Erst der Einbruch, dann die schleichende Erholung: Die EU-Kommission rechnet für 2010 mit einem leichten Wachstum von 0,7 Prozent - und mit Deutschland als Motor.
Eine Wende ins Plus: Um 0,7 Prozent soll die Wirtschaft in der Europäischen Union 2010 wachsen. Das erwartet die EU-Kommission ihrem Herbstgutachten zufolge und korrigiert damit ihre Führjahrsprognose deutlich. Im Mai war die Behörde noch von einem Minus von 0,1 Prozent ausgegangen. Erstmals gab die Kommission auch eine Einschätzung für das übernächste Jahr. Danach rechnet sie für 2011 mit einem Wachstum von 1,5 Prozent; für die deutsche Wirtschaft sogar mit 1,7 Prozent.
Die EU-Kommission sieht für 2010 eine Aufhellung der europäischen Konjunktur. Dabei soll Deutschland mit 1,2 Prozent Wachstum Zugpferd sein. (© Foto: ddp)
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Dagegen wird das Bruttoinlandsprodukt 2009 der Schätzung zufolge um 4,1 Prozent in der EU und um vier Prozent in der Euro-Zone einbrechen. Für Deutschland befürchtet die EU-Kommission in diesem Jahr sogar einen Einbruch um fünf Prozent.
Die beiden größten EU-Länder Deutschland und Frankreich werden den Prognosen zufolge mit 1,2 Prozent BIP-Wachstum 2010 aber die Zugpferde des Aufschwungs. "Die Wirtschaft in der EU kommt aus der Rezession heraus", erklärte EU-Wirtschaftskommissar Joaquin Almunia. Die deutlich aufgehellte Prognose hängt auch mit dem Wachstum der zweiten Hälfte dieses Jahres in Europa zusammen.
Rückschlag beim Wachstum möglich
Um den Aufschwung zu sichern, müssten die beschlossenen Konjunkturprogramme umgesetzt und der Bankensektor weiter saniert werden. Denn die Aussichten seien nach der Krise sehr unsicher. Eine positive Überraschung beim Wachstum sei ebenso möglich wie ein Rückschlag.
Trotz der positiven Entwicklung sieht die Kommission für den deutschen Arbeitsmarkt schwarz. Der EU-Prognose zufolge steigt die Arbeitslosenquote deutlich von derzeit 7,7 Prozent im kommenden Jahr auf 9,2 Prozent.
Konjunkturpakete und massive Ausfälle bei den Staatseinnahmen werden die Verschuldung in der EU und der Euro-Zone unterdessen in die Höhe treiben. Das Haushaltsdefizit wird sich der Prognose zufolge in diesem Jahr auf knapp sieben Prozent in der EU verdreifachen und 2011 weiter steigen auf einen Fehlbetrag von 7,5 Prozent.
Keine Erholung im Baltikum
In Deutschland wird ein Haushaltsdefizit von fünf Prozent im kommenden Jahr erwartet, das 2011 kaum geringer ausfallen wird. Die EU-Kommission hatte Anfang Oktober bereits die ersten Schritte eines Defizitverfahrens gemäß dem Stabilitätspakt gegen Deutschland eingeleitet. Im kommenden Jahr wird von den 27 EU-Staaten nur Bulgarien unter der Defizitgrenze von drei Prozent des BIP liegen.
Noch länger dürfte die Krise in den schwer gebeutelten baltischen Staaten anhalten. Die Kommission erwartet in Litauen einen Einbruch des BIP um 18,1 Prozent, in Lettland um 18 Prozent und in Estland um 13,7 Prozent. Der Abwärtstrend soll sich im kommenden Jahr fortsetzen mit einem Minus von 3,9 Prozent in Litauen, von vier Prozent in Lettland und 0,1 Prozent in Estland.
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(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/AP/tjon/mel)
Erster Arbeitstag als Chef der Deutschen Bank
Deutschland hofft auf den weltweiten Aufschwung, die EU-Kommission hofft auf Deutschland als Zugpferd. Die Katze beißt sich in den Schwanz. Aber bei so viel Hoffnung muss es ja wieder aufwärts gehen.
als Motor. Sehr gut. Wirklich sehr gut. Eigentlich schon lustig....