Der erste Blick täuscht, denn bei den Stromkonzernen läuft es längst nicht mehr rund. Die Energiebranche steht vor gewaltigen Herausforderungen.
Die Chefetagen deutscher Energiekonzerne haben, so scheint es, allen Grund für gute Laune. Nach der Bundestagswahl erklärten sie sich zum eigentlichen Sieger. Union und FDP hatten schließlich längere Atomlaufzeiten versprochen. Während Auto- oder Stahlkonzerne in der Krise Tausende Stellen streichen, läuft das Geschäft von RWE, Eon, EnBW und Vattenfall stabil. RWE-Chef Jürgen Großmann versprach in der tiefen Rezession gar wachsende Gewinne. Konkurrent Eon sieht Risiken, erwartet aber elf Milliarden Euro Gewinn - darauf können Manager anderer Branchen nur mit Neid schauen.
Die Energiebranche steht vor gewaltigen Herausforderungen - und der Druck aus der Politik steigt. (© Foto: dpa)
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Auf den ersten Blick scheint die Welt der Branche in Ordnung. Wenn mit Eon, RWE und EnBW in der neuen Woche gleich drei der großen vier Energiekonzerne ihre neue Quartalsbilanz vorlegen, sind Einbrüche nicht zu erwarten. Doch auf den zweiten Blick wird klar: Längst läuft es nicht mehr rund in den Konzernzentralen in Essen, Düsseldorf, Karlsruhe und Berlin. Die Unternehmen stehen vor schwierigen Jahren.
Da sind lästige Führungsquerelen. RWE-Chef Jürgen Großmann geriet zuletzt wegen fragwürdiger Projekte in die Kritik. Vor wenigen Tagen erst musste er das umstrittene Atomkraftwerk im bulgarischen Belene beerdigen.
Schwerer noch wiegt der Druck der Politik. Längere Atomlaufzeiten will sich die neue Bundesregierung plötzlich teuer bezahlen lassen und droht indirekt gar mit der Zerschlagung von Unternehmen bei zu großer Marktmacht. Gleichzeitig haben die Konzerne beim nachhaltigen Umbau Nachholbedarf und müssen Milliarden investieren. Die Energiebranche steht vor gewaltigen Herausforderungen, die gute Zahlen in den Schatten stellen.
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(SZ vom 09.11.2009/mel)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
"Die Energiebranche steht vor gewaltigen Herausforderungen. "
"Die Unternehmen stehen vor schwierigen Jahren. "
"Die Energiebranche steht vor gewaltigen Herausforderungen,.."
Dreimalige Wiederholung der These, ohne diese mit wirklich guten Argumenten zu untermauern.
Der Klimawandel wird nicht thematisiert. Die Preisentwicklung der fossilen Energieträger wird nicht thematisiert. Standardisierungstendenzen bei den erneuerbaren Energien werden nicht thematisiert. Dezentralisierung bei der "Energiegewinnung" wird nicht thematisiert. Die internationale politische Dimension wird nicht thematisiert.
Stattdessen sind dies die Argumente des Meinenden:
"RWE-Chef Jürgen Großmann geriet zuletzt wegen fragwürdiger Projekte in die Kritik. Vor wenigen Tagen erst musste er das umstrittene Atomkraftwerk im bulgarischen Belene beerdigen."
"Längere Atomlaufzeiten will sich die neue Bundesregierung plötzlich teuer bezahlen lassen und droht indirekt gar mit der Zerschlagung von Unternehmen bei zu großer Marktmacht. Gleichzeitig haben die Konzerne beim nachhaltigen Umbau Nachholbedarf und müssen Milliarden investieren."
Das kann doch nicht Ihr ernst sein Herr Balser?
Energiekonzerne sieht, wird mir überhaupt nicht klar.
[Schwerer noch wiegt der Druck der Politik. Längere Atomlaufzeiten will sich die neue Bundesregierung plötzlich teuer bezahlen lassen und droht indirekt gar mit der Zerschlagung von Unternehmen bei zu großer Marktmacht.]
Das ist an Unsinn kaum zu überbieten. Wie will die Bundesregierung (die den Atomstrom befürwortet und zum Teil selber mit Freude subventioniert) die Energiekonzerne zahlen lassen? Wollen die endlich Schluss mit den Subventionen machen? Wohl kaum! Auch wenn es keine Subventionen mehr gezahlt werden würden (reine Illusion), so würde man die zusätzlichen Kosten einfach auf den Strompreis draufschlagen (ist nichts weiter als Subvention, denn die Subventionen des Staates, die eingetriebenen Steuern von Bürgern darstellen).
[Gleichzeitig haben die Konzerne beim nachhaltigen Umbau Nachholbedarf und müssen Milliarden investieren. Die Energiebranche steht vor gewaltigen Herausforderungen, die gute Zahlen in den Schatten stellen.]
Auch das wird alles der Steuerzahler selbst bezahlen (und das doppelt). Das Netz ist so veraltet, dass man es bei der Umstellung von zentralen auf regionale Kraftwerke rundum erneuert werden muss. Das werden die Energieriesen nicht machen, sondern diese veralteten Netze einfach wieder an den Staat verkaufen und später (wenn es erneuert wurde) wieder kaufen. Der Dumme ist wiedermal nur das Volk, was schon davor für die Instandhaltung/Erneuerung (was in den Preisen mit einkalkuliert worden ist) gezahlt hat und jetzt wieder zahlen wird.
... nach den notleidenden Banken, jetzt auch die bitter notleidenden Energieversorger angemessen zu unterstützen. Vielleicht könnte ja ein bundesweites Spendenkoto zu Gunsten von E.on, RWE un Co. eingerichtet werden.
Selten so gelacht!
Die jahrzehntelangen Gewinner zu Lasten von Umwelt, Natur und Gesundheit verspüren Druck?
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Ich glaube eher der Autor spürt Druck. Jedenfalls gibt der Text keine Auskunft darüber, woher der Druck denn kommt. Von längeren Atomlaufzeiten und der imaginären Angst (des Autors?) vor Zerschlagung durch schwarz-geld wohl eher nicht.
wie bei stagnierenden Strommengen, steigendem Anteil regenerativer Energien und Wirtschaftsflaute ständig neue Rekordgewinne eingefahren werden können.
Wird Zeit dass sich der Verbraucher wehrt. Und wenn das nichts nutzt, dann muss eben der Staat ran. Aber bitte nicht so entschlossen wie damals Genosse Werner Müller. Die Ruhrgas der EON zuzuschustern war eine Frechheit sondergleichen und zugleich ein Paradestück über die Gefahr von Lobbyisten mit Parteibüchern.
Paging