mich Herr Pflaumer, Sie hätte ich auch nicht anders eingeschätzt."
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Utz Claassen, im Bild während eines Prozesses im Jahr 2009. (© dpa)
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Vielleicht war es dieser Wortwechsel in der Verhandlung am 9. September, der beim Landgericht Nürnberg die Hoffnung keimen ließ, den Millionenstreit zwischen dem Top-Manager Claassen und der Firma Solar Millennium samt ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden Pflaumer gütlich zu beenden. Nunmehr liegt ein Vergleichsvorschlag des Gerichtes vor; doch ob er angenommen wird, ist zweifelhaft.
Nur 74 Tage war Claassen Anfang 2010 Vorstandschef des fränkischen Sonnenkraftwerk-Unternehmens. Dann trat er abrupt ab. Die Antrittsprämie von neun Millionen Euro nahm er mit. Fortan galt Claassen in weiten Teilen der Öffentlichkeit als Raffzahn. Bis sich immer klarer herausstellte, dass der Manager allerhand Gründe hatte, den Bettel schnell wieder hinzuwerfen.
Das scheint das Landgericht Nürnberg ähnlich zu sehen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung aus Justizkreisen legen die Richter Solar Millennium ausdrücklich nahe, Claassen in einer Ehrenerklärung "die Wahrhaftigkeit und Rechtmäßigkeit seines Handels" als Vorstandschef zu bescheinigen. Gleichzeitig soll sich das Unternehmen verpflichten, weder Haftungs-, noch Schadenersatzansprüche gegen den Manager geltend zu machen. Vielmehr soll der Aufsichtsrat von Solar Millennium Claassen als Vorstand entlasten und das Dienstverhältnis einvernehmlich rückwirkend zum 15. März 2010 auflösen.
Damit nicht genug. Der gerichtliche Vergleichsvorschlag sieht auch vor, dass Solar Millennium Claassen eine Abfindung und sogar Schadenersatz bezahlt. Umgekehrt allerdings soll der Manager jene neun Millionen Euro zurückbezahlen, die er als Antrittsgeld kassiert hat. Rückzahlung einerseits, Schadenersatz und Abfindung andererseits würden für Claassen nach dem Vorschlag des Gerichtes netto bedeuten, dass er Geld an Solar Millennium zurücküberweisen müsste.
Dass er sich darauf einlassen wird, ist wohl eher unwahrscheinlich - Ehrenerklärung hin oder her. Claassen fühlt sich nicht nur in seinem Ego tief getroffen; mehr noch fühlt er sich von Verantwortlichen bei Solar Millennium hereingelegt.
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Vielen Dank fuer ihre Mitteilung, sie spiegelt das wieder was der werte Herr Classen, auch als unterste Grenze der Selbstversorgung versteht. Sie scheinen auf dem selben Pfad der Selbstfindung zu wandeln, wie der werte Herr Claassen auch. Aber ich bin da nicht allein mit meiner Meinug.Ich koennte auch sagen, dass ist der Anflug von Groessenwahn. Aber da ist er nicht allein in dieser Welt, der Mitforist truthful@:, sieht das auch so aehnlich. Aber ueber Geschmack und aehnliches kann man vortrefflich Streiten.
So ist dieses Land. Wenn man in einer Unfallversicherung mehr als 2000 Rente reinschreiben will geht das nicht wegen Bereicherung. Aber wenn so ein Suppen......l 200 Millionen will wird er noch als Opfer finsterer Machenschaften gesehen und siehe da.., alles ist völlig in Ordnung. Jedes Urteil ist Schwachsinn wenn es entweder eine Firma in den Ruin treibt oder sie gar nicht zahlen kann. Jede Minute Verhandlung ist reiner Luxus für die Anwälte und die Richter. Die aalen sich ja in den Gerichtskosten. Die reine Selbstinszenierung und Wichtigtuerei. Ich kenn das zur Genüge. Und Hr. Claasen sollte doch am besten wissen wie die Welt in der er wandelt, funktioniert. Gier, Intrigen, Vera.....che. Worüber regt er sich auf?
Die 200 Mio werden wohl genannt, damit er in die Zeitung kommt.
Solar Millenium hat nicht mal ansatzweise die Ertragskraft oder aber auch das Vermögen 200 Mio hinblättern zu können, dahingehend ist die Forderung völlig schwachsinn. Ne Versicherung würde bei dem Tatbestand ehe nicht zahlen.
Ist ungefähr so als wenn man von nem Hartzer 10000 fordern würde,...
Schön, dass Sie sich eine eigene Meinung gemacht ("gebildet" möchte ich hier nicht sagen) haben. Das darf hier schließlich jeder.
9 Millionen € Antrittsgeld zusagen kann.
War der ganze Deal vielleicht nur eine Publicity-Aktion?
Paging