Pleite - und dennoch begehrt: Für den insolventen Modekonzern Escada gibt es einen ersten Interessenten. Und der trägt einen prominenten Namen.
Luxus, ein krisenfestes Geschäft? Von wegen. In der Krise kränkeln auch die Hersteller von Hochpreisigem - oder kollabieren. Der Luxusmodehersteller Escada hat am vergangenen Donnerstag Insolvenz anmelden müssen, doch der Stern des Pleite-Unternehmens scheint noch nicht ganz verblasst zu sein. Denn kaum hat Vorstandschef Bruno Sälzer den Gang zum Insolvenzrichter angetreten, stehen auch schon die ersten Interessenten bereit.
Der erste Kaufinteressent für Escada hat sich aus der Deckung gewagt: Es ist Nickolaus Becker, der ehemalige Chefaufseher von EM.TV (© Foto: ddp)
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Der erste dieser Interessenten heißt Nickolaus Becker, ist heute ein Anwalt aus München und war früher als Aufsichtsratschef von EM.TV (heute: Constantin Medien) tätig.
Becker bereite zusammen mit Finanzinvestoren ein Übernahmeangebot vor, berichtete das Anlegermagazin Focus-Money. "Wir werden sehr schnell in konkrete Gespräche mit dem Insolvenzverwalter eintreten", wird Becker zitiert. "Es wäre jammerschade, wenn eine Weltmarke wie Escada unterginge."
Eng verzweigt mit Leo Kirch
Dem Bericht zufolge erwägt Becker keine Übernahme der börsennotierten Firma, sondern will zentrale Vermögensteile wie die Marke, Lizenzrechte, Warenlager und Läden herauskaufen. Das Konsortium sei auch bereit, einen erheblichen Teil der Mitarbeiter weiter zu beschäftigen, die zum Aufbau der Marke beigetragen haben. "Vernünftig und solide geführt, hat das Unternehmen eine Zukunftschance", sagte Becker.
EM.TV war eng mit Leo Kirchs einst mächtigem und weit verzweigtem Imperium aus Medienfirmen, Filmrechten, Fernsehsendern, Filmproduktionen und millionenschweren Beteiligungen verbunden. Die Firma gilt bis heute als Beispiel für die erhitzte Stimmung an den Börsen durch die Internet-Euphorie zu Anfang dieses Jahrzehnts.
Escada kann sich nach Einschätzung des vorläufigen Insolvenzverwalters Hoffnung auf ein Überleben machen. Branchenkreisen zufolge strebt der Modekonzern einen Insolvenzplan an, über den die Gesellschaft saniert werden soll.
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(sueddeutsche.de/Reuters/AFP/tob/pak)
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