Lange trotzten die Konsumenten der Krise, doch nun droht auch dem Einzelhandel ein Einbruch. Im ersten Halbjahr ging es schon leicht bergab.
Keine Insel der Sorglosen mehr: Der deutsche Einzelhandel hat im ersten Halbjahr die Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. Die Umsätze sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum preisbereinigt (real) um 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Nominal verzeichneten die Unternehmen ein Minus von 2,3 Prozent.
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Rewe spürt seit April ein gedämpftes Kaufverhalten. (© Foto: ddp)
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"Nun ist die Krise auch im Einzelhandel angekommen", hieß es in einer Analyse der Commerzbank. Der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) sieht in den Zahlen aber keinen Grund zur größeren Beunruhigung.
Im Vergleich zu anderen Branchen stehe der Einzelhandel gar nicht so schlecht da, sagte eine Sprecherin mit Blick auf die schwächelnde Konjunktur.
Markterwartungen klar verfehlt
Im Juni fielen die Umsätze der Einzelhändler im Vergleich zum Vormonat Mai überraschend um real 1,8 Prozent. Dabei wurden bereits Kalender- und Saisoneffekte berücksichtigt. Markterwartungen von einem Anstieg um 0,5 Prozent wurden klar verfehlt. Im Mai war der Umsatz gegenüber dem Vormonat April noch um 0,5 Prozent gestiegen.
Gegenüber dem Juni 2008 lag der preisbereinigte Rückgang bei 1,6 Prozent. Beide Juni-Monate hatten nach Angaben der Statistiker je 25 Verkaufstage. Das vorläufige Ergebnis wurde aus Daten von sieben Bundesländern berechnet, die etwa 76 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel umfassen.
"Wie es jetzt weitergeht, hängt sehr stark von den Arbeitslosenzahlen ab", sagte die HDE-Sprecherin. Bei einem starken Anstieg im Herbst werde es für die Unternehmen wegen der sinkenden Kaufkraft sicherlich schwieriger.
Rewe-Chef Alain Caparros berichtete, seit April spüre man in den Läden ein gedämpfteres Kaufverhalten. "Die Leute sind nachdenklicher geworden, und zwar durch die Bank und über alle Bevölkerungsschichten hinweg", sagte Caparros in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Damit widersprach er der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die in ihrer aktuellen Konsumklimastudie eine weiter gute Verbraucherstimmung feststellte.
Banger Ausblick für 2010
Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler stellt sich nun auf einen schwierigen Herbst und Winter ein. Grund zur Panik gebe es nicht. "Aber wir sind vorsichtiger geworden", sagte der Rewe-Vorstandsvorsitzende.
Das kommende Jahr dürfte eine noch größere Herausforderung werden. Denn wenn die heute noch weit verbreitete Kurzarbeit in eine deutlich erhöhte Arbeitslosigkeit münden sollte, werde das erhebliche Konsequenzen für den Einzelhandel haben.
Die Kölner Rewe-Gruppe mit zuletzt fast 50 Milliarden Euro Jahresumsatz und nahezu 15.000 Märkten beschäftigt fast 320.000 Mitarbeiter, davon etwa 211.000 in Deutschland (Stand Ende 2008).
Der Handelskonzern Metro hat im zweiten Quartal das zurückhaltende Konsumverhalten der Verbraucher bereits gespürt. Konzernweit fielen die Erlöse um 3,8 Prozent auf 15,34 Milliarden Euro, wie Metro mitteilte.
Dabei belasteten vor allem die schwache Konjunktur in Westeuropa sowie der Währungsverfall in wichtigen osteuropäischen Märkten. Für 2009 gab der Konzern keinen konkreten Ausblick.
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(sueddeutsche.de/dpa/pak/mel)
Großprojekte in Berlin
Durch Null- und Minusrunden wurde die Binnenkaufkraft so nachhaltig geschädigt, dass die binnenwirtschaftliche Prosperität wohl lange auf sich warten lässt.
Wie ich die Politik und die Einflüsterer der Politik kenne, wird wohl nach der Wahl die nächste Spar- Streich- Kürzungs- und Erhöhungsrunde folgen und dann wird der Binnenkonjunktur der endgültige Garaus gemacht.
Da ist auch völlig egal wer ans Ruder kommt - die Einflüsterer sind die gleichen und die klugen Wirtschafts"fach"leute haben nicht dazu gelernt.
Die Profs. Bofinger und Hickel und Heiner Geißler mal ausgenommen.
Aldi -4,7% im ersten Halbjahr.
Lidl - 0,7% im ersten Halbjahr.
Muss ich jetzt verkrampfen?
ständiges Hossiana Rufen in der SZ. Kommentatoren deuten das gute Konsumklima, Experten sprechen von einem Erfolgsmodell und Politiker entblöden sich mit der Feststellung, man habe es nicht mit einer Nachfragekrise zu tun. Und jetzt, nach 6 Monaten (die Zahlen waren Monat für Monat bekannt) trübt sich das ganze Geschehen quasi rückwirkend ein? Oh heilige Einfalt. Man hat Sie mehrfach hingewiesen. Sie erlauben dass ich schmunzle... Und Ihnen einen Blick auf die Zahlen in der gastronomie ans Herz legen, bevor ein neues Betätigungsfeld ohne Recherche eröffnet wird.
Danke
Chapeau - deine Worte........... sie treffen (immer wieder) den "Nagel genau auf den Kopf"...... und oftmals meine Gedanken :-)
Bloß, weil REWE miese macht, heißt das doch nicht gleich, dass der Einzelhandel die Krise spürt.
Erst wenn Aldi und Co. weniger Umsatz machen, dann stimmt da was nicht...
Also locker bleiben, die Leute gehen halt vermehrt zu Aldi und Co, weil ihre Chefs nicht mehr zahlen und das dadurch ersparte in die eigene Tasche stecken ;-)
Paging