Rettungspakete in der Schuldenkrise Alle Zahlen, die Sie kennen müssen

Etliche Milliarden hier, noch mehr Milliarden dort, gar eine Billion da: Die unendliche Geschichte der Rettungsaktionen für Euro und Europa hat schon unzählige Summen hervorgebracht. Ein Überblick über die Zahlen, die Sie kennen müssen, um die Krise zu verstehen.

Von Johannes Aumüller

22 Milliarden Euro an Krediten hat die Bundesrepublik Deutschland bereits an die kriselnden Euro-Staaten Griechenland, Portugal und Irland gezahlt. Den größten Anteil, rund 14,5 Milliarden Euro, erhielt Athen.

107 Milliarden Euro - so groß war das im März 2010 beschlossene erste Hilfspaket für Griechenland, mit dem die gesamte Euro-Retterei begann. Es war auf drei Jahre angelegt. Der konkrete Plan sah vor, dass die Euro-Staaten 80 Milliarden Euro an Krediten zahlen und der Internationale Währungsfonds (IWF) das restliche Geld.

109 Milliarden Euro schwer war das im Juli 2011 ausgehandelte zweite Griechenland-Hilfspaket. Es wurde nötig, weil das im März 2010 zugesagte und danach peu à peu ausgezahlte Geld offenkundig nicht ausreichte. Ursprünglich hieß es, dass der Privatsektor rund 50 Milliarden Euro dazu beisteuere. Doch weil die Untersuchungen in den vergangenen Wochen zeigten, dass auch diese 109 Milliarden Euro zu wenig sein dürften, basteln Europas Politiker schon wieder an einer Reform des Pakets - ohne dass es je in Kraft war.

163 Milliarden Euro umfassen die Hilfspakete, die im November 2010 beziehungsweise im Mai 2011 von den Krisen-Staaten Irland (85) und Portugal (78) beantragt wurden. Beide erhalten seitdem Geld aus dem im Mai 2010 beschlossenen Euro-Rettungsschirm, während die Milliarden-Zahlungen für Griechenland noch auf einer separaten Vereinbarung beruhen.

211 Milliarden Euro - das ist die Summe, für die Deutschland derzeit im Rahmen der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) bürgt. Um diese Zahl ging es im Wesentlichen bei der wichtigen Bundestagsdebatte Ende September, deshalb ist sie relativ bekannt. Tatsächlich haftet Deutschland aber für noch größere Summen: Weil es allein beim EFSF möglich ist, diese 211 Milliarden Euro um 20 Prozent zu überziehen, und weil die Bundesrepublik anteilsmäßig auch für die Zahlungen haftet, die im Zuge des Euro-Rettungsschirms von anderen Institutionen zugesagt wurden, beispielsweise vom IWF. Kritiker sehen die wirkliche derzeitige Haftungssumme bereits bei mehr als 400 Milliarden Euro.

252 Milliarden Euro dürfte die Höhe des neuen Rettungspaketes für Griechenland betragen. Auf diesen Betrag beziffern die Vertreter der sogenannten Troika aus EU-Kommission, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) den Kapitalbedarf des Landes in den kommenden Jahren - "unter normalen Umständen", wie es bei den internationalen Kontrolleuren heißt. Unter nicht normalen Umständen befürchten sie einen Bedarf bis zu 444 Milliarden Euro.

Wenn dem Staat das Geld ausgeht

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