Energiemarkt Gazprom macht Gas für Eon billiger

Zwei Energieriesen haben sich geeinigt: Der deutsche Energiekonzern Eon hat der russischen Gazprom nach langem Streit bessere Lieferbedingungen abgerungen. Ob der Verbraucher nun weniger für Erdgas zahlt, ist unklar. Eon jedenfalls will gleich mal eine Milliarde mehr einstreichen.

Das Gas wird billiger, zumindest für Eon. Der größte deutsche Energiekonzern hat sich nach jahrelangem Ringen mit der russischen Gazprom auf günstigere Preise bei den langfristigen Gaslieferverträgen geeinigt. Ob die Verbilligung an die Verbraucher weitergegeben wird, ist aber noch nicht bekannt.

Eon spart dadurch auf jeden Fall viel Geld. Wegen des neuen Deals erwartet das Unternehmen nun einen positiven Effekt von etwa eine Milliarde Euro auf das Halbjahresergebnis. Die nun getroffene Abmachung gelte rückwirkend bis zum 4. Quartal 2010. Für das Gesamtjahr rechnet Eon nun mit einem Gewinn von 4,1 bis 4,5 Milliarden Euro - statt bisher 2,3 bis 2,7 Milliarden.

"Mit den Vereinbarungen festigen wir unsere langjährige erfolgreiche Partnerschaft mit Gazprom", sagte Eon-Chef Johannes Teyssen. Mit dem Abschluss der Verhandlungen mit Gazprom habe Eon nun die Preiskonditionen von 100 Prozent der aktuell ölpreisgebundenen Mengen erfolgreich neu verhandelt. Die Verträge laufen bis 2036.

Der deutsche Energiekonzern hatte in den vergangenen Jahren Probleme bekommen: Die Gaspreise auf den Spotmärkten, wo das Gas kurzfristig weiterverkauft wird, waren gefallen - die Gasbezugspreise gleichzeitig aber im Einkauf wegen der langfristigen Verträge teuer geblieben. Die Tochterfirma Eon Ruhrgas hatte deshalb im vergangenen Jahr einen Verlust von rund 700 Millionen Euro wegstecken müssen.

Der russische Riese Gazprom möchte seit längerem den deutschen Markt erobern. Durch die Einigung werde nun auch das Schiedsgericht-Verfahren beendet, in dem sich die beiden Konzerne um den Gaspreis stritten.