Ökostrom-Förderung Warum sich die Energiewende lohnt

Die Kritiker werden die Energiewende sofort und grundsätzlich infrage stellen: Wenn an diesem Montag veröffentlicht wird, wie viel die Ökostrom-Förderung die Verbraucher im kommenden Jahr mehr kostet, wird von energiepolitischem Unsinn die Rede sein. Doch haben Zweifler und Zauderer noch nie große Geschichte geschrieben. Für Wandel und Reformen braucht es Mut und Durchhaltevermögen.

Ein Kommentar von Silvia Liebrich

Keine Frage, es wird ein Sturm der Entrüstung losbrechen. Wenn an diesem Montag veröffentlicht wird, wie viel die Ökostrom-Förderung die Verbraucher im nächsten Jahr mehr kostet, werden sich die Kritiker sogleich überschlagen und die Energiewende grundsätzlich infrage stellen. Von energiepolitischem Unsinn wird die Rede sein, von unakzeptablen Härten für Wirtschaft und Konsumenten.

Den Ewiggestrigen sei gesagt: Zweifler und Zauderer haben noch nie große Geschichte geschrieben. Für Wandel und Reformen braucht es Mut und Durchhaltevermögen. Das gilt erst recht für den Aufbruch in ein neues Energiezeitalter - und genau darum geht es hier.

Die Energiewende und alles was damit verbunden ist, gehört zu jenen gewaltigen Vorhaben, für die ein langer Atem und Kompromissbereitschaft notwendig sind. Fehler und Kurskorrekturen sind da unvermeidbar, schließlich gibt es kein Patentrezept. Wenn es also im Getriebe des Wandels kracht, wie nun bei der EEG-Umlage, rechtfertigt das allenfalls eine Neujustierung bei der Förderung von erneuerbaren Energien, aber keinesfalls einen Rücktritt von der Energiewende.

Wissenschaftler wie der amerikanische Ökonom Jeremy Rifkin bezeichnen die Energiewende zu Recht als dritte industrielle Revolution. Ein Umbruch, bei dem es um weit mehr geht, als den Ausstieg aus der Atomenergie, deren Risiken als unkalkulierbar gelten. Vor allem geht es um das Ende des fossilen Energiezeitalters, das zweifellos bevorsteht.

Die Energiewende wird deshalb einen ähnlich tief greifenden ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Wandel auslösen, wie die industrielle Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ein Umbruch, der durch den groß angelegten Abbau von Kohle und technologische Erfindungen wie der Dampfmaschine überhaupt erst möglich wurde.

Die Elektrifizierung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts löste die nächste Welle der Industrialisierung aus. Henry Ford entwickelte mit der "Tin Lizzie" das erste Fahrzeug, das auch für die breite Masse erschwinglich war. Das Auto als Inbegriff von Freiheit und Wohlstand - ohne billiges Öl hätte es seinen Siegeszug nie antreten können. Die Globalisierungswelle der vergangenen zwei Jahrzehnte - ohne billiges Öl unvorstellbar.

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