Regionale Stromversorger geraten durch den verschärften Wettbewerb zunehmend unter Druck und könnten vom Markt verschwinden.
Das Sterbeglöckchen wurde schon häufig geläutet für die mehr als 800 deutschen Stadtwerke. Allen Prognosen zum Trotz konnten sich die regionalen Strom- und Gasversorger bisher aber gegenüber den mächtigen Energiekonzernen oder den Platzhirschen im eigenen Lager behaupten.
Anzeige
Jetzt allerdings kommen sie stark unter Druck. Der durch Billiganbieter verschärfte Wettbewerb um die Kunden auf der einen Seite und sinkende Einnahmen aus dem Betrieb der Strom- und Gasnetze zehrt an den Bilanzen. Viele Städte haben die Lage erkannt und buhlen um finanzkräftige Partner.
Andere Unternehmen suchen durch Fusion oder Kooperationen die eigene Haut zu retten. 60 Prozent aller regionalen Versorger sind nach einer Übersicht des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU) bereits solche Kooperationen eingegangen. Allenfalls 150 größere Stadtwerke haben nennenswerte eigene Stromerzeugungskapazitäten.
Kunden melden Protest an
Die übrigen sind auf Lieferungen der vier großen Konzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall angewiesen. Auch beim Gas bleibt den Versorgern nur die Rolle des Handelsunternehmens mit stark abnehmenden Margen. Die Gaslieferanten beharren auf automatischen Preisanpassungsklauseln, die Kunden melden dagegen immer stärkeren Protest an oder kürzen gar ihre Rechnungen.
Etwa 60 Prozent des Wertes eines Stadtwerks stecken im Boden, nämlich in den Strom- und Gasnetzen. Unter der Regie der Regulierungsbehörden schmilzt dieser Bodenschatz. Um niedrige Netzentgelte durchzusetzen, senken die Regulierer die zulässige Kapitalverzinsung und verweigern langjährige Steuervergünstigungen für die Versorger. Damit beginnt ein Teufelskreis: Die Gewinne für die Kommunen sinken, und die Nervosität von Geschäftsführern und Aufsichtsräten steigt.
"In der Energiebranche geht der Wettbewerb jetzt erst richtig los, weil erst jetzt die Marktzugangsbarrieren durch die Netzregulierung beseitigt werden", sagte Rudolf Schulten, der Chef des einzigen börsennotierten Stadtwerks MVV Energie in Mannheim.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Strommarkt Netzagentur hält Energiekonzerne kurz 15.01.2008
- Steigender Energieverbrauch Die Stromfresser kommen 15.01.2008
- Energiekosten Strompreise ziehen kräftig an 13.01.2008
- Strompreise Es wird wohl noch teurer 07.01.2008
Mubarak-Prozess in Ägypten
Großkraftwerke auf der grünen Wiese blasen 60% der Energie als Wärme in die Kühltürme. Der Kunde zahlt also mit jeder KWh Strom etwa 2,5 kWh Wärme, die vernichtet wurden. Wenn nun kleine lokale Gaskraftwerke für Wohnviertel Strom & Wärme gleichzeitig erzeugen, so sinken die CO2 Emissionen für Strom und Heizung zusammen deutlich. Wer soll ein Dutzend dieser kleinen Dinger besser betreuen können als Stadtwerke? Im Sommer gäbs Wärme sogar fast umsonst, da die Abwärme für Heizzwecke (außer zum duschen) kaum an den Mann zu bringen ist.
je dezentraler desto besser, am besten auf dem eigenen Hausdach, weil dann die Bürger vor Ort über ihre Versorgung selbst entscheiden können. Die Überschüsse aus der kommunalen Stromversorgung haben in der Vergangenheit zur Finanzierung von Busnetzen, kommunalen Kindergärten und anderen sozialen Einrichtungen beigetragen. Nach Verkauf der Stadtwerke fehlt dieses Geld.
Versorger nicht die großen Fünf mit Anteilen an den Stadtwerken versorgt hätten, hätten wir heute vermutlich auch nicht das Problem mit den zu stark steigenden Preisen. Hier eist in den letzten Jahren ein verlängertes Leitungsmonopol entstanden. Die Stadtwerke mit Eon oder EnBW- Anteiel müssen nun mal dort auch den Strom abnehmen, auch wenn dieser viel zu teuer ist.
Wenn die Stadtwerke ihr Einspeisungsmonopol aufgeben und stattdessen frei und offen die Leitungen vermieten wurden.
Dann wäre den Kunden geholfen, auch könnte sich neue Stromversorger anschliessen.
Mir ist nicht klar, warum jedes 500 Einwohner-Dorf eine eigene Stromerzeugung braucht.