Energie Stromkonzern Eon meldet Rekordverlust

Derzeit spaltet Eon-Chef Johannes Teyssen seinen Stromkonzern auf. Eon soll sich dann künftig vor allem um erneuerbare Energien kümmern.

(Foto: REUTERS)
  • Sieben Milliarden Euro Verlust und kaum Besserung in Sicht: Die Krise der Stromversorger trifft Eon mit voller Wucht.
  • Derzeit läuft die Aufspaltung des Konzerns in einen Teil mit den konventionellen Kraftwerken und eine Teil für erneuerbare Energien und die Netze.

Der Energiekonzern Eon muss vor der geplanten Aufspaltung den größten Verlust seiner Unternehmensgeschichte hinnehmen. Unter dem Strich habe der Versorger 2015 einen Fehlbetrag von sieben Milliarden Euro eingefahren, teilte das Unternehmen mit. Grund seien vor allem hohe Abschreibungen und der Einbruch der Strom-Großhandelspreise gewesen. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen sei um zehn Prozent auf knapp 7,6 Milliarden Euro gefallen, hieß es. Schon 2014 hatte der Konzern ein Minus von 3,2 Milliarden Euro eingefahren. Die Aktionäre sollen aber trotz des Rekord-Fehlbetrags eine Dividende von 50 Cent je Aktie erhalten.

Bereits zuvor war absehbar gewesen, dass Eon bei der ersten Jahresbilanz am neuen Standort Essen tiefrote Zahlen melden würde. Dass es so schlimm kommen würde, war allerdings nicht erwartet worden: Nach den hohen Abschreibungen im dritten Quartal über mehr als acht Milliarden Euro hatten Beobachter mit einem Minus von insgesamt etwa 4,4 Milliarden Euro gerechnet.

Die Aufspaltung läuft

Seit dem Jahreswechsel hat bei Eon die Aufspaltung des Geschäfts begonnen: Die großen, konventionellen Kraftwerke werden seitdem durch die neue Tochter-Gesellschaft Uniper von Düsseldorf aus geführt. Das Hauptunternehmen Eon sitzt in Essen und konzentriert sich nun auf erneuerbare Energien, die Netze und den Vertrieb. Die endgültige Trennung beider Unternehmen soll dann bei der Hauptversammlung im Juni beschlossen werden.

Für das laufende Jahr stellte Vorstandschef Johannes Teyssen nun inklusive Uniper einen weiteren deutlichen Rückgang des operativen Gewinns auf sechs bis 6,5 Milliarden Euro in Aussicht. Zugleich stimmte das Management die Anteilseigner auf längerfristig sinkende Ausschüttungen ein. Der Rivale RWE, der ebenfalls vor der Aufspaltung in zwei Gesellschaften für erneuerbare und konventionelle Energien steht, hatte seinen Eignern wegen der Krise die Dividende weitgehend gestrichen.

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