Ermittlungen gegen Monte dei Paschi Italiens Finanzpolizei friert Milliarden ein

Dunkle Geschäfte haben der ältesten Bank der Welt hohe Verluste eingebrockt, dabei steckt die Monte dei Paschi schon tief in den Schulden. In die Affäre ist auch die japanische Bank Nomura verwickelt - dort haben Italiens Fahnder nun zugeschlagen.

Im Zuge der Betrugsermittlungen gegen die italienische Bank Monte dei Paschi hat die italienische Finanzpolizei 1,8 Milliarden Euro auf Konten der japanischen Investmentbank Nomura und von früheren Managern der Monte dei Paschi beschlagnahmt. Dies teilte die Staatsanwaltschaft in Siena mit. 1,7 Milliarden seien von der Bank in Siena bei der Mailänder Nomura-Tochter deponiert gewesen, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Die Behörden ermitteln am Firmensitz der Bank in Siena wegen riskanter Derivategeschäfte, die von den Verantwortlichen verheimlicht worden sein sollen. Monte dei Paschi wirft Nomura und auch der Deutschen Bank vor, sie bei diesen Geschäften über den Tisch gezogen zu haben. Anfang März hatte die italienische Bank deswegen Klage gegen die beiden Geldhäuser eingereicht. Die Deutsche Bank wies Vorwürfe Mitte März zurück und kündigte an, sich mit aller Macht gegen die Klagen zu wehren.

Durch die Geschäfte verlor die Monte dei Paschi 730 Millionen Euro. Es geht dabei um die Transaktion Alexandria, die von Juli bis Oktober 2009 gemeinsam mit dem japanischen Finanzkonzern Nomura abgewickelt wurde, und die Transaktion Santorini, an der im Dezember 2008 die Deutsche Bank beteiligt war.

Die Monte dei Paschi ist die älteste Bank der Welt und hoch verschuldet. Nur dank Staatshilfe in Milliardenhöhe kann sie ihr Geschäft weiterbetreiben.