Die Betreibergesellschaft des Tunnels zwischen Frankreich und England hat erklärt, geringere Gebühren könnten bereits ab nächstem Jahr mehr Passagiere in den Eurostar zwischen Paris und London sowie zusätzlichen Güterverkehr auf die Schiene locken.

Nötig sei dazu aber eine Umschuldung des Unternehmens. Der mit neun Milliarden Euro verschuldete Konzern machte 2003 einen Nettoverlust von 1,89 Milliarden Euro.

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Dieser Verlust wurde vor allem von einer Sonderabschreibung in Höhe von 1,85 Milliarden Euro verursacht, wie das Unternehmen weiter mitteilte.

Bereinigt um diesen Einmalposten betrug der Verlust noch 44 Millionen Euro. Der Umsatz ging um weitere fünf Prozent auf 813 Millionen Euro zurück.

Verhandlungen nötig

Eurotunnel-Chef Richard Shirrefs erklärte in Paris, die finanzielle Situation seines Unternehmens erlaube keine einseitigen Preissenkungen.

Deshalb müsse mit den Regierungen, den Verkehrsunternehmen und den Banken verhandelt werden. Eurotunnel brauche eine deutliche Verringerung der Schulden und Zinszahlungen, Kredite müssten später zurückgezahlt werden können.

Dies und ein Ankurbeln des Verkehrs unter dem Ärmelkanal durch niedrigere Gebühren seien eine realistische Hoffnung, Eurotunnel ein für alle Mal von seinen finanziellen Problemen zu befreien.

Das Unternehmen will zudem mit einer in Kürze erwarteten Eisenbahnlizenz Anfang 2005 eine eigene Verbindung im Güterverkehr zwischen Basel und England in Betrieb nehmen. In Folkstone soll ein Frachtbahnhof gebaut werden.

Kein Konzept

Zu den unzufriedenen Kleinaktionären, die die Abhaltung einer außerordentlichen Hauptversammlung im April durchgesetzt haben, sagte Shirrefs, die Gegner des derzeitigen Managements hätten kein eigenes Konzept.

Ein neuer Vorstand müsste sich zudem den gleichen Schwierigkeiten stellen, deren Wurzeln 10 oder 20 Jahre zurückreichten: "Zu viele Schulden, nicht genügend Eisenbahnverkehr und einige recht fundamentale Strukturprobleme der Industrie".

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(sueddeutsche.de/AP)