Euro-Krise Spaniens Wirtschaft schrumpft rasant

Der Staat spart und die Arbeitslosigkeit ist hoch: Spanien fasst keinen Tritt. Zum Ende des vergangenen Jahres ist die Wirtschaft des Landes so stark geschrumpft wie seit einem Jahr nicht mehr. Jetzt will die Regierung handeln.

Die Lage ist noch etwas schlimmer als ohnehin schon befürchtet: In Spanien schrumpfte die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent. Experten waren nur von einem Rückgang um 0,6 Prozent ausgegangen. Im Jahresvergleich sank das BIP um 1,8 Prozent (PDF).

Die Regierung geht allerdings davon aus, dass die viertgrößte Volkswirtschaft in der Euro-Zone noch in diesem Jahr wieder wächst. Experten halten diese Prognose für zu optimistisch.

Spanien kämpft noch immer mit den Auswirkungen einer Immobilienblase, die in der Finanzkrise platzte. Die Arbeitslosigkeit liegt inzwischen bei 26 Prozent. Die Regierung versucht, das Haushaltsdefizit mit Sparprogrammen zu senken, kündigte aber auch gerade erst ein neues Paket zur Ankurbelung der Wirtschaft an: In Kürze werde es ein neues Bündel von Maßnahmen geben, mit dem die Wirtschaft in Schwung gebracht werden soll, sagte Ministerpräsident Mariano Rajoy. Dazu gehörten auch Hilfen für Unternehmer.

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen äußert sich aber besorgt über die Staatsfinanzen. Das Land verfehlt seine Sparziele, sagte er der Süddeutschen Zeitung: "In Spanien haben sich die Finanzen der Regionen, die für das Gesundheitssystem zuständig sind, zwar schon ein Stück weit verbessert, sie sind aber immer noch ein großes Problem. Da ist eine große Reform im Gesundheitsbereich nötig, doch so was ist sogar noch schwieriger umzusetzen als eine Rentenreform."