General Motors will Opel gegen alle Widerstände selbst sanieren. Mit der Entscheidung brüskiert der US-Konzern die Bundesregierung.
Der US-Autokonzern General Motors (GM) will seine angeschlagene deutsche Tochtergesellschaft Opel nun doch behalten. Dies entschied der Verwaltungsrat des Unternehmens am Dienstagabend. Zuletzt hatte GM noch im September empfohlen, Opel mehrheitlich an den Kfz-Zulieferer Magna zu verkaufen.
Nach monatelangem Gezerre jetzt die Entscheidung: Opel verbleibt bei General Motors. (© Foto: ddp)
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Der Verwaltungsrat von GM kam nach der Beratung über das Schicksal von Opel zu einem unerwarteten Ergebnis: Der Rüsselsheimer Autohersteller soll demnach bei GM bleiben und von dem US-Konzern saniert werden. Dies teilte das Unternehmen am späten Dienstagabend mit.
Zusammenarbeit mit der EU
Die Entscheidung wurde nach einer langen Sitzung des GM-Verwaltungsrats auch dem potentiellen Investor Magna mitgeteilt, wie Verhandlungskreise der Süddeutschen Zeitung bestätigten. Die Verbesserung des Geschäftsumfeldes und die Bedeutung von Opel seien für die Entscheidung ausschlaggebend gewesen, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Bundesregierung werde in Kürze über den Restrukturierungsplan für Opel informiert, hieß es weiter.
Der Plan sehe Ausgaben von etwa drei Milliarden Euro vor. GM werde bei der Sanierung mit der Europäischen Union zusammenarbeiten.
Für den Fall, dass GM Opel nicht an Magna abgeben würde, haben die Betriebsräte und die IGMetall bereits mit Streiks gedroht. Opel kämpft seit fast genau einem Jahr ums Überleben und hatte am 14. November 2008 um eine milliardenschwere Staatshilfe bei der Bundesregierung nachgesucht.
Zuletzt war die Regierung bereit, Bürgschaften und Kredite im Volumen von 4,5 Milliarden Euro bereitzustellen, wenn Magna als Investor bei Opel zum Zuge kommt. Unklar ist, ob nun die Staatshilfe auch dann gewährt wird, wenn Opel bei seiner bisherigen Muttergesellschaft bleibt.
Dass sich der GM-Verwaltungsrat erneut mit Opel beschäftigte, ging auf eine Forderung der EU-Kommission zurück. Sie hatte befürchtet, dass die Bundesregierung ihre Zusage über eine staatliche Hilfe für Opel an Zugeständnisse zum Erhalt deutscher Werke geknüpft hat.
GM sollte deshalb schriftlich versichern, dass seine Empfehlung vom September für einen Teilverkauf von Opel an Magna ohne politischen Druck zustande kam und dass alle Opel-Interessenten im Bieterprozess die gleichen Chancen hatten. Dies wollte GM aber offenbar nicht tun.
Scharfe Kritik von Roland Koch
Ungeklärt ist nun, wie die Sanierung unter GM-Regie laufen soll. Nach früheren Plänen des US-Konzerns sollen mindestens 11.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Zudem plante General Motors Werksschließungen, etwa im belgischen Antwerpen. Bedroht war demnach auch der deutsche Standort Eisenach, den GM verkaufen wollte. Magna wollte hingegen 10.500 der europaweit 50.000 Arbeitsplätze bei Opel abbauen.
Mit der Entscheidung, Opel nun doch behalten zu wollen, brüskiert GM die Bundesregierung und die vier deutschen Länder mit Opel-Standorten, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch kritisierte die Entscheidung scharf. "Angesichts der negativen Erfahrungen" der letzten Jahre mit GM mache er sich "große Sorgen um die Zukunft des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze", sagte Koch.
Es ist absehbar, dass GM von den Beschäftigten erhebliche Zugeständnisse einfordern wird. Kurz vor der Entscheidung hatten sich die europäischen Betriebsräte und nationalen Arbeitnehmervertreter von Opel mit Magna auf ein umfangreiches Sparpaket geeinigt. Es sollte ein Volumen von 1,6 Milliarden Euro haben und sah eine jährliche Kostensenkung von 265 Millionen Euro bis 2014 vor. A
Als Gegenleistung sollte die Belegschaft mit zehn Prozent an der neuen Opel-Gesellschaft beteiligt werden. Das Abkommen stand aber unter dem Vorbehalt, dass die Mehrheit an dem Unternehmen an Magna und deren Partner, die russische Sberbank, abgegeben und ein entsprechender Übernahmevertrag unterzeichnet würde. Da diese Voraussetzung von GM nicht erfüllt wurde, stehen die Zeichen in Rüsselsheim in den nächsten Tagen und Wochen auf Konfrontation.
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(SZ vom 4.11.2009/aho)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
So sieht es aus, wenn Politiker Verhandlungen mit Konzernen zu führen versuchen- nämlich zum vermutlichen Verlust von 1.5 Mrd. Steuergeldern-. Aber, sie haben wenigstens bis 4 Wochen nach der Wahl gewartet. Ähnlich wie bei Quelle.
Wann schreiten unsere Volksvertreter endlich gegen den Spekulationskapitalismus ein?
Die Börse zockt lustig weiter. Auch Öl ist schon wieder auf dem Spieltisch!
Nicht ein Wort des Bedauerns von Ihnen in Richtung der Opel-Beschäftigten ist im Ansatz glaubwürdig. Ihre abstruse Argumentation nährt den Verdacht, daß Sie Darmspiegelung mit EEG verwechseln könnten, nur weil das bei Ihnen einerlei ist.
Ein beschämenter Vorgang, eben Politik. Tricksen, tarnen, täuschen und Unvermögen von allen Seiten.
Opel ist seit Jahren pleite. Es fehlt, wie immer nur der Mut die Wahrheit zu sagen. Wie tragisch es auch für die Mitarbeiter ist.
wer Opel und damit uns Steuerzahlern die wir für die Arbeitslosen einzutreten haben diese Misere eingebrockt hat.
Es war die Europäische Kommission! Zweitklassige Leute, teilweise von ihren Parteien nach Europa auf Druckposten abgeschoben!
Die Institution hat sich, einmal mehr als sehr deutschenfeindlich gezeigt. Nun rächt sich, dass der deutsche Michel nicht auf die Straße gegangen ist, als ihm die Lissabonner Verträge ungefragt aufs Auge gedrückt wurden.
Sollten unsere Parteien nun GM die hohen Milliardenbeträge, wie gefordert, in den Rachen schmeissen, dann sollte man mal an einen Generalstreik hier bei und denken.
Als politisch motivierter Streik verboten, dennoch, wer sollte den verbieten! Der ungehemmten Geldgier von Banken, Lobbypolitik und Industrie ist anders nicht beizukommen.
Machen wir uns nichtws vor: was wir im letzten jahr erlebt haben, war alles großes Theater. To astonnish the natives. Von den "Rettern" wie denen, die eine "geordnete Insolvenz" wollten.
Großes Theater - mit Schmierenschauspielern.
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