Die Zeit ist abgelaufen: Der Bahn-Aufsichtsrat entlässt Knall auf Fall Vorstand Garber. Dass die Kosten des Projektes "Stuttgart 21" explodieren, soll damit nichts zu tun haben.
Bei der Aufsichtsratsitzung der Deutschen Bahn ist es am Mittwoch zum Eklat gekommen. Das Kontrollgremium entschied völlig überraschend, Infrastruktur-Vorstand Stefan Garber zum 1. Januar freizustellen.
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Bei der Aufsichtsratsitzung der Deutschen Bahn ist es am Mittwoch zum Eklat gekommen. Das Kontrollgremium entschied völlig überraschend, Infrastruktur-Vorstand Stefan Garber freizustellen. (© Foto: dpa)
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Garber soll sich geweigert haben, auf Bonuszahlungen im nächsten Jahr zu verzichten, hieß es aus Aufsichtsratskreisen. Der für das Schienennetz zuständige Manager habe Änderungen in seinem Vertrag abgelehnt.
Hintergrund ist der "Public Corporate Governance Kodex", in dem die Bundesregierung Grundsätze guter Unternehmensführung im Bereich des Bundes aufgestellt hat. Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, den Kodex "vollumfänglich" anzuwenden.
617.000 Euro variable Vergütung
Doch dafür müssten die Verträge von Führungskräften mit variablen Vergütungen umgeschrieben werden. Garber soll das abgelehnt haben, weshalb er nun gehen muss. Der heute 54-jährige Garber leitet seit Anfang 2005 das Vorstandsressort Infrastruktur. 2008 verdiente er laut Geschäftsbericht 1,046 Millionen Euro, davon 617.000 als variable Vergütung.
Angeblich soll der Rauswurf nichts mit der Kostenexplosion beim Projekt Stuttgart 21 zu tun haben. Trotz enormer Mehrkosten stimmte der Aufsichtsrat der Bahn für die Untertunnelung des Stuttgarter Bahnhofs und dessen Anschluss an die geplante Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm.
Bereits im April hatten Bahn, Bund und Land Verträge für Stuttgart 21 unterzeichnet, wollten aber die Kosten noch einmal durchrechnen. Nun ist, bevor der erste Bagger rollt, das Projekt um eine Milliarde Euro teurer geworden.
Konzernchef Rüdiger Grube hatte nach seinem Amtsantritt eine Neukalkulation angeordnet. Sie ergab, dass die Baumaßnahmen nicht drei Milliarden, sondern 4,088 Milliarden Euro kosten werden. An diesem Mittwoch wird der Lenkungskreis in Stuttgart tagen, dort soll die endgültige Entscheidung aller Partner fallen, sagte Grube. Wenn nach dem Bahn-Aufsichtsrat auch der Lenkungsausschuss zustimmt, kann der Bau im Februar beginnen.
Über sechzig Kilometer Tunnel
Der Stuttgarter Sackbahnhof soll bis 2018 zu einer unterirdischen Durchgangsstation werden. Über sechzig Kilometer Tunnel werden unter der Stadt gegraben, die über Jahre hinaus in Teilen eine große Baustelle sein wird. Befürworter halten das Projekt aus städtebaulicher Sicht für sinnvoll, die durch die Kessellage eingeengte Stadt bekommt 100 Hektar neue Fläche in der Innenstadt, auf der zehntausende Arbeitsplätze und Wohnungen entstehen sollen.
Über die Tunnel zum Stuttgarter Flughafen soll Stuttgart 21 Anschluss an die Hochgeschwindigkeitsstrecke Wendlingen-Ulm bekommen, über die noch nicht letztlich entschieden ist. Sie soll nach bisherigen Angaben zwei Milliarden Euro kosten und den Albaufstieg ersetzen, auf dem selbst ICE-Züge mit Tempo achtzig die Schwäbische Alb hinaufkriechen.
In Verbindung mit Stuttgart 21 soll die neue Schnellbahnstrecke die Fahrzeit von Ulm nach Stuttgart auf 28 Minuten halbieren. Bis Frühjahr soll es eine neue Wirtschaftlichkeitsrechnung für die Schnellbahnstrecke geben. Auch hier ist mit Mehrkosten zu rechnen.Vor allem in Stuttgart selbst gibt es Widerstand gegen die Untertunnelung des Bahnhofes.
Der BUND und Stadtplaner würden lieber den alten Kopfbahnhof sanieren, der unter Denkmalschutz steht, was ihrer Ansicht nach um Milliarden günstiger wäre. Auch nach ihrem Konzept würden in der Innenstadt große Freiflächen entstehen. Wie erwartet ernannte der Aufsichtsrat zudem Lutz Richard zum Nachfolger des scheidenden Finanzvorstands Diethelm Sack.
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(SZ vom 10.12.2009/pak)
FBI-Akte von Apple-Gründer Steve Jobs
Ich unterstütze das Vorgehen der DB voll, wenn sich Manager nicht auf Verträge einlassen wollen, die nach den Erkenntnissen aus der Finanzkrise als notwendig erachtet werden.
Ich hätte mir dieses Vorgehen bereits bei der HSK und vielen anderen gewünscht, als z.B. Dr. Nonnenmacher auf seine Boni aus dem Altvertrag bestand. - einfach rauswerfen, es gibt genügend fähige Leute, die auch noch bereit sind, sich als echte Leistungsträger einzubringen.
Und die Rausgeworfenen? Die können alle in ein gelobtes Land gehen, dort wartet man wahrscheinlich schon auf die massenhaft Freigestellten. Bei uns sollten sie aber keinen Managerjob mehr erhalten!
....der mal wieder in den Hauptbahnhof einsteigt und den Hauptbahnhof näher an Baden-Württemberg heranwachsen lässt, weil man ja dann in 10 Minuten - ohne dass man am Flughafen noch einchecken muss - direkt am Hauptbahnhof starten kann---ähhhh, ähhhh
... ist die Idee mit der na ? natürlich Magnetschwebebahn vom Bahnhof Nr. 21 zum Flughafen. Gibt es dort in Stuttgart denn keinen älteren Politiker, der ....
Wäre es nicht der Aufgabe des zuständigen Vorstands geschuldet gwesen, selbst eine neue Kalkulation des Milliarden Projekts "Stuttgart 21" zu veranlassen?
Ich denke, die Entscheidung wäre auch vor diesem Hintergrund richtig gewesen!
Sind die 8 Gleise incl. S-Bahn? Weil der Hamburg Hauptbahnhof hat auch nur 8 Bahnsteiggleise für die Fernbahn + 4 für die S-Bahn und ist der verkehrsreichste Bahnhof Deutschlands. Das ist war relativ knapp, trotzdem stehen hier etwa die Regionalzüge nach Kiel und Lübeck trotzdem rund 45 Minuten pro Stunde am Bahnsteig, ohne rausgeschleppt werden zu müssen.
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