Ein Kommentar von Karl-Heinz Büschemann

Die Bundesregierung erreicht ihr Ziel: Die lange umstrittene Abwrackprämie setzt den fast zusammengebrochenen Autoabsatz wieder in Gang.

Allerdings gab es zuvor in der politischen Diskussion über die Vor- und Nachteile staatlicher Verkaufshilfen für eine ganze Industrie viele ablehnende Stimmen.

Die Abwrackprämie nutzt vor allem ausländischen Herstellern (© Foto: Getty)

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Die berechtigte Frage war, warum der Staat mit Steuergeld dafür sogen müsse, dass eine leidende Branche wieder mehr Geschäft macht. Angesichts der nach oben schnellenden Verkaufszahlen auf dem deutschen Automarkt werden die Kritiker jetzt vermutlich ruhiger.

Keine echte Nachfrage

Richtig ist natürlich, dass eine Abwrackprämie, die das Verschrotten eines Altautos prämiert, wenn ein Neuwagen angeschafft wird, keine echte neue Nachfrage schaffen kann. Viele Käufer ziehen den Kauf eines neuen Wagens jetzt einfach vor, um den schönen Zuschuss vom Staat noch mitzunehmen.

Daher wird die Nachfrage nach neuen Fahrzeugen auch wieder zurückgehen, sobald die 1,5 Milliarden Euro für diesen Zweck verbraucht sind.

Aber noch schlechter wäre es, wenn der Autohandel ganz zum Erliegen gekommen wäre und sich im ganzen Land das Gefühl von Lähmung ausgebreitet hätte, das auch auf andere Branchen ausstrahlen würde.

Ebenso richtig ist, dass die Abwrackprämie vor allem ausländischen Herstellern nützt, die kleine Fahrzeuge mit geringem Spritverbrauch bauen. Doch es wäre falsch, den Kaufanreiz nur denen zu zahlen, die sich für deutsche Marken entscheiden.

Die Grenzen sind in der Autoindustrie schon lange gefallen. Wenn die tschechische Marke Skoda von der Prämie profitiert, hat auch der Eigentümer VW davon einen Nutzen.

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(SZ vom 04.03.2009/hgn)