Kontrastprogramm: In Coburg feiert sich die Milchwirtschaft durch die Wahl ihrer Milchkönigin. Anders sieht es für einige Kolleginnen in Berlin aus: Die traten wegen der niedrigen Milchpreise sogar in Hungerstreik.
Man könnte meinen, man sei in einem absurden Theaterstück. Doch es ist Wirklichkeit. Vor dem Bundeskanzleramt in Berlin treten aus Protest gegen den freien Fall der Milchpreise die ersten Bauersfrauen in Hungerstreik. Und in Coburg diktiert die frisch gekürte bayerische Milchkönigin Beate Deisenhofer (Foto oben, rechts) den Journalisten in die Blöcke: "Ich freue mich riesig und bin sehr stolz, in den kommenden zwei Jahren die Milchwirtschaft in Bayern repräsentieren zu dürfen." Die neue Milchprinzessin Heike Röthenbacher (links) strahlt derweil in die Kameras.
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Die Milchköniginnen Beate Deisenhofer (oben, rechts) und Heike Röthenbacher in Coburg sowie streikende Kolleginnen in Berlin (unten). (© Fotos: Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft (LVBM), dpa)
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Interessant daran: Die Milchkönigin ist ein Werbegag der Landesvereinigung der bayerischen Milchwirtschaft, der unter anderem der Bayerische Bauernverband, verschiedene Molkereiverbände und der Einzelhandelsverband angehören. Und die sind - so sagen es jedenfalls viele Landwirte - "bisher nicht dadurch aufgefallen, dass sie allzu großes Augenmerk auf unsere Existenznöte richtet".
Desaster auf dem Milchmarkt
Im Gegenteil: Romuald Schaber, der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, und viele andere machen sie sogar direkt verantwortlich für das Desaster auf dem Milchmarkt.
Die Milchkönigin ficht das nicht an. "Ich esse für mein Leben gerne Milchprodukte", sagt die 23-jährige gelernte Landwirtin aus dem Donauries, die an der landwirtschaftlichen Fachhochschule in Triesdorf studiert.
Vor dem Kanzleramt in Berlin (Foto unten) spitzte sich indes die Situation weiter zu. Um ihre Forderung nach einem Milchkrisengipfel unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel zu untermauern, traten bereits am Mittwoch sechs Bäuerinnen in Hungerstreik. Steffi Butscher, eine der Hungerstreikenden, gab sich im Fernsehen zuversichtlich, die Aktion noch einige Zeit durchhalten zu können.
"Am ersten Tag krepiert man nicht gleich. Das wird über mehrere Tage gehen. Das Rote Kreuz überwacht uns etwas.", sagte sie dem Nachrichtenfernsehsender N24.
Der Zuspruch aus der Bevölkerung hilft der Bäuerin jedoch: "Die stehen so hinter uns. Das ist ein Wahnsinn."
Eine andere Protestlerin ist hingegen enttäuscht über Regierungschefin Merkel. "Die Kanzlerin darf uns nicht ignorieren", sagt Sabine Holzmann. Seit Montag demonstriert die Landshuterin mit 150 Bauersfrauen vor dem Kanzleramt.
Merkel wendet sich ab
Holzmann war dabei, als sich die Bäuerinnen am Dienstagabend bei Merkel Gehör verschaffen wollten. "Die Kanzlerin hatte einen Termin in der Konrad-Adenauer-Stiftung", sagt Holzmann. "Wir sind dorthin und wollten kurz mit ihr reden, als sie das Haus betrat."
Doch beim Aussteigen aus dem Auto habe sich Merkel abgewendet. Später habe sie das Haus über eine Hintertür verlassen. So enttäuscht die Bäuerinnen sind, so entschlossen sind sie. "Wir machen weiter", sagt Holzmann. "Bei Milchpreisen von 20 bis 25 Cent je Liter haben wir nichts zu verlieren."
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(SZ vom 14.05.2009/pak)
schreien jene, welche immer diese peinlichen Königinnen-Wettbewerbe ausrufen. Die Siegerentwürfe sehen jedes Jahr gleich aus und lassen beim Betrachter Assoziationen zum BdM aufkommen..
Aber lieber Rhinelander,
wenn Sie auf das Bild klicken, werden Sie doch sehen, dass es zwei Bilder sind.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Moderator
Vor dem Kanzleramt in Berlin (Foto unten)
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Ich sehe kein Foto unten? Sieht das sonst jemand?
Wenn es um die Milchbauern geht kann man sich nix mehr noch so absurdes ausdenken ohne sofort von der Realitaet ueberholt zu werden.
Ein "Desaster" am Milchmarkt - ein "Milchkrisengipfel"? Gehts noch laecherlicher?
Es ist zuviel Milch am Markt und die Preise fallen - und wer produziert diese Milch? Genau diejenigen die jetzt im Hungerstreik sind. Dass ihnen diese Ironie nicht selber auffaellt muss wohl daran liegen dass sie durch den Streik schon stark geschwaecht sind.
Ein Kilo Pflanzenöl hat die ca. 15 fache Kalorienmenge als 1 kg 3,5% Milch!
Die Preise werden sich auf Energiebasis annähern!