Der Gas-Streit zwischen Kiew und Moskau führt zu massiven Lieferausfällen in Europa. Nach einigen osteuropäischen Staaten ist nun auch Deutschland betroffen.
Der Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine bedroht die Gasversorgung in Europa. Viele Länder sind bei eisigen Temperaturen seit Dienstag weitgehend von russischen Gaslieferungen durch Pipelines in der Ukraine abgeschnitten. Auch in Deutschland kam es zu ersten Lieferausfällen. Der größte deutsche Gasimporteur, Eon Ruhgas, rechnet noch am Dienstag mit einem völligen Ausfall der russischen Gaslieferungen über die Ukraine nach Deutschland.
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Gaspipline "Blauer Strom", die Gas durch das Schwarze Meer leiten soll. (© Foto: dpa)
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Die Gaskunden in Deutschland müssen nach Angaben der Energiewirtschaft wegen des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine aber nicht im Kalten sitzen. "Die Versorgung ist sichergestellt. Die Verbraucher müssen sich keine Sorgen machen", sagte ein Sprecher des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Deutschland beziehe zwei Drittel seines Gases aus Westeuropa. Zudem hätten die 46 Untertage-Speicher eine Kapazität, die einem Viertel des Jahresverbrauchs von 2007 entspreche. "Die Speicher sind gut gefüllt", so der Sprecher weiter.
Spürbar war die Verknappung auch in der Türkei, Bulgarien, Rumänien, Österreich, Griechenland, Mazedonien, Kroatien und Ungarn. Die betroffenen Staaten greifen auf Lagerbestände zurück, um Haushalte und Unternehmen weiter zu versorgen.
Russland fordert höhere Preise von der Ukraine. Weil die ukrainische Regierung in Kiew sich dagegen wehrt, drehte die russische Führung in Moskau am 1. Januar den Hahn zu. Die Engpässe entstehen, weil der russische Monopolist Gazprom weniger Gas durch die ukrainischen Transitleitungen nach Europa liefert. Die Führung in Moskau beschuldigt den Nachbarn, diese Leitungen illegal anzuzapfen, um Gas für die eigene Versorgung abzuzweigen.
Die Europäische Union protestierte gegen die Engpässe, die der russische Gasmonopolist Gazprom in Moskau bestätigte: "Ohne vorherige Warnung und in klarem Widerspruch zu den Versicherungen der höchsten russischen und ukrainischen Stellen wurden die Gas-Lieferungen an einige EU- Mitgliedstaaten wesentlich verringert", betonten die EU-Kommission und die tschechische EU-Ratspräsidentschaft.
Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft nannte die Situation "dramatisch". "Die Lage verschlechtert sich mit jeder Minute", sagte Industrie- und Handelsminister Martin Riman in Kiew. Riman wurde später in Berlin erwartet, wo er mit dem Vize-Chef von Gazprom, Alexander Medwedjew, sprechen wollte. An dem Gespräch sollte - angesichts der Zuspitzung der Lage - auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) teilnehmen.
Gazprom sagte, die Versorgung sei - wie angekündigt - um 65,3 Millionen Kubikmeter Gas gedrosselt worden. Wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Unternehmen weiter meldete, gehe es um die Menge, die die Ukraine in den vergangenen Tagen illegal aus Transitleitungen abgezapft habe. Die Regierung in Kiew bestreitet das. Der ukrainische Gasversorger Naftogas teilte mit, Russland pumpe nur noch 92 Millionen statt 221 Millionen Kubikmeter in ukrainische Pipelines.
Osteuropäische Staaten besonders hart betroffen
"Gazprom tut alles für eine lückenlose Versorgung, aber die Möglichkeiten des Unternehmens sind nicht grenzenlos", sagte Medwedjew vor der Reise nach Berlin. Für die in Europa aufgetretenen Engpässe machte er die ukrainische Naftogas verantwortlich.
Besonders betroffen von der Eskalation in dem Streit sind Mittel- und Osteuropa. Die Türkei erhält kein Gas mehr aus ukrainischen Transitpipelines. In Österreich fielen nach Angaben des Erdöl- und Erdgaskonzern OMV 90 Prozent der russischen Gaslieferungen aus. Nach Ungarn gelangte infolge des russisch-ukrainischen Streits weniger russisches Erdgas, weil Österreich nach den Ausfällen die Zufuhr verringert hat.
Auch Rumänien erhielt zwei Drittel weniger Gas aus Russland. Vom Lieferstopp an der ukrainisch-rumänischen Grenze sind auch Bulgarien und seine Nachbarstaaten Griechenland, Mazedonien und die Türkei betroffen. Diese Staaten erhalten laut bulgarische Gasgesellschaft Bulgargas russisches Gas über bulgarische Pipelines. Auch Kroatien ist von russischen Lieferungen abgeschnitten.
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(AP/dpa/bosw/cag)
Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
Wie verlautete es doch aus Kanzleramt, Wirtschaftsministerium und EU zur Finanzkrise? Erst "Die amerikanische Immobilienkrise betrifft uns nicht". Als dann Lehmann passierte: "Die deutschen und europäischen Banken sind davon nicht oder kaum betroffen". Als die USA in die Rezession glitten: "Wir sind gut aufgestellt! Auf die robuste deutsche Wirtschaft hat das keinen Einfluss".
Wie waren sich Kanzleramt, Wirtschaftsministerium und EU beim Gasstreit einig: "Deutschland ist davon nicht betroffen. Zudem haben wir ausreichend Vorräte". Auch das waren Wahrsagerei und Märchenstunden. Realität kehrt jetzt ein, denn Herr Glos merkt: Die Kälte lässt unsere Gasvorräte schneller schrumpfen. Da wäre ich nicht drauf gekommen!
Der Einfluss Deutschlands und der EU wird in jeder Hinsicht überschätzt. Geradezu lächerlich wirkte das Antichambrieren im "kleinen" Israel, wo sich die EU-Delegation nichts holte als kalte Füße. Erinnerungen an die umstrittene Rolle Europas auf dem Balkan (und auch zu Georgien) werden wach.
Aber dafür sind wir stark in der Regulierungswut und blindem, industriehörigem Aktionismus, wie beim Verbot der Glühlampen und für Verbraucher teueren und gesundheitsgefährdendem Zwangskauf von Energiesparlampen.
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für die negativen Bewertungen...da sieht man wes Geistes Kind hier manche sind.....
Anstatt die Bude zu sanieren um den Verbrauch zu senken wird wahrscheinlich lieber wieder der alte Mustang in der Garage vollgetankt, man kann es sich ja endlich wieder leisten.
Und bis zum nächsten Kippenautomat ist es ja soooo weit....find ich klasse....über andere schimpfen, diskutieren, wer an was Schuld ist...geile Sache....aber man selbst...nö, was kann man da schon machen.....man hat doch die Weisheit mit dem Löffel gefressen...
Nochmal Klartext:
Je weniger wir von dem Zeug brauchen, um so weniger juckt es uns, was diese Chaoten treiben!
Quote:"Die Europäische Union protestierte gegen die Engpässe, die der russische Gasmonopolist Gazprom in Moskau bestätigte: "Ohne vorherige Warnung und in klarem Widerspruch zu den Versicherungen der höchsten russischen und ukrainischen Stellen wurden die Gas-Lieferungen an einige EU- Mitgliedstaaten wesentlich verringert""
Ich bin mir sicher vor einige Wochen schon gelesen zu haben dass der Kreml die EU wegen Ausfälle mit der Gasversorgung ab den ersten Januar 2009 warnt.
Meiner Meinung nach haben die Russen nur Lieferengpässe für West Europa bestätigt. Nicht jedoch Ohne vorherige Warnung, ich möchte gerne von der SZ die russische Quelle wissen wo dies so gesagt wird.
Ukraine nicht in die NATO, so eine Klarstellung würde die Russen milde stimmen.
Paging