Von Michael Brückner

Banken stellen Daueraufträge und Lastschriften automatisch um. Neue Beträge bei der Bausparförderung.

Spätestens in der Nacht zum 1. Januar kommenden Jahres schrumpfen die Kontobestände und die Zahl der Millionäre halbiert sich: An diesem Tag löst der Euro endgültig die D-Mark ab. Dabei ändern sich allerdings nur die Zahlen; der Wert der Guthaben oder Verbindlichkeiten bleibt erhalten.

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Manche Banken, wie etwa die Deutsche Bank 24 oder die Dresdner Bank, haben mit der sukzessiven Umstellung der Konten bereits begonnen. Die anderen werden demnächst folgen.

"Es sind einfach zu viele Konten, als dass man sie alle auf einen Schlag in der Silvesternacht umstellen könnte", sagt ein Sprecher der Dresdner Bank. Bis Jahresende weisen die Kontoauszüge allerdings parallel zum Eurosaldo auch den umgerechneten D-Mark-Betrag aus.

Rechnung geht auf

Mit Beginn des nächsten Jahres gilt dann nur noch die neue Gemeinschaftswährung. Das heißt: Alle bisher auf D-Mark lautenden Daueraufträge - wie zum Beispiel die monatliche Mietzahlung oder der vierteljährliche Vereinsbeitrag - werden von den Kreditinstituten ab 1. Januar 2002 in Euro ausgeführt.

Dabei gilt der offizielle Umrechnungskurs 1 Euro = 1,95583 DM. Ein Dauerauftrag über 500 DM schlägt dann also mit 255,65 Euro zu Buche. Diese Summe entspricht genau dem geschuldeten Betrag, weil auch der Empfänger der Leistung, also etwa der Vermieter oder der Sportverein, nach dem offiziellen Kurs auf Euro umstellt.

Der Kunde muss seine Daueraufträge daher weder ändern noch neu erteilen. Die Umstellung erfolgt automatisch.

Änderungsbedarf besteht allenfalls, wenn sich die zu zahlende Summe im neuen Jahr ändert, also zum Beispiel bei einer regulären Mieterhöhung im Rahmen eines Staffelmietvertrags.

Abbuchungsbetrag prüfen

Auch Lastschriften führen die Banken ab 1. Januar 2002 nur noch in Euro aus. Der Kunde braucht weder dem Zahlungsempfänger noch seinem Geldinstitut eine neue Weisung zu erteilen. Allerdings sollte man prüfen, ob der Abbuchungsbetrag exakt von D-Mark in Euro umgerechnet wurde.

Überweisungen sind noch bis zum Ende des Jahres wahlweise in Euro oder D-Mark möglich, und zwar unabhängig davon, auf welche Währung das Konto lautet. Gerade deshalb ist es wichtig, beim Ausfüllen eines Überweisungsformulars in dem dafür vorgesehen Feld die gewünschte Währung anzugeben: "DM" oder "EUR" für Euro.

Gutschriften oder Belastungen rechnet die Bank entsprechend um. Von 1. Januar an besteht diese Wahlmöglichkeit nicht mehr. Von diesem Stichtag an führen die Kreditinstitute Überweisungen nur noch in Euro aus.

Wer alte Überweisungsvordrucke verwendet, muss also in das Feld zur Angabe der Währungseinheit "EUR" für Euro eintragen. Lautet die Überweisung auf D-Mark, wird sie von der Bank nicht mehr ausgeführt. Hat der Bankkunde die Überweisung allerdings noch im alten Jahr ausgefüllt und seiner Bank zugestellt, muss das Institut den Auftrag entgegennehmen und ohne zusätzliche Kosten weiterverarbeiten.

An der Börse regiert seit 1999 der Euro

In diesem Fall wird der D-Mark-Betrag nach dem offiziellen Kurs in Euro umgerechnet. Es empfiehlt sich jedoch, spätestens ab Mitte Dezember alle Überweisungen in Euro vorzunehmen. Zumal dann, wenn die Bank das Girokonto bereits auf die neue Gemeinschaftswährung umgestellt hat.

Kein Handlungsbedarf besteht für die Kunden überdies mit Blick auf Spar- oder Fondssparpläne, bei denen monatlich oder quartalsweise ein festgelegter Betrag vom Girokonto abgebucht wird und entweder auf ein Sparkonto oder in einen Investmentfonds fließt.

Die Bank oder der Broker rechnet den bisherigen D-Mark-Betrag in Euro um und führt den Auftrag weiterhin regelmäßig aus. Für Fondssparpläne gilt meist ohnehin schon der Euro, da für die Börse das neue Währungs-Zeitalter bereits am 1. Januar 1999 begonnen hat.

Mindestsummen überprüfen

Manche Banken zahlen für Guthaben auf dem Girokonto Zinsen. Dies ist in der Regel aber von einem Mindestbetrag abhängig. Lautet dieser bisher noch auf D-Mark, so muss er spätestens zum 1. Januar 2002 in Euro umgerechnet werden.

Zwar dürfen die Banken ihre Kunden dabei nicht benachteiligen, allerdings können sie ihre Konditionen jederzeit ändern. Denn für Giro- und Tagesgeldkonten gibt es keine längerfristige Zinsbindung. Wer also sicher gehen will, dass er auch im neuen Jahr Zinsen auf seinem Tagesgeldkonto kassiert, sollte sich über die dann geforderten Mindestsummen bei seiner Bank informieren.

Was für Girokonten gilt, trifft in gleichem Maße auf Bausparkonten zu: Auch sie werden von 1. Januar an nur noch auf Euro-Basis geführt. Die Umrechnung sämtlicher Beträge erfolgt nach dem offiziellen Kurs. Kosten dürfen dem Kunden dabei nicht entstehen. Wurde das Bausparkonto bisher noch in D-Mark geführt, erhält der Kunde seinen Kontoauszug für 2001, den Antrag auf Wohnungsbauprämie sowie die Bescheinigungen über Vermögenswirksame Leistungen oder einbehaltene Zinsabschläge ebenfalls in D-Mark.

Wichtig: Die vereinbarte Bausparsumme wird nach dem offiziellen Kurs umgerechnet und auf einen vollen Euro abgerundet. Bei einer Aufrundung könnte für den Bausparer - zumindest theoretisch - ein Nachteil entstehen, da dann das Mindestsparguthaben erst später erreicht wird, was die Zuteilungsaussicht verlängert. Darüber hinaus werden ab 1. Januar alle Prämien, Einkommensgrenzen und Höchstbeträge in der Bausparförderung auf Euro umgestellt - zugunsten des Sparers.

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