Deutschland ist immer mehr auf Russland angewiesen: Insgesamt haben die Importe um 50 Prozent zugenommen, der Großteil davon betrifft Erdöl und Erdgas.
Deutschland hat im ersten Halbjahr 2006 dem Wert nach 50 Prozent mehr aus Russland importiert als in der gleichen Zeit des Vorjahrs. Diese Zahl veröffentlichte das Statistische Bundesamt vor dem für kommende Woche geplanten Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Von überragender Bedeutung sind dabei Energieimporte, die fast 80 Prozent der Gesamtsumme ausmachen.
Die Abhängigkeit Deutschlands von den russischen Erdöl- und Erdgas-Lieferungen hat im letzten Jahr stark zugenommen. (© Foto: dpa)
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Insgesamt wurden im ersten Halbjahr den Angaben zufolge Waren im Wert von 15,6 Milliarden Euro aus Russland importiert. Die deutschen Exporte nach Russland stiegen in der gleichen Zeit um 25 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro.
12,2 Milliarden für russisches Erdöl und Erdgas
Erdöl und Erdgas kam im Wert von 12,2 Milliarden Euro von Russland nach Deutschland. Wegen der starken Preissteigerungen nahm der Wert der Energieimporte um 58 Prozent zu, die Menge hingegen nur um elf Prozent. Weitere wichtige Importgüter waren nach Angaben des Amts Metalle, Kokerei- und Mineralölerzeugnisse.
Bei den deutschen Ausfuhren nach Russland waren ein Viertel Maschinen. Kraftwagen und Kraftwagenteile machten 14 Prozent aus, chemische Erzeugnisse weitere 13 Prozent. Per Saldo importiert Deutschland schon seit Jahren mehr aus Russland als es dorthin ausführt. 2005 lag die Differenz bei 4,3 Milliarden Euro, im ersten Halbjahr 2006 bereits bei sechs Milliarden.
Putin wird für Dienstag in Deutschland erwartet. Bereits für Montag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zum zweiten Nationalen Energiegipfel geladen, bei dem es unter anderem um die Verringerung der Importabhängigkeit geht.
(AP)
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