EVG-Chef Kirchner "Bereit für einen Notar"

Alexander Kirchner, 58, ist seit vier Jahren Chef der EVG.

(Foto: dpa)

Welche Gewerkschaft hat bei den Bahn-Beschäftigten die Mehrheit - zum Beispiel bei den Zugbegleitern? Der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft will die Frage nun exakt klären lassen.

Interview von Detlef Esslinger

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will den Tarifkonflikt bei der Bahn mit Hilfe eines Notars entschärfen. Ihr Chef Alexander Kirchner sagte der Süddeutschen Zeitung, EVG und Lokführergewerkschaft GDL sollten von einem Notar ihre Mitgliederzahlen prüfen lassen. Dann solle jeweils die Gewerkschaft für eine Berufsgruppe in Verhandlungen federführend sein, die dort die meisten Mitglieder habe.

"Wir sind bereit, einem Notar unsere Mitglieder-Datenbank zu übergeben, wenn die GDL das auch macht", sagte Kirchner. Nach seinen Angaben verfügt die EVG zwar über die Mehrheit der Mitglieder bei den Zugbegleitern, anders als von der GDL behauptet - "aber bitte, lassen Sie es uns gerne ganz genau machen", sagte Kirchner.

Streit zwischen GDL- und EVG-Kollegen

Nach seinen Angaben kommt es auf den Bahnhöfen mittlerweile zu schweren Konflikten zwischen den Mitgliedern beider Gewerkschaften. GDL-Lokführer hätten ihre Kollegen, die bei der EVG organisiert sind, massiv angegangen. Sie hätten sie aufgefordert mitzustreiken und als Streikbrecher beschimpft, nachdem sie sich weigerten.

"Mittlerweile gibt es GDL-Lokführer, die wegschauen oder nicht mehr grüßen, wenn sie EVG-Kollegen treffen", sagte Kirchner. Es gebe Beleidigungen, und Beschäftigte würden in den Pausenräumen beschimpft, in den sozialen Medien tobe ein regelrechter Kampf. Darüber hinaus sagte der EVG-Vorsitzende, er finde es nicht gut, dass die GDL zwar zum Streik aufruft, "ihre Funktionäre sich aber auf den Bahnhöfen wegducken".

Das vollständige Interview lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Süddeutschen Zeitung oder in der Digital-Ausgabe vom 22. Oktober 2014.