Die Kurzarbeit gilt als deutsches Erfolgsmodell im Kampf gegen die Wirtschaftskrise. Doch sie hat einen Nachteil: Sie verteuerte die Arbeit im vergangenen Jahr deutlich.
Die Arbeitskosten in Deutschland sind deutlich gestiegen. Insgesamt kostete im vergangenen Jahr eine Arbeitsstunde in der Privatwirtschaft 4,1 Prozent mehr als im Jahr davor. 2008 hatte der Zuwachs 2,6 und 2007 lediglich 0,7 Prozent betragen.
Bauarbeiter in Mainz: Die Kurzarbeit lässt die durchschnittlichen Stundenlöhne ansteigen. (© Foto: ddp)
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Eine Arbeitsstunde in Deutschland kostet einen Arbeitgeber im Schnitt 30,90 Euro. Soviel wurde im vergangenen Jahr in der deutschen Privatwirtschaft gezahlt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.
Im europäischen Vergleich lag Deutschland damit auf Rang acht: Teurer waren Arbeitsstunden demnach in Dänemark, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Finnland und den Niederlanden.
Bulgarien mit niedrigsten Arbeitskosten
In 18 Ländern der EU waren die Kosten je Arbeitsstunde demnach günstiger - Bulgarien wies laut Statistik mit 2,90 Euro die niedrigsten Arbeitskosten auf. Aus einem Land - Irland - lagen keine Angaben vor.
Die Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttolöhnen und den Lohnnebenkosten zusammen. Die Branche mit den höchsten Arbeitskosten war hierzulande die Energiewirtschaft: Hier zahlten die Arbeitgeber laut Statistik im Schnitt 50,30 Euro pro Stunde.
Die niedrigsten Kosten hatte demnach das Gastgewerbe, das im Schnitt 16,10 Euro pro Arbeitsstunde zahlte.
Bei Lohnnebenkosten im Mittelfeld
Im Verarbeitenden Gewerbe kostete die Arbeitsstunde in Deutschland 2009 im Schnitt 35,60 Euro. Damit lag Deutschland hinter Belgien und Dänemark auf Platz drei - in einer Branche, die besonders im internationalen Wettbewerb steht, wie die Statistiker mitteilten.
Sie wiesen gleichzeitig darauf hin, dass die Arbeitskosten je geleisteter Stunde im vergangenen Jahr auch deshalb stark anstiegen, weil die Zahl der Arbeitsstunden wegen der Wirtschaftskrise stark zurückging - unter anderem wegen der Kurzarbeit.
Auch die Lohnnebenkosten - also vor allem die Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen und die Aufwendungen für die betriebliche Altersvorsorge - verglichen die Statistiker.
Arbeitgeber in Deutschland zahlten demnach im vergangenen Jahr auf 100 Euro Bruttolohn 32 Euro Lohnnebenkosten. Damit lag Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt von 36 Euro und auf einem mittleren Rang 13, wie das Statistikamt erklärte.
In Frankreich etwa betrugen die Lohnnebenkosten 50 Euro, in Schweden 49 Euro. Am unteren Ende der Liste findet sich demnach Malta, wo die Arbeitgeber nur neun Euro Lohnnebenkosten zahlten.
(sueddeutsche.de/AFP/ddp/pak/hgn)
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Würde die Arbeitszeit verkürzt statt verlängert, dann wäre die Krise sehr schnell kostenneutral zu bewältigen, denn wo weniger in Hartz IV abgedrängte Menschen leben und sich die "überbezahlten" Kurzarbeiter mit etwas weniger bescheiden, ist für alle viel mehr gewonnen, als wenn das ewige Lied von den Arbeitskosten pauschal für alle gilt.
Ich frage mich immer, ob die Privatisierung der Rente und Teile der Gesundheit auch zu den Reallöhnen gezählt werden.
Wenn man nämlich die empfohlene private Vorsorge betreibt, an der sich der AG ja nicht mehr beteiligen muss, dann müsste der Reallohnverlust schon mehr als die in SPON erwähnten 0,4% sein.
Aber hey, die Bulgaren müssen wir unterbieten! Unglaublich, dass so ein Land zur EU gehört. Es muss, wie bei anderen Dingen auch, ein EU-weiter Mindestlohn eingeführt werden.
dass trotz steigender Lohnkosten die Reallöhne der Arbeitnehmer gesunken sind. Nicht so die SZ-Online.... man hat ja einen Ruf zu verteidigen.
2,90 Euro Lohnkosten! Vorwärts Guido, Sinn und Mama Merkel. Vorwärts zur totalen Entfesselung des 2.ten teutschen Wirtschaftswunders. Keine Mindestlohn, ein Maximallohn ist gefragt! Wo bleibt die Kavallerie des IW und Herr Beise?
Sind die massenhaft ergaunerten Subventionen durch den Steuerzahler in die Rechnung schon eingegangen oder werden die unter "Extraprofiten" verbucht?