Von Alexander Hagelüken

Den Deutschen droht ein weiterer Urlaubssommer mit teuren Handygesprächen. Der Plan der EU-Kommission, die hohen Auslandsgebühren im Mobilfunk zu deckeln, ist in einzelnen Staaten umstritten.

Europaparlament und Mitgliedsstaaten konnten sich am Mittwoch ein weiteres Mal nicht auf ein Preislimit für die sogenannten Roaming-Gebühren einigen.

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Nach Ansicht von EU-Medienkommissarin Viviane Reding zahlen die Europäer überhöhte Preise, wenn sie im Ausland telefonieren. Reding will die Zusatzgebühr für die Nutzung fremder Mobilfunknetze deutlich reduzieren.

Nach Brüsseler Angaben verdienen europaweit operierende Mobilfunkbetreiber wie Vodafone oder Betreiber aus den klassischen Urlaubsländern wie die spanische Telefónica mit dem Roaming fünf Milliarden Euro im Jahr.

Tarif soll automatisch gelten

Das EU-Parlament schlägt vor, eine Höchstgebühr von 40 Cent pro Minute für jedes Gespräch im Ausland festzulegen. Wer im Ausland angerufen wird, soll mit höchstens 15 Cent pro Minute belastet werden dürfen. Dieser EU-Tarif soll automatisch gelten, außer der Kunde entscheidet sich für seinen alten Tarif oder einen anderen.

Gegen diesen Vorschlag opponieren vor allem die Regierungen jener Staaten, deren Mobilfunkbetreiber am meisten vom Roaming profitieren: Großbritannien, Firmensitz von Vodafone, sowie Spanien und andere südliche Staaten.

Der amtierende EU-Ratsvorsitzende Michael Glos sah sich deshalb genötigt, seinen eigenen Vorschlag nach oben zu korrigieren und eine Preisobergrenze von 60 Cent (sowie 30 Cent für ankommende Anrufe) ins Gespräch zu bringen.

"Preis unterhalb der Kosten"Der Mobilfunkverband GSM behauptet, die Preisobergrenzen des Parlaments würden bedeuten, dass die Betreiber ein Viertel der Gespräche zu einem Preis unterhalb der Kosten abwickeln müssten.

Die Obergrenze solle so gesetzt werden, dass die Betreiber noch durch unterschiedliche Angebote konkurrieren könnten. Außerdem beharren Spanien und andere Staaten darauf, dass die Kunden sich bewusst für den EU-Tarif entscheiden sollen, statt ihn automatisch zu bekommen.

Aus der Branche heißt es, Spanien und seine Bündnispartner bildeten eine Sperrminorität, mit der sie Redings Gesetzesvorschlag blockieren könnten. Unter einem Preis von 52 Cent würden diese Staaten niemals zustimmen.

Der konservative EU-Abgeordnete Paul Rübig erklärte, das Parlament werde unter Umständen auf die automatische Umstellung auf den EU-Tarif verzichten. Die Verzögerung in den Verhandlungen bedeutet, dass das EU-Gesetz womöglich nicht mehr vor Beginn der Urlaubssaison in Kraft treten kann.

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(SZ vom 03.05.07)