EU-Ermittlungen auch gegen Deutsche Bank Banken unter Kartellverdacht

Tricksereien mit Kreditausfallversicherungen? Der Deutschen Bank droht eine Geldbuße von der EU.

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13 Großbanken haben Ärger mit der Europäischen Union. Sie sollen im Handel mit Kreditausfallversicherungen getrickst haben. Nun drohen ihnen Geldstrafen. Auch die Deutsche Bank ist mal wieder involviert.

Jetzt nennt die EU Namen. Der Deutschen Bank und den meisten anderen wichtigen Investmentbanken drohen Geldbußen wegen verbotener Absprachen bei Börsenwetten. In dem seit 2011 laufenden Kartellverfahren geht es um mutmaßliche Tricksereien im Handel mit Kreditausfallversicherungen - sogenannten Credit Default Swaps, kurz CDS.

Die EU-Kommission hat nun Briefe mit den Vorwürfen an die Banken geschickt, teilte die Behörde in Brüssel mit. Die Banken sollen anderen Unternehmen den Zugang zum CDS-Markt verwehrt haben, indem sie sich mit den entscheidenden Plattformen verschworen. Zu den Opfern sollen die Deutsche Börse in Frankfurt und die Börse Chicago Mercantile Exchange gehören, die auf dem Markt selbt tätig werden wollten.

Am Ende des Verfahrens könnten Strafen bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes stehen. Insgesamt sind 13 Kreditinstitute betroffen, dazu zählen so gut wie alle internationalen Großbanken, etwa JP Morgan, Barclays und Goldman Sachs. Die Deutsche Bank wollte sich zur Sache zunächst nicht äußern.

Mit CDS sichern sich Investoren und Spekulanten gegen Pleiten von Staaten und Firmen ab. Zudem kann mit CDS auf die Bonität eines Schuldners gewettet werden und dieser damit in Bedrängnis gebracht werden, was die Papiere seit der Finanzkrise in Verruf gebracht hat. Diese CDS werden auch als "nackt" bezeichnet. Sie sind Wetten auf den Ausfall eines Papiers, dass der Spekulant selbst gar nicht besitzt. Kritiker vergleichen dies damit, eine Brandschutzversicherung auf ein Haus abzuschließen, dass einem gar nicht gehört - was den Anreiz zur Brandstiftung erhöhe.

Neben den Banken sollen auch der internationale Swap- und Derivate-Verband ISDA sowie der Finanzdaten-Anbieter Markit genauer untersucht werden. Es gebe Hinweise darauf, dass es verbotene Absprachen und den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung im billionenschweren Handel mit CDS gegeben habe. Von den betroffenen Marktteilnehmern würden nun weitere Informationen angefordert. Der Entscheidung gingen etwa zweijährige Ermittlungen voraus.

Banken haben als zwischengeschaltete Institutionen den Handel mit CDS ermöglicht. Ihnen kommt daher eine besondere Verantwortung zu - erst recht, wenn sie andere Marktteilnehmer ausgesperrt haben, wie die EU-Kommission vermutet. Die Banken sollen Markit und ISDA laut Kommission "instruiert" haben, die Börsen nur für ein Teilgeschäft auszustatten.