Energiewende Stromkonzerne planen Rückkehr der Nachtspeicher

Sie gelten als veraltete Stromfresser - doch der Stromkonzern RWE will wieder verstärkt elektrische Heizungen einsetzen. Als Energiespeicher sollen sie für schwankende Strommengen aus Windkraftwerken genutzt werden.

Einst galten sie als Wärmequelle der Zukunft, heute sind sie vor allem als Stromfresser bekannt. Dennoch sollen Speicherheizungen nach den Vorstellungen großer Stromkonzerne künftig die Energiewende vorantreiben.

Wie die Financial Times Deutschland (FTD) in ihrer Dienstagsausgabe berichtet, will der Energieversorger RWE wieder verstärkt elektrische Heizungen einsetzen, die in der Nacht Wärme speichern, die sie am Tag wieder abgeben. Dafür sollen sie mit moderner Regeltechnik ausgestattet als Energiespeicher für schwankende Strommengen aus Windkraftwerken genutzt werden.

Dem Bericht zufolge, plane auch der Versorger EnBW ein solches Modell. Der Technik-Chef der RWE-Effizienztochter, Norbert Verweyen, sagte der FTD, ein Praxistest mit 50 Wohnungen sei erfolgreich verlaufen, technisch funktioniere das System schon heute. "Wenn wir nachweisen können, dass es sich wirtschaftlich rechnet, wollen wir 2014 damit auf den Markt kommen."

Dazu solle das ab 2019 geplante Verbot für den Verkauf von Speicherheizungen fallen. Zwar sind die meisten Elektroheizungen längst aus den Wohnungen verschwunden, doch die 1,4 Millionen noch eingebauten Heizungen genügen laut RWE, um Pumpspeicher mit zehn Gigawatt Leistung zu ersetzen und damit den Versorgern Milliarden an Investitionen zu ersparen.