Das Energiekonzept der Regierung ist vor allem eins: hübsch zu lesen. Es mangelt an konkreten Maßnahmen. Bei der Gebäudesanierung ist die Regierung umgefallen wie ein morscher Baum im Sturm.
Beim Klimaschutz gingen deutsche Regierungen mit großen Worten schon immer spendabel um. Bereits 1992 setzte Bundeskanzler Helmut Kohl beim Umweltgipfel in Rio de Janeiro Maßstäbe, als er den massiven Abbau klimaschädlicher Emissionen zusagte. Um bis zu 30 Prozent sollten sie bis 2005 zurückgehen.
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Die Atomkraftwerke Isar 1 und Isar 2 nahe Landshut: Allein mit schönen Worten ist kein Klimaschutz zu machen. (© ag.ddp)
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Wieder daheim, ließ Kohl die Dinge laufen. Mit der Industrie verabredete er eine folgenlose Selbstverpflichtung. Das Jahr 2005 verstrich - das Kohl'sche Ziel blieb unerreicht. Verantwortlich zeichnete dafür keiner mehr, es war ja so lang her. Darin liegt er, der Reiz des fernen Ziels.
Nun wiederholt sich die Geschichte. Am Dienstag wird das Bundeskabinett ein Energiekonzept verabschieden, das Regierungsmitglieder bereits als "Revolution" (Kanzlerin Angela Merkel), als "epochal" (FDP-Chef Guido Westerwelle), als "anspruchsvollstes" seiner Art und "weltweit einmalig" (Umweltminister Norbert Röttgen) priesen. Wenn es bloß so wäre.
Sollen, müssten, könnten
Tatsächlich steht der Anspruch allein auf dem Papier. Ja, Deutschland soll bis 2050 bis zu 95 Prozent weniger Treibhausgase emittieren, und ja: Bis 2020 soll das Minus schon bei 40 Prozent liegen. Auch soll dafür die Windenergie kräftig ausgebaut werden, müssten Gebäude wesentlich weniger Wärme verbrauchen, könnten Autos künftig weniger Sprit für die gleiche Strecke benötigen. Sollen, müssten, könnten: Es ist eine Politik, die wünscht, ohne zu fordern. Die Ziele kennt, aber keine Landkarten.
Nirgends lässt sich das besser beobachten als im Gebäudebereich. Hier liegen die stillen Reserven der Energiepolitik, denn Deutschlands Fenster, Dächer und Keller sind mehrheitlich Zeugnisse der Verschwendung. Mit vergleichsweise moderaten Kosten lässt sich hier eine Menge erreichen, und tatsächlich fanden sich in ersten Entwürfen zum Energiekonzept einige gute Ideen dafür. Doch das konzertierte Lamento der Haus- und Grundbesitzer machte die Pläne zunichte. Die Koalition fiel um wie ein morscher Baum im Sturm. Die Ziele stehen zwar immer noch im Konzept, aber der Weg dorthin ist freiwillig. Wer sein Gebäude nicht saniert, verzichtet zwar auf Förderung. Sonst aber passiert nichts. So ähnlich war das auch in der Ära Kohl.
Nur lässt sich ohne Ordnungsrecht ein falscher Kurs nicht korrigieren. Die Europäer hätten nie freiwillig Glühbirnen gegen Energiesparlampen getauscht - hätte es nicht entsprechende Gesetze gegeben. Europas Autos verbrauchten immer noch viel zu viel Sprit - gäbe es dafür keine Vorgaben. Auch deutsche Gebäude werden ohne feste Vorgaben Energieverschwender bleiben, sehr zum Leidwesen ihrer Bewohner. Letztere werden nämlich absehbar mehr zu zahlen haben für Öl und Gas. Nur betrifft das vorwiegend die Interessen künftiger Generationen, und die haben im aktuellen politischen Geschäft keine Lobby. Die deutschen Klimaziele dürften mit diesen Plänen bleiben, was sie sind: hübsch zu lesen.
Es ist beschämend, dass diese Bundesregierung nicht mehr auf die Beine gestellt hat. An großen Worten hatte es in den vergangenen Monaten keinen Mangel. Das Energiekonzept sollte helfen, Deutschland zu modernisieren. Messbare Ergebnisse aber bleiben ein paar Millionen Fördermittel, die ohnehin vorgesehen waren, und längere Laufzeiten für Atomkraftwerke. Eine Revolution? Vielleicht ein andermal.
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(SZ vom 28.09.2010/bbr/pak)
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Michael Bauchmüller scheint ein Freund der Zwangsmaßnamen zu sein, ein Verfechter des starken Staates, jedenfalls solange es in seine Richtung geht. Er bräuchte eigentlich nur mit offenen Augen durch die Städte gehen um zu sehen, daß an zahlreichen Gebäuden derartige Sanierungen bereiits stattgefunden haben. Seine Zwangsmaßnahmen sind daher dem bloßen Wunsch nach Aktionismus zuzuschreiben. Je mehr Wohnraum energetisch saniert ist, desto größer wird der Druck auf Hausbesitzer, ihre Objekte in Stand zu setzen.Weil einEURO nur einmal ausgegeben werden kann, wird jeder Hausbesitzer sehr schnell begreifen, daß eine Sanierung für ihn bedeutet, den Anteil an diesem EUR zu ungunsten der Energieversorger zu erhöhen.
Nicht jede Privarperson hat so viel Geld um das alles umsetzen zu können und die Nebenkosten bei den Mieten sind eh' schon so hoch, daß noch ein paar mehr Menschen sich in Zukunft nur eine "Wohnung" unter einer Brücke leisten können. Alles wird vom Staat bestimmt und verordnet. Diese Regierung nimmt uns noch das letzte Hemd. Klimaschutz hin - Klimaschutz her, man muß vor allen Dingen sich ein menschenwürdiges Leben leisten können. Und wenn man in andere Länder guckt, was dort gechieht.....Einfach nix!!
Wie ich hier bereits geschrieben habe!
die liberalisierung des strommarktes
bietet heute den vorteil, dass jeder privathaushalt
und betrieb seinen stromanbieter
frei wählen kann. mit dem wechsel zu einem
Ökostromanbieter, der keinen atomstrom im
angebot hat, können die verbraucher ihrem
wunsch nach einer umweltschonenden energieform
ausdruck verleihen.
Das heißt wenn sie, die Bürger, diese Energieform nicht unterstützen wollen,wechseln sie den Stromanbieter und achten sie darauf das er keinen Atomstrom beinhaltet!
Schon für die Regierung von Helmut Kohl wurde der wahre Preis
des Atomstroms mit circa vier D-Mark berechnet. Das ist fast das
Dreifache des heute teuersten solaren Ökostroms.Frontal 21 ZDF
Soso.
Ihnen ist aber schon klar dass es einen Unterschied zwischen einer Wand aus massiven Steinen und aus Hohlsteinen gibt?
Und ihnen ist auch bekannt, dass es Zuschüsse nur gibt wenn man auf beide die gleiche Dicke an Isolierung klatscht?
Was Schwachsinn ist, weil die Wände völlig unterschiedlich sind.
Das sowas im Schnitt bei einem kleinen Einfamilienhaus etwa 40'000 Euro kostet, Abriss sämtlicher Pergolen, Windfange und Terassen nicht eingerechnet?
Wie lange braucht es denn um 40'000 Euro über die Heizkosten einzusparen?
Dazu dann noch ein paar Solarmodule aufs Dach. Egal ob das nun nach Süden weist oder nicht. Und keine Nachführung damit auch ja nur der Wirkungsgrad minimiert ist.
Aber für solchen Unfug staatliche Förderung bekommen.
Energiekonzepte sind schon eine feine Sache, nur sollten sie wirklich vernünftig und wirtschaftlich sein. Dann werden glaub ich 90% aller privaten Eigenheimbesitzer (die auch in ihren 4 Wänden selber wohnen) das auch machen.
Und es tut mir leid, aber wenn ich 250'000 Euro Schulden bei der Bank habe, dann ist es für mich keine Option für "ökologische Qualität" nochmal 40'000 aufzunehmen. Ob das nun KfW oder Sparkasse ist.
Ich bin nämlich nicht die Milchkuh der Bau und Solarwirtschaft.
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