EU-Kommission Getty wirft Google vor, Piraterie zu fördern

Dem Google-Konzern droht neuer Ärger - dieses Mal mit der Bildagentur Getty.

(Foto: dpa)

Die Bildagentur hat bei der EU-Kommission Beschwerde gegen den Internetkonzern eingereicht. Dabei hat der eigentlich schon mehr als genug Ärger mit Brüssel.

Eigentlich hat Google bereits genug Ärger mit der EU-Kommission. Sie wirft dem Konzern vor, mit seinem Betriebssystem Android Verbrauchern und Wettbewerbern massiv zu schaden. Als nächstes Medienunternehmen wirft jetzt auch noch die Fotoagentur Getty dem Unternehmen unfairen Wettbewerb vor - mittels einer Beschwerde bei der EU-Kommission.

Getty argumentiert, die 2013 veränderte Anzeige von Fotos in der Google-Bildersuche nehme Nutzern den Anreiz, die Websites selbst aufzusuchen. Da auch das Herunterladen der Fotos möglich sei, fördere Google Piraterie, sagt die Leiterin der Rechtsabteilung Gettys, Yoko Miyashita. Diese Aktivitäten resultierten in einer umfassenden Urheberrechtsverletzung, die auch die Nutzer zu versehentlichen Piraten mache.

"Indem Google einem fairen Marktplatz für Bilder im Weg steht, bedroht der Konzern Innovationen und gefährdet die Fähigkeit der Künstler, wichtige zukünftige Arbeiten zu kreieren", sagt Miyashita weiter. Getty selbst bietet eine eigene Schnittstelle zum kostenlosen Einbinden von Bildern auf Webseiten an - aber nur, wenn damit kein Geld verdient wird. Für eine kommerzielle Nutzung fordert die Agentur Geld.

Auch Inhalt-Snippets und Android-Betriebssystem unter Beobachtung

Erst vor zehn Tagen wurde bekannt, dass auch der Medienriese News Corp. gegen Google in Brüssel vorgeht. Laut Medienberichten kritisiert der Konzern von Rupert Murdoch, dass die kleinen, mehrzeiligen Inhalte-Fragmente auf Google-Seiten die Medien Umsatz kosteten, weil sie Nutzer davon abhielten, die Verlagswebsites aufzusuchen. Die EU-Kommission bestätigte lediglich den Eingang der Beschwerde gegen Google, äußerte sich aber nicht zu den Inhalten.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte Google vergangene Woche einen Missbrauch der Marktdominanz beim meistbenutzten Smartphone-System Android vorgeworfen. Bereits vor einem Jahr war die Kommission zu dem Schluss gekommen, Google bevorzuge bei der Shopping-Suche eigene Angebote zum Nachteil von Konkurrenten. Der Internetkonzern weist die Vorwürfe zurück.

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