Ermittlungen gegen zwölf Brauereien Kartellamt vermutet illegale Absprachen beim Bierpreis

Krombacher, Warsteiner, Bitburger: Kaum eine Premium-Marke, die nicht betroffen sein soll. Das Bundeskartellamt ermittelt wegen mutmaßlicher Preisabsprachen gegen bis zu zwölf deutsche Brauereien.

Das Bundeskartellamt ermittelt gegen mehrere große deutsche Brauereien wegen möglicher illegaler Preisabsprachen. Die Hersteller Warsteiner und Krombacher bestätigten der Nachrichtenagentur dpa die Untersuchungen der Bonner Wettbewerbsbehörde. Ein Sprecher des Kartellsamtes sagte, das Verfahren sei bereits weit fortgeschritten. Es solle bis zum Sommer abgeschlossen werden.

Das Kartell könnte sehr große Ausmaße haben: Einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus zufolge sollen etwa ein Dutzend Brauereien ins Visier der Kartellwächter geraten sein. Es gehe um 24 "Premium-Marken", Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe drohten. Eine Stellungnahme der Behörde war zunächst nicht zu erhalten.

Zu den Unternehmen, die überprüft werden, sollen nach Informationen des Magazins gehören: Carlsberg, dem Mutterunternehmen von Holsten, und AB-Inbev, der Beck's-Hersteller; dazu Erdinger, Bitburger und die Getränkesparte des Lebensmittelkonzerns Oetker mit den Marken Radeberger und Jever.

Wie Warsteiner mitteilte, habe das Bundeskartellamt die Brauerei bereits im ersten Halbjahr 2012 davon unterrichtet, dass gegen sie ermittelt werde. Gegenstand seien mögliche Preisabsprachen mit Wettbewerbern, Ergebnisse lägen bislang aber nicht vor, hieß es weiter.