Russland ist ein Rohstoffmarkt der Zukunft. Nirgendwo außerhalb von Saudi-Arabien findet man größere Vorräte an Gas und Erdöl. Kanzler Schröder drängt deutsche Energiekonzerne deswegen zu Investitionen im Land seines Duz-Freundes Wladimir Putin.
Die Herren trafen sich fernab der Heimat, fernab aller Kameras. In der norwegischen Hauptstadt Oslo empfahl Gerhard Schröder Ende September den Managern deutscher Energiekonzerne, sich noch stärker in Russland zu engagieren.
Wladimir Putin und Gerhard Schröder sind sich oft einig. (© Foto: dpa)
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Vor allem beim Gas- und Ölriesen Gazprom wünscht er sich dies. Schon jetzt hält die Eon-Tochter Ruhrgas gut sechs Prozent der Anteile. Schröder sähe es gern, wenn deutsche Firmen den Besitz, so wie von Russlands Präsident Wladimir Putin erlaubt, auf bis zu zwanzig Prozent erhöhten.
In geheimer Mission
Ein paar Wochen zuvor war der Kanzler in geheimer Mission nach London gejettet, um sich mit dem Chef von BP zu treffen. Schröder wollte unter anderem ausloten, ob die Briten, die in Deutschland die Tankstellenkette Aral betreiben, sich am Bau einer Erdgas-Pipeline durch die Ostsee beteiligen wollen.
Die Leitung soll die Gasfelder Sibiriens mit Westeuropa verbinden und bei Greifswald das Festland erreichen - ohne den üblichen Weg durch die Ukraine.
Das Milliardenprojekt hatten Eon und Gazprom im Juli im Beisein von Schröder und Putin vereinbart. Der Kanzler schwärmte von einer "strategischen Partnerschaft", der russische Präsident von einem "Meilenstein", und Eon-Chef Wulf Bernotat fügte hinzu: "Es ist nicht unwahrscheinlich, dass noch Partner zu uns stoßen werden."
Zerschlagen
Entschieden ist in beiden Fällen noch nichts, entschieden ist auch noch nicht, ob deutsche Firmen einen Teil der Konkursmasse von Yukos aufkaufen; der Ölkonzern ist von den russischen Behörden zerschlagen worden.
Schröders Leute mögen zu all dem nicht viel sagen. Dies sei Angelegenheit der Unternehmen, nicht der Politik, erklären sie. Und fügen hinzu, dass es natürlich im nationalen Interesse sei, die Rohstoffmärkte der Zukunft zu erschließen.
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